Monatsarchiv für Oktober 2003

RTZapper

Popstars – Das Duell

Dienstag, den 14. Oktober 2003
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MO 13.10.2003, 20.15 Uhr, ProSieben

Ach, wie rührend: Männer können also doch auch öffentlich flennen. Choreograph Detlef „D!“ Soost jedenfalls war total traurig, als er seine beiden musikalischen Babys Preluders und Overground auf die Fans losließ. Jetzt, nachdem „alle Choeos gesavt und die Songs recorded sind“. Trauriger Abschied vor einem Imbissrestaurant irgendwo in Chemnitz. Bei „Popstars – Das Duell“ wurden diesmal gleich zwei Bands zusammengecastet. Mit je fünf Jungs und Mädels. Dabei ist es ziemlich erschreckend, wie wenig die Bandmitglieder wirklich zu sagen haben. Alle wurden von der Jury bestimmt, klar. Der Bandname auch. Nun gut. Aber auch die Musikrichtung. Und sogar die Kleidung, die Frisuren. Die jungen Leute hatten aber auch gar nichts zu melden, ob ihnen das nun passt oder nicht. Für sie scheint es normal zu sein, alles in der Hoffnung, berühmt zu werden. Dabei sei den Machern von ProSieben gleich mal gesagt: Noch sind die zehn keine „Stars“, wie ihr gern zu pflegen sagt. Interessant ist auch, wie am Image der Bands gearbeitet oder gar manipuliert wird. Während die Jungs von Overground an vielen Stellen symphatisch rüberkommen, werden die Preluders als arrogante Zicken dargestellt. Andererseits: Wer das Wort „Luder“ im Bandnamen hat…

RTZapper

Sportschau live: Fußball-WM der Frauen

Montag, den 13. Oktober 2003
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SO 12.10.2003, Das Erste

Das soll schon was heißen: Weil die deutschen Fußballerinnen im Finale der Weltmeisterschaft standen, hat die ARD sogar ihren „Tatort“ verschoben. Sonst finden diese Spiele, wenn überhaupt, nur verschämt im Nachmittags- oder Nachtprogramm statt. Diesmal waren mehr als zehn Millionen Zuschauer dabei. Und was war das für eine Spannung?! Ich habe gar nicht genug Nebenbeschäftigungen gefunden, wie ich gebraucht hätte, um diesen wahnsinnigen Fußballkrimi halbwegs zu überstehen. Als ich mich es dann auch noch wagte, für einige Sekunden (ja, es waren nur Sekunden!) den Sender zu wechseln (um mich wachzuhalten), da war das goldene Tor gefallen, das Spiel gelaufen und Deutschland Weltmeisterin. Wie schön. Aber ging euch das auch so? Der Jubel, der sich sicherlich eingestellt hätte, wären die Männer Weltmeister geworden, stellte sich kaum ein. Eher ein Aha, so, so, wie nett. Und: Fängt der „Tatort“ bald mal an? Auch auf die Gefahr hin, als frauenfeindlich zu gelten: Frauenfußball ist noch öder als so manches Männerspiel.

aRTikel

Erinnerung an eine “Kalte Schnauze”

Samstag, den 11. Oktober 2003
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DDR-Tag im Jugendclub Groß Ziethen

