Monatsarchiv für August 2003

RTZapper

Quiz-Marathon

Sonntag, den 31. August 2003
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SA 30.08.2003, 9live

Keine nackten Damen, sondern ein „Quiz-Marathon“ gab es in der Nacht zum Sonnabend bei 9Live. Es wurde ein Text eingeblendet. Darin kamen diverse Zahlen vor. Die Anrufer mussten diese Zahlen addieren. Wer das Ergebnis wusste, konnte bis zu 28000 Euro gewinnen. Doch 9Live wäre nicht 9Live, wenn das so einfach wäre. Der Text hatte Tücken. Es war 3.42 Uhr, als ich zufällig einschaltete. Das Quiz lief schon eine Weile. Nun könnte man meinen, um diese Zeit ruft keiner an, trotzdem sagte mir eine nette Stimme am Telefon nur, dass ich es noch mal versuchen solle. 49 Cent im Eimer. Ich belasse es bei einem Mal. Während ich die Zeitung lese, lasse ich den Fernseher laufen. Inzwischen sind wir bei Anrufer 95 angelangt. Auch er liegt daneben. Merkwürdig: Obwohl nix passiert, sich alles stundenlang auf der Stelle bewegt – es hat eine gewisse Faszination. Als ich um 4.59Uhr den Aus-Knopf betätige, läuft noch immer das gleiche Quiz, ohne dass 9Live auch nur einen Cent ausgeben musste. Mein Videorecorder lief noch bis 5.40Uhr mit, inzwischen wechselte sogar der Moderator. Immer noch das Rechenquiz. Mindestens zwei Stunden beschäftigt man sich auf 9Live mit ein und derselben Frage. Der Jackpot wächst, die Leute rufen kräftig an, füllen den Jackpot quasi selbst. Was für ein Geschäft!

RTZapper

Die Drews – Eine furchtbar nette Familie

Dienstag, den 26. August 2003
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MO 25.08.2003, 20.15 Uhr, RTL II

Jürgen Drews ist sauer. Bei einer Bodypainting-Aktion in Rimini will seine Frau Ramona nicht ihren BH ausziehen und das zeigen, was Onkel Jürgen so lieb hat. Und das könne doch nicht sein! Schließlich war auch die „Bild“ vor Ort, die sicherlich wieder eine Mörderstory daraus gemacht hätte. Und für den Playboy hat sie sich doch auch schon nackig gemacht. Warum also nicht jetzt auch? Doch Ramona bleibt stur. Das sind die netten Streitigkeiten, die wir jetzt immer montags bei RTLII bestaunen dürfen. „Die Drews – Eine furchtbar nette Familie“ soll die deutsche Antwort auf die Osbournes von MTV sein. Nur dass das Leben der Drews’ irgendwie so gar nicht spannend ist. Ich persönlich finde ja Rasen mähen an sich relativ langweilig, aber anderen im Fernsehen dabei zugucken? Andererseits: Jürgen Drews ist auch nur ein Mensch. Zwar nicht wirklich einer wie du und ich, aber immerhin. Als er seine Tochter Jolina von der Schule abholt, stehen ihre Mitschüler am Zaun und staunen Bauklötze. Onkel Jürgen trällert ihnen den Kornfeld-Bett-Song vor, schiebt seine Tochter ins Auto und weg isser. Ehrlich gesagt habe ich viel abgefahrenere Geschichten in dieser Reihe erwartet. Aber das zeigt vielleicht auch umso deutlicher, dass für die Kamera recht wenig gestellt wurde. Was aber auch bedeutet, dass selbst bekannte Schlagerheinis wie Jürgen Drews ein recht ödes Privatleben führen. Und furchtbar nette Familien erleben wir im Fernsehen ja sowieso genug.

RTZapper

Family Date – Wer darf mit unserer Tochter?

Montag, den 25. August 2003
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SO 24.08.2003, 19.00 Uhr, Sat.1

