Monatsarchiv für August 2003

RTZapper

Wie fit ist Deutschland?

Sonntag, den 17. August 2003
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SA 16.08.2003, 20.15 Uhr, ZDF

Wie fit ist Deutschland? Die Frage sei noch nie gestellt worden, meint Johannes B. Kerner, Moderator der gleichnamigen ZDF-Sendung am Sonnabend stolz. Warum auch? Wen interessiert das? In der Sendung könne man es rausfinden. Schön. Ich bin nicht fit. Ich weiß das auch so. Man müsse sich Punkte erturnen. Aha. Am Sonnabendabend. Sport. Vor dem Fernseher. Geht’s noch? Erste Übung: Ein Bein hoch halten und nur mit dem anderen versuchen, aufzustehen. Okay, das geht noch. Dafür muss ich noch nicht mal meinen Milchreis aus der Hand stellen. Ein Experte sagt, jeder könne bei den Übungen mitmachen. Außer, wer eine Krankheit hat und… Danke, das reicht schon, irgendwas werde ich schon haben. Ich kann leider, leider nicht mitmachen bei diesem Fitnesstest. Außerdem kann ich unmöglich meine Milchreis-Mahlzeit unterbrechen. Die gleiche Übung wie eben, die mit dem Aufstehen, ist der erste richtige Test. Nur, dass man das eine Minute lang immer wieder tun muss. Nö, das ist mir definitiv zu anstrengend. Da ist es doch viel lustiger mitanzusehen, wie Roberto Blanco wie ein nasser Sack versucht, die Übung zu meistern. Da muss ich mich doch nicht selbst quälen!

RTZapper

Lenßen & Partner

Freitag, den 15. August 2003
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DI 12.08.2003, 18.00 Uhr, SAT.1

Schönes Thema für eine 18-Uhr-Sendung: Jochen soll jede Nacht stundenlang bei einer Telefonsex-Hotline anrufen. Jochen streitet das ab. Hat er doch gar nicht nötig. Ob er es doch nötig hat, muss die Detektei „Lenßen & Partner“ herausfinden. Jeden Abend um 18Uhr wird bei SAT.1 ein Fall gelöst. Um dem Zuschauer vorzugaukeln, dass alles echt sei, werden gern auch Wackelkameras, Pseudo-versteckte Kameras, Überwachungs- oder Infrarotkameras eingesetzt. Und wenn dem Zuschauer dabei noch so übel wird. Wenn’s echt ist, hält auch Omma das Gewackel aus. Es wird gesucht, gefahndet, gewartet, gemunkelt, beobachtet: Am Ende war es der arme türkische Putzmann, der seine Frau angerufen hat. Er will nicht, dass sie bei dieser Sex-Hotline mit anderen Männern spricht. Rührend. Alle sind happy! PS: In der Werbepause in der nächtlichen Wiederholung um 1.40Uhr gab’s Werbung für… na? Telefonsex-Hotlines. Das nenne ich doch mal passend!

aRTikel

Der Test-Bader: Der Pudel, der auch Melonen frisst

Mittwoch, den 13. August 2003
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Der Test-Bader (14): Trotz der Hitze ist die Badestelle am Wutzsee in Hammer angenehm leer