MAZ Oranienburg, 11.10.2003

GROSS ZIETHEN
Wie war das eigentlich früher so, in der DDR? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Besucher des Groß Ziethener Jugendclubs am Donnerstagnachmittag. „Wir wissen ja sehr wenig darüber, weil wir damals noch so klein waren“, meint die 15-jährige Steffanie.
Auf die Idee, einmal einen DDR-Tag zu veranstalten, sind die Jugendlichen während des Getreideschnitts für die Erntekrone gekommen. Von ihrer Betreuerin Sabine Hempel hörten sie den Satz: „Früher haben wir das auch so gemacht.“ Das machte alle neugierig. „In der Schule behandelt man das nicht“, bedauert Florian, „dabei wäre mir das lieber als andere Themen.“
So erfuhren die Jugendlichen einiges über die Pionierorganisation, über das Ampelmännchen und die „kleinen Trompeterbücher“. Sabine Hempel hat von zu Hause vieles mitgebracht, was sich die jungen Leute ansehen konnten. Altes Schulmaterial, einen Exquisit-Block, der mit 90Pfennigen für damalige Verhältnisse schon recht teuer war. Alte Zeitschriften wie das „Neue Leben“, „die Bravo von heute“, ergänzt Sabine Hempel. Da findet sich in der Ausgabe 7/1975 sogar eine nackte Frau. Oder die „ABC-Zeitung“. Zu Essen gab es eine „kalte Schnauze“, ein beliebter Kuchen zu DDR-Zeiten.
Die vielen Zeugnisse aus der Vergangenheit nahmen die Jugendlichen interessiert, aber auch amüsiert zur Kenntnis. So bereitet ihnen auch das blaue oder rote Pionierhalstuch nebst -knoten sehr viel Freude. Für einen kurzen Moment fühlen sie sich auch als Jung- oder Thälmannpioniere.
Sehr viel Freude bereitet Florian übrigens das Ossi-Witze-Buch. Sein Lieblingswitz: „Wie heißt der Orgasmus auf Sächsisch: Fertsch!“

aRTikel

“Bitte Ruhe, wir drehen!”

Mittwoch, den 8. Oktober 2003
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HFF-Student Henning Gebhardt arbeitete in Oranienburg an seiner Kamera-Abschlussübung

MAZ Oranienburg, 8.10.2003

ORANIENBURG
Ein junger Mann joggt am Morgen eine Straße entlang, über Kopfhörer hört er 80er-Jahre-Musik. Doch plötzlich verstummt der Walkman, die Batterie scheint leer. Dann stürmt ein Mann auf den Jogger zu, drückt ihm eine Tüte in die Hand. Gleich danach rast ein schwarzes Auto an ihm vorbei und stoppt bei dem Typen, der gerade noch die Tüte überreicht hat. Es liegt Spannung in der Luft.
Oder eher Konzentration. Um diese Szene herum stehen und sitzen noch einige Leute mehr. Kamera, Licht, Ton. Für die Kamera verläuft neben der Szenerie eine Schiene. Das Ganze spielt sich am Sonnabendvormittag auf dem ehemaligen Militärflughafen-Gelände in Oranienburg ab. Es handelt sich um Dreharbeiten.
Vier Tage lang arbeitete der 24-jährige Henning Gebhardt mit seinem gut 15-köpfigen Team hier an seiner Kamera-Abschlussübung. Seit einem Jahr studiert Gebhardt an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam. Der Kurzfilm mit dem Arbeitstitel „Der letzte Tag“ ist eine Art
Science-Fiction. Der 23-jährige Markus F. Adrian führt Regie. Das Equipment, unter anderem vier 16-Millimeter-Filmrollen, haben sie von ihrer Hochschule bekommen. „Die HFF ist die am besten ausgestattetste Hochschule in Deutschland“, meint Henning Gebhardt. Ein Bauwagen, in dem sich jeder aufwärmen und vorbereiten konnte, wurde privat organisiert. Auch ansonsten gab es keine Sponsoren für das Projekt. „Es gab kein Geld für Essen, Benzin oder die Drehgenehmigung“, erzählt Markus F. Adrian.
Am Ende wird der Film dann auf Video gebannt. Später wird er auch auf Festivals laufen. „Der Film wird von der HFF überall hingeschickt“, freut sich Markus schon jetzt.
Am Sonnabendmittag steht Einstellung 34 auf dem Plan. „Okay, auf die Anfangsposition, bitte! Ruhe bitte, wir drehen!“, ruft Henning.
Ein Typ in Schwarz hockt auf dem Boden. Er blickt sich um und steht auf. Dann beginnt er zu rennen.
Script-Continuety Kristina Heuschkel protokolliert den Ablauf des Drehs. Am Ende notiert sie sich, wie lang die Einstellung ist. „Ich muss auch wissen, wie viel Film verbraucht wurde“, ergänzt sie. In ihrem Script liest sich die Einstellung so: „Er schaut Richtung Kamera und steht auf. Dann fängt er an zu rennen. Kamera auf Kopfhöhe. Fährt auf ihn zu in NAH…“
Sorge bereitet dem Team das Wetter. Bei Regen machen die Dreharbeiten natürlich nicht viel Sinn. Am Freitagnachmittag machte der langanhaltende Regen allen einen Strich durch die Rechnung.
Sechs Semester hat Henning Gebhardt noch vor sich. Seine Chance, nach dem Abschluss einen Job zu bekommen, schätzt er als relativ gut ein: „Man kann sich durch die HFF etablieren“, meint er. „Schwierig ist es aber trotzdem.“ Als nächstes steht im März der Film „Verflucht“ auf dem Programm. Der wird dann noch ein wenig aufwändiger.

RTZapper

Familienduell

Mittwoch, den 8. Oktober 2003
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MI 08.10.2003, 11.30 Uhr, RTL

Das war’s dann wohl. Ab nächste Woche braucht der Werner nicht mehr von Mallorca nach Deutschland zu reisen, um mal fix in drei Tagen 153 Folgen vom RTL-„Familienduell“ zu produzieren. Werner-Schulze-Erdel, das Urgestein des Vormittagsprogramms, wird am Freitag, kurz vor „Punkt 12“, zum letzten Mal seine Spielshow moderieren. Aus diesem Anlass haben wir keine 100 Leute gefragt: Was werden Sie in Zukunft um 11.30Uhr tun? Ganz hinten auf Platz sechs: arbeiten. Auf Platz fünf: weiterschlafen. Der vierte Platz: weinen. Platz drei: „Familienduell“ selbst gemacht. Titel: Zoff um halb zwölf. Zweiter Platz: im ZDF die „Zwei Münchner in Hamburg“ sehen. Und die Topantwort: „Familienduell“? Nie gesehen! Na denn, tschüss, Werner!

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Talk in Berlin

Montag, den 6. Oktober 2003
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SO 05.10.2003, Berlin

Wir sind fast die Ersten, die am Sonntagabend das kleine Fernsehstudio direkt am Pariser Platz betreten. In gut 45 Minuten wird von hier aus live die n-tv-Talkshow „Talk in Berlin“ gesendet. Uns werden zwei Plätze in der ersten Reihe hinter der kleinen Bühne zugewiesen. Und da sitzen wir nun. Es ist noch nichts los. Keine Kameramänner, kein Regisseur und vor allem kein Moderator und keine Gäste – kurz: niemand. Erstaunlich: So kurz vor der Sendung und niemand kümmert sich. Nach und nach füllt sich der Raum mit Zuschauern.
Bis zum Beginn der Sendung dürfen wir dem laufenden n-tv-Programm lauschen. Im Lifestyle-Magazin, in dem recycelte Beiträge aus den RTL-Magazinen „Exclusiv“ und „Explosiv“ laufen, meint Schauspielerin Alexandra Kamp gerade, dass sie ihren Kopf eher selten zum Denken benutzt. Das ist zwar nicht neu, aber selten spricht es mal jemand aus. Im Talkshow-Studio wird leise gelacht.
Knapp zehn Minuten vor dem Showdown wird es dann ernst: Moderator Klaus Bresser begrüßt recht schnörkellos uns Zuschauer. Das Thema sei der Reformherbst 2003. Eingeladen ist Klaus Wowereit. Tja, wiedersehen macht Freude. Schon als wir im „Grünen Salon“ von n-tv vorbeigeschaut haben, war Wowi zu Gast. Unverschämterweise hat er uns nicht wieder erkannt. Der Egoist. Außerdem war Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer zu Gast und der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck.
Das Studio ist wirklich verdammt klein, die Kulisse wirkt beim nähereren Hinsehen (und Anfassen) recht billig. Der Vorspann zu „Talk in Berlin“ läuft, eine absolut grässliche Musik, aber was soll’s. Bresser sagt „Guten Tag“, leiert Thema und Gäste runter und los geht’s.
Der Moderator verhaspelt sich oft, fast als wolle er Heiner Bremer Konkurrenz machen. Die Diskussion plätschert vor sich hin. Der Kabelträger, der auf dem Platz neben mir sitzt, scheint sich extrem zu langweilen, er gähnt oft. Da die Kamera vor uns keine großen Fahrten macht, muss sich auch der Kabelträger eher selten anstrengen. Eigentlich ein netter Job…
Mit einem schnellen „Auf Wiedersehen“ durch Bresser ist die Talkshow nach 50 Minuten auch schon wieder vorbei. Sehr viel schlauer in Sachen Reformen sind wir nun zwar nicht, aber wer erwartet das schon?!