Der Wunschtraum aller Eltern: Sie dürfen sich aussuchen, wer der Zukünftige ihrer Tochter ist. Dürfen nicht nur ein Wörtchen mitreden, sondern können gleich ganz bestimmen. SAT.1 macht es jetzt jeden Sonntag beim „Family Date“ möglich. Untertitel: „Wer darf mit unserer Tochter?“ Dabei stellt sich die Frage „Was?“ Was dürfen sie mit ihrer Tochter? Plaudern? Spazieren? Fernsehen? Oder gar fummeln und… Nein, das sicher nicht. Drei Jungs buhlen um ein Mädel. Und müssen dabei einiges über sich ergehen lassen. Müssen nett zu ihren Eltern sein. Selbst wenn der Vater ein autoritäres Ekel ist, der die drei erst mal zum Extrem-Frühsport bittet. Oder wenn die jeweiligen Ex-Freundinnen plötzlich an der Kaffeetafel auftauchen, um ungefilterte Geschichtchen aus der gemeinsamen Vergangenheit zu erzählen. Ob sie nun der Wahrheit entsprechen oder nicht, ist dabei vollkommen nebensächlich. Ob die Jungs selber auch die Wahrheit erzählen, wird dann auch noch an einem Lügendetektor getestet. „Family Date“ ist momentan die merkwürdigste Kuppelshow. Im wahren Leben undurchführbar. Schade für unsere Eltern. Für uns ein Glück.

RTelenovela

Hier habe ich Schwimmen gelernt

Freitag, den 22. August 2003
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Schon der Geruch im Vorraum der Hennigsdorfer Schwimmhalle weckt Erinnerungen. Ich war in der 2. Klasse, als mich meine Mutter zu einem Schwimmkurs anmeldete. So fuhr sie mich, zusammen mit zwei Freunden, jeden Montagnachmittag nach Hennigsdorf. Und ich hatte die Hosen voll. Oder übergab mich schon auf der Fahrt nach Hennigsdorf in Velten am Straßenrand. Doch ich hab’s geschafft. Als in der 3.Klasse der Schulschwimm-unterricht stattfand, war ich jedenfalls nicht mehr in der Anfängergruppe. Heute fahre ich mit einem guten Gefühl nach Hennigsdorf. Der Sommer neigt sich dem Ende zu, draußen wird es merklich kühler, so dass die sich beiden letzten Badetests mit Schwimmhallen beschäftigen.
Aus dem oben genannten Grund werden sicherlich sehr viele jüngere Oberhaveler die Hennigsdorfer Schwimmhalle kennen. Seit damals hat sich glücklicherweise auch einiges getan. Die sanitären Anlagen sind auf dem neuesten Stand, da gibt es nichts zu meckern. Auch der Umkleideraum ist recht sauber, wer möchte, kann sich auch in einer Kabine die Kleider vom Leib reißen.
Als ich mit meinem Handtuch in der Hand in die Schwimmhalle komme, beginne ich zu suchen. Einen Platz, wo ich das Zeug ablegen kann. Ich werde nicht fündig. Ich lege es einfach an die Wand am Rand der Halle. Erst als ich im Wasser bin, entdecke ich, dass sich zwischen dem flachen und dem „richtigen“ Becken eine Art längere Bank befindet. Hier hätte ich alles ablegen können. Nächstes Mal dann.
Auch im Wasser ergibt sich eine Diskrepanz. Will ich einfach nur baden und plantschen oder will ich schwimmen? Bin ich wegen ersterem hier, werde ich meinen Spaß haben. Das Becken ist groß, das Wasser warm. Eine Rutsche gibt es auch. Will ich aber schwimmen, habe ich ein Problem. In Ruhe seine Bahnen zu ziehen fällt nämlich aus. Die Bahnen werden durch die Plantschenden immer wieder blockiert. Mit starrem Blick geradeaus paddeln sie quer durchs Becken, ohne auf eventuelle Schwimmer zu achten. Ein wenig mehr Rücksicht unter einander wäre nicht schlecht. So wird aus dem Test-Bader ein Test-Flucher. Aber ganz leise, nur für mich.
An den Beckenrändern der Längstseiten ist jeweils ein Gitter angebracht. Für die Schwimmer sind diese allerdings mehr als unpraktisch, weil man sich am Rand nicht mehr vernünftig festhalten kann. Das ist ein relativ hoher und umständlicher Kraftaufwand. Wer mit letzter Kraft am Beckenrand ankommt, wird dieses Gitter verfluchen.
Tja, als richtiger Schwimmer hat man es nicht ganz so einfach in Hennigsdorf – oder vielleicht war ich einfach nur zur falschen Zeit dort, am vergangenen Donnerstagnachmittag. Es wird sicherlich bessere Schwimmer-Zeiten geben…

aRTikel

Ein Ausflug in die Welt des deutschen Schlagers

Mittwoch, den 20. August 2003
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Stampede-Sänger Lars Winning über seinen Auftritt in einer Musikshow von Neun Live