MAZ Oranienburg, 13.8.2003

HAMMER
Frisst ein Pudel eigentlich Melonen? Ja, macht er. Jedenfalls schnappt er sich das Stückchen, das ihm Herrchen hinhält ohne mit der Wimper zu zucken. Hunde am Strand sind ja immer eine heikle Sache. Zumindest für die anderen Strandbesucher. Am Wutzsee in Hammer ist es aber trotz der großen Hitze erstaunlich leer.
Dabei ist die Badestelle an der Straße Am Wutzsee wirklich empfehlenswert. Das Auto findet einen Parkplatz direkt am Strand. Es muss kein Eintritt gezahlt werden, dementsprechend ist man auch sich selbst überlassen, wie ein Schild auch eindeutig darauf hinweist. Die Decke kann ins Gras gelegt werden. Zwar hat die Wiese in diesem Sommer schon sehr gelitten, ist eigentlich kaum noch grün, aber wenigstens kann man sich nicht die Füße dreckig machen. Sauber ist es auch, die Zigarettenkippen sind gerade noch so übersehbar. An der Seite befindet sich eine Mülltonne, die offensichtlich von den Leuten auch genutzt wird.
Der Melonen-Pudel wurde von Herrchen inzwischen allein gelassen. An einen Baum gebunden, jappst er wie eine kaputte Luftpumpe. Darauf kann jetzt aber keine Rücksicht genommen werden. Ich mach’s Herrchen nach und gehe ins Wasser.
Wie alle Seen, hat der Wutzsee inzwischen auch eine ordentliche Temperatur. Das mit dem Einstieg ist zwar immer noch so eine Sache – kalt ist es ja irgendwie doch. Aber der Junge, der immer und immer wieder von der Plattform, die sich gut zehn Meter innerhalb des Sees befindet, ins Wasser springt, sorgt mit seinen Spritzern dafür, dass ich doch recht schnell nass werde. Trotzdem werden wir wohl keine Freunde werden. Der Boden des Sees ist sehr angenehm, zumindest, bis man in Bauchhöhe steht. Dann sollte zum Schwimmvorgang umgeschaltet werden, denn dann wird’s am Boden unangenehm.
Die Sichttiefe ist zwar nicht allzu doll, trotzdem macht das Wasser keinen schmutzigen Eindruck, es ist äußerst angenehm und bietet punktuelle kühle Stellen. Nur ein paar Pflanzen und Ästchen stören manchmal.
Wieder raus aus dem Wasser, muss die Decke erstmal wieder in die Sonne gerückt werden. Auf dem Beachvolleyballfeld buddeln sich einige Kinder in den Sand ein. Scheinbar ein lustiges Vergnügen. Finden sie. Mama findet das gar nicht komisch, denn der Sand ist alles andere als sauber. „Aber Mama, wir gehen doch jetzt baden!“ Doch Mama bleibt skeptisch. So sind die Mamas eben. rt

Subjektive Wertung
(Schulnote):
Der Strand: Siehe S. Note 2
Das Wasser: Siehe S. Note 2
Die Leute: Siehe S. Note 3

Offizielle Wertung:
keine Messungen

aRTikel

Der Test-Bader: Oberflächlich schön warm

Dienstag, den 12. August 2003
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Test-Bader (12): Nieder Neuendorf

MAZ Oranienburg, 12.8.2003

NIEDER NEUENDORF
Frauen! Alles müssen sie verkomplizieren! Damit auch ja niemand etwas zu viel sieht! Aber wahrscheinlich hat sie sich die Sache auch leichter vorgestellt. Unter dem bereits wieder angezogenen Kleid versucht sie, ihr Bikini-Oberteil hervorzufriemeln. Aber das dauert eben! Dabei sind wir doch an der „Naturbadestelle“ in Nieder Neuendorf, da durfte doch so etwas gar kein Problem sein!
Der Strand am Nieder Neuendorfer See ist zwar als Grünanlage ausgewiesen, ist aber inzwischen mehr eine Mischung aus Wiese und Sandstrand. Parkplätze sind vorhanden. Abgesehen von einigen Kippen und vereinzelten Papierschnipselchen ist es hier recht sauber. Mülltonnen sind vorhanden. An den Seiten stehen einige Bäumchen, die allerdings (noch) keinen Schatten spendieren. Sportfans können sich im Beachvolleyball ausprobieren. Hinten steht ein Imbisswagen und ein Container, vermutlich Toiletten. Das Publikum ist sehr gemischt, von sehr jung bis nicht mehr ganz so jung.
Es ist heiß, die Sonne knallt – also rein ins Wasser. Bei einem Blick nach draußen der Schock. Die Badestelle ist durch Leinen abgegrenzt. Und danach? Ist dann Schluss? Verboten, weiterzuschwimmen? Aber nein, das ist nur der Nichtschwimmerbereich. Das Wasser ist überraschend warm. Sieht allerdings auch nicht sehr schön aus. Irgendwie suppig. Die Sichttiefe liegt vielleicht bei 70 bis 80 Zentimetern. Der Boden ist okay, fester Kies, hier und da ein Steinchen. Aus der Ferne sehe ich die junge Frau, die an ihrem BH verzweifelt. Am Ufer sitzt ein Mann. Vor sich eine Sandburg, ein Halm scheint der Fahnenmast zu sein. Und genau an diesem Halm lutscht der gute Mann. Eine depressive Phase?
Den Nichtschwimmerbereich verlassend, wird schnell klar, dass der See, durch den übrigens die Havel fließt, nur oberflächlich warm ist. Weiter unten sowie an einigen Stellen wird es überraschend kühl. Dennoch eignet sich der See wunderbar zum Schwimmen, Hauptsache, man gerät nicht in die Fahrrine der Havel-Schiffe.
Wieder am Strand, erklingen inzwischen Hip-Hop-Klänge aus dem Autoradio einiger Jugendlicher. Und dabei konnte man es doch bisher hier ganz gut aushalten. Die junge Dame, die ihren trockenen BH endlich auch unter Dach und Fach bekommen hat, verzieht ebenfalls das Gesicht. Es wird Zeit, zu gehen.

Subjektive Wertung
(Schulnote):
Der Strand: Siehe S. Note 2
Das Wasser: Siehe S. Note 2
Die Leute: Siehe S. Note 3

Offizielle Wertung
(Quelle: Landkreis):
Wasserqualität: Beginnen-
des Algenwachstum
Sichttiefe: 0,5 bis 1 Meter

RTZapper

Die Ostalgie-Welle

Dienstag, den 12. August 2003
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Zurzeit scheinen sich alle großen Sender zum Fahnenappell aufzustellen. Zumindest bastelt inzwischen fast jeder an einer total lustigen Ostalgie-DDR-weißt-du-noch-damals-Show. Nachdem RTL die „DDR-Show“ für September angekündigt hat, konnte das ZDF nicht anders, als eine eigene Ostalgie-Show ins Programm zu hieven. Mit Andrea Kiewel hat das ZDF zwar ein Ass in Sachen Ossi-Plauderei gezogen, innovativ ist das aber nicht. Als nächstes zieht SAT.1 nach, am Sonntag danach. Dabei gibt es doch eigentlich gar keine Ostalgie-Welle. „Good Bye, Lenin!“ liegt auch schon ein paar Tage hinter uns! Aber da müssen wir wohl jetzt durch.

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Unser Sandmännchen

Donnerstag, den 7. August 2003
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DI 05.08.2003, 18.35 Uhr, RBB Brandenburg

Berlin und Brandenburg befinden sich in einem Schockzustand: Beim RBB wird darüber nachgedacht, das „Sandmännchen“ aus dem Programm zu feuern. Die Quoten seien zu niedrig und außerdem ist der Sandschmeißer ja auch noch im KI.KA für die Gute-Nacht-Geschichten zuständig. Da ist was dran. Oder wird auch nur ein Kind einen Aufstand anzetteln, nur weil beim Sandmann links oben im Bild nicht „RBB Brandenburg“ oder „RBB Berlin“ steht, sondern das KI.KA.-Logo? Das ist wohl eher unwahrscheinlich. Im Gegenteil: Sie werden sich freuen, läuft der Sandmann im KI.KA eben erst um 18.55 Uhr, beim RBB Brandenburg schon um 18.35Uhr. Es geht eben ums Prinzip. Jetzt hat der RBB den Salat, in dem sich die Verantwortlichen die Wut der Eltern zugezogen haben. Der NDR war da cleverer. Dort ist der Sandmann seit Montag nämlich auch nicht mehr zu sehen. Nur dass das der Sender nicht publik gemacht hat. Hier gab es nur einige Proteste, weil die „Sesamstraße“ ihren 18-Uhr-Termin verloren hat. Klammheimlich hat man den kleinen Kerl gleich mit gefeuert. Niemand konnte sich vorher beschweren. Im Grunde genommen ist ja auch was dran: Inzwischen kann fast jeder den Kinderkanal empfangen und den Sandmann dort gucken. Ein lustiger Vorschlag kam in diesem Zusammenhang aus Bayern. Ein dortiger Politiker bot an, dem Sandmann im Bayerischen Fernsehen Asyl zu bieten. Ob man davon beim BR Bescheid weiß? Und ob sich „Unser Sandmännchen“ im strengen Bayernland wohl fühlt? Das darf stark angezweifelt werden! Gute Nacht.

aRTikel

Der Test-Bader: Sich einen Wolf laufen

Mittwoch, den 6. August 2003
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Der Test-Bader (10): Ein lauschiges Plätzchen am Rahmer See in Wensickendorf

MAZ Oranienburg, 6.8.2003

WENSICKENDORF
Moby singt „Why Does My Heart Feel So Bad?“ Der Besitzer des kleinen Radios liegt gemütlich im Gras der kleinen Badestelle des Rahmer Sees in Wensickendorf. Es herrscht angenehme Ruhe. Doch damit ist es ganz schnell vorbei, als er weiblichen Besuch bekommt. Mit Kind im Schlepptau, das ihn erst mal darauf hinweist: „Das gehört mir, was du da hast.“ Das Kind wird erst einmal zum Wasser geschickt: „Kannst mit den Füßen rein!“ Da besteht auch gar keine Gefahr, das Wasser ist sehr lange flach.
Die Badestelle erreicht man unter anderem, wenn man aus Richtung Oranienburg kommend kurz vor der Gaststätte „Rahmer See“ von der B 273 rechts auf einen kleinen Weg, den Seeweg, abbiegt. Danach immer weiter geradeaus bis zum Schluss. Dort ist eine kleine Fläche für das Auto. Dann zu Fuß dem Weg folgen.
Klein, aber fein ist die Badestelle. Die Decke kann ins Gras gelegt werden. Da kann kaum etwas passieren, es ist so gut wie kein Müll zu sehen.
Wer dann im Wasser schwimmen will, läuft sich aber erst einmal einen Wolf. Wie gesagt, es bleibt verdammt lange flach, fast schon hat man keinen Bock mehr aufs Schwimmen. Sogar an der Stelle, wo der lange Steg, der rechts entlang führt, zu Ende ist, kann man noch locker stehen. Der Boden ist recht fest, stellenweise allerdings ein wenig schwammig. Der See ist sommerlich warm, kaum noch erfrischend.
Wer sich dann auf der Liegewiese noch sonnen will, muss sich nur mit einigen fetten Fliegen und gegen Abend auch mit heimtückischen Mücken herumschlagen. Ansonsten ist es schön ruhig.
Hin und wieder kommen Leute, die wohl in der Nähe wohnen. Sie haben nur ihr Handtuch dabei ziehen sich das Shirt aus, und tappsen die lange Flachstrecke in den See hinein. Ein kleiner Junge trocknet sich gerade wieder ab, als ihn sein Opa fragt, was denn mit den Haaren sei: „Ich will mir aber nicht die Haare abtrocknen! Ich will Oma doch zeigen, dass wir im Rahmer See waren!“ Ja, Oma, er war! Das kann ich bestätigen.

Subjektive Wertung
(Schulnote):
Der Strand: Siehe S. Note 2
Das Wasser: Siehe S. Note 2
Die Leute: Siehe S. Note 2

Offizielle Wertung
(Quelle: Landkreis,
Werte aus Zühlsdorf):
Wasserqualität: keine
Beanstandung
Sichttiefe: unter 0,5 Meter.