RTelenovela

Talk in Berlin

Montag, den 6. Oktober 2003
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Wir sind fast die Ersten, die das kleine Fernsehstudio direkt am Pariser Platz betreten. In gut 45 Minuten wird von hier aus live die n-tv-Talkshow „Talk in Berlin“ gesendet. Flo und mir werden zwei Plätze in der ersten Reihe hinter der kleinen Bühne zugewiesen. Und da sitzen wir nun. Es ist noch nichts los. Keine Kameramänner, kein Regisseur und vor allem kein Moderator und keine Gäste – kurz: niemand. Erstaunlich: So kurz vor der Sendung und niemand kümmert sich. Nach und nach füllt sich der Raum mit Zuschauern.
Bis zum Beginn der Sendung dürfen wir dem laufenden n-tv-Programm lauschen. Im Lifestyle-Magazin, in dem recycelte Beiträge aus den RTL-Magazinen „Exclusiv“ und „Explosiv“ laufen, meint Schauspielerin Alexandra Kamp gerade, dass sie ihren Kopf eher selten zum Denken benutzt. Das ist zwar nicht neu, aber selten spricht es mal jemand aus. Im Talkshow-Studio wird leise gelacht.
Knapp zehn Minuten vor dem Showdown wird es dann ernst: Moderator Klaus Bresser begrüßt recht schnörkellos uns Zuschauer. Das Thema sei der Reformherbst 2003. Eingeladen ist Klaus Wowereit. Tja, wiedersehen macht Freude. Schon als wir im „Grünen Salon“ von n-tv vorbeigeschaut haben, war Wowi zu Gast. Unverschämterweise hat er uns nicht wieder erkannt. Der Egoist. Außerdem war Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer zu Gast und der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck.
Das Studio ist wirklich verdammt klein, die Kulisse wirkt beim nähereren Hinsehen (und Anfassen) recht billig. Der Vorspann zu „Talk in Berlin“ läuft, eine absolut grässliche Musik, aber was soll’s. Bresser sagt „Guten Tag“, leiert Thema und Gäste runter und los geht’s.
Der Moderator verhaspelt sich oft, fast als wolle er Heiner Bremer Konkurrenz machen. Die Diskussion plätschert vor sich hin. Der Kabelträger, der auf dem Platz neben mir sitzt, scheint sich extrem zu langweilen, er gähnt oft. Da die Kamera vor uns keine großen Fahrten macht, muss sich auch der Kabelträger eher selten anstrengen. Eigentlich ein netter Job…
Mit einem schnellen „Auf Wiedersehen“ durch Bresser ist die Talkshow nach 50 Minuten auch schon wieder vorbei. Sehr viel schlauer in Sachen Reformen sind wir nun zwar nicht, aber wer erwartet das schon?!