MAZ Oranienburg, 20.8.2003

ORANIENBURG
Das Handy von Lars Winning klingelt. „Ey, sag mal, warst du grad bei Neun Live?“ Der Anrufer hat sich nicht getäuscht. Er hat Lars tatsächlich gerade im Fernsehen bewundern können. Kurz vor dem Anruf war der 23-jährige Oranienburger Gast in der Neun-Live-Vormittagsshow „Aber bitte mit Schlager“ und gab zwei Songs zum Besten.
Die Geschichte dazu beginnt ein paar Monate vorher in Friedrichsthal. Lars ist Sänger bei Stampede. Von der Rockband hat in Oranienburg und Umgebung sicher jeder schon mal was gehört. Während einer Bandprobe wurde darüber gesprochen, dass ein Gitarrenlehrer aus Oranienburg Brandenburger Künstler sucht, die für ihn vorgefertigte Songs einsingen.
Kurz danach trifft sich Lars Winning mit Michael Brand, der ihm erzählt, was er mit dieser CD vor hat. Deutsche Texte. „Ich habe noch nie deutsche Texte gesungen“, erzählt Lars, „nur Kinderlieder mit vier oder fünf Jahren.“ Bei Stampede singt er meist englischsprachige Songs von den Stones und Co. aus den 60ern und 70ern. Jetzt also eine Schlager-CD mit Popeinflüssen, wie Lars das Projekt selbst beschreibt. „Deutsch ist eigentlich nicht so mein Ding“, meint er. „Aber es war eine gute Erfahrung.“
„Die Arbeit im Studio war absolut spaßig.“ Auch wenn es doch etwas anderes ist, eine CD zu besingen, als live auf der Bühne zu stehen. „Man muss sehr sauber und akzentuierter singen.“ Der Titel heißt „Baby, geh nicht fort“. Später kommt noch der Song „Irgendwann“ dazu, in dem es passenderweise um ein Casting geht.
Gerade hat Lars Winning auch ein eben solches hinter sich. In Berlin stellte er sich einer Jury von „Deutschland sucht den Superstar“. Doch mit seinen zwei Oldies wollten sich die Juroren nicht anfreunden. Auch Dieter Bohlen hat Lars nicht getroffen. Gemeinsam mit einem Freund war Lars auch schon im SAT.1-Frühstücksfernsehen als „Morning Star“ zu sehen.
Den Kontakt zu Neun Live bekam Lars über Michael und Sabine Brand. Das Duo Fun trat dort bereits auf. „Eines Tages rief Sabine Brand bei mir an und nannte mir einen Termin.“ Am 1. August flog Lars Winning also nach München. „Bei Neun Live ist es richtig familiär und nett“, erzählt er. „Trotzdem war ich aufgeregt. Die Songs, die ich singen sollte, waren ja noch unbekannt.“ Die beiden Lieder hätte er eigentlich gern live gesungen. „Ich kenne ja nichts anderes.“ Doch beim Fernsehen gelten andere Gesetze: Vollplayback. „Ist nicht so schön, aber technisch wohl nicht anders realisierbar.“ Ein Aufnahmeleiter sprang immer hinter den Kameras umher, um Lars zu zeigen, wo er hinsingen sollte. „Ich wusste auch nicht so genau, wie ich mich bewegen sollte. Ich stand da, wie ein 40-jähriger gestandener Musiker.“ Im Großen und Ganzen war Lars aber mit seinem Auftritt recht zufrieden. Immerhin war ein Ausschnitt aus der Sendung am Montag danach auch in der Premiere-Sendung „Zapping“ zu sehen.
In Zukunft würde der ausgelernte Verlagskaufmann gern eine weitere Platte aufnehmen. Diesmal sollen es eher Coversongs sein, die er auch bei Stampede singt. „Ich glaube, ich kann Musik, die mich anspricht, die mir gefällt, ganz gut rüberbringen.“ Er macht sich zwar keine wirklich großen Hoffnungen, dennoch will er diese Platte dann einigen Agenturen schicken. „Falls sie es überhaupt hören sollten, können sie sich ein Bild machen.“
Vor kurzem hat Lars Winning die „Stones-Bibel“ geschenkt bekommen – und darin Parallelen entdeckt. „Mick Jagger hat auch mit einer kleinen Band angefangen.“ Und Stampede ist ja auch recht schnell ein großer Erfolg geworden. Und das ist vielleicht auch nur der Anfang?

RTelenovela

Frech wie Oskar

Mittwoch, den 20. August 2003
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Er ist nicht nur frech wie Oskar, er heißt auch noch so. Ein gutes Vierteljahr ist der Kater jetzt alt. Und es war nicht immer einfach. Da lagen die Nerven schon mal blank. Nicht umsonst hatte Oskar zeitweise ein strenges Wohnzimmerverbot. Die Couch leidet bereits unter den ersten Kratzern. Die Vase ist erstaunlicherweise heil geblieben. Bis jetzt. Toi, