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Wenige feiern Major Tom

Beachparty mit Peter Schilling in der Erlebniscity

MAZ Oranienburg, 27.12.2003

ORANIENBURG
Es ist ein böser Kreislauf: Schlimm genug, wenn eine Veranstaltung relativ schlecht besucht ist. Wenn aber später ankommende Leute von draußen schon die Leere sehen können, drehen sie sich gleich wieder um und gehen wieder. So bleibt es auch weiterhin leer. So zählten die Organisatoren der Beachparty mit Peter Schilling am Abend des 1.Weihnachtsfeiertages in der Turm-Erlebniscity nur etwa 300 Gäste. „Sonst sind bei einer regulären Beachparty im Laufe des Abend bis zu 1500 Menschen in der Halle“, meint Veranstaltungsteamleiterin Jeanette Gordjy enttäuscht. „Schade, dass so wenige gekommen sind.“ Vielleicht lag es schlicht daran, dass zu Weihnachten nicht so viele Menschen Lust auf Party haben. „Heute ist doch Feiertag“, meint deshalb auch Danielle Naujeck aus Oranienburg, die die Karten bei der MAZ gewonnen hatte. „Sonst wäre es voller.“ Andererseits: Wer kennt heute schon noch Peter Schilling? Jeder muss erst die Textzeile „Völlig losgelöst von der Erde“ aus „Major Tom“ vorgesungen bekommen, damit der Groschen fällt.
Die wenigen Gäste mussten dann lange auf Peter Schilling warten. Und tatsächlich: Als er kurz nach Mitternacht die Bühne betritt, ist „Major Tom“ sein Eröffnungssong. Mit Halbplayback folgt „Terra Titanic“ und noch weitere, nicht ganz so bekannte, Lieder. Später will er noch eine ganz neue Single vorstellen. „Heute noch mal im Halbplayback“, kündigt Schilling an, „aber übermorgen ist die große Live-Premiere in der Dortmunder Westfalenhalle.“ Wahnsinn. Bleibt nur für ihn zu hoffen, dass da ein paar Leute mehr kommen. „Sonne, Mond und Sterne“ lautet dieser neue Titel, aber irgendwie ist er dann doch nicht so neu. Alles schon mal gehört, vielleicht einfach nur noch mal neu und peppiger aufgenommen.
Die Fans vor der Bühne tanzen, jubeln und feiern den ehemaligen Star der Neuen Deutschen Welle. Viel hat er nicht mehr zu bieten. Sein nur etwa 30-minütiges Programm schließt er erneut mit „Major Tom“ ab, diesmal in einer Gitarrenversion, um dem Ganzen wenigstens einen anderen Stil zu verpassen.
„Er kam ein bisschen spät, aber es war sehr schön“, ist Danielle Naujeck am Ende recht zufrieden. Peter Schilling machte zwar gute Miene zum nicht ganz so guten Spiel, aber entäuschend ist es bestimmt schon, wenn einem nur ein paar Hanseln zujubeln. Aber er hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Schilling ist mein Name“, stellte er sich zwischendurch vor. Das war wichtig zu sagen, denn nur wenige kennen ihn noch. Und kaum jemand wird ihn aber auch noch kennen lernen wollen, nach diesem recht müden 30-Minuten-Programm.
Heute kommt Mickie Krause, Silvester ist die 3.Generation im Turm zu Gast. Der Veranstalter hofft, dass da die Resonanz größer sein wird. Dann würden derartige Party öfter stattfinden.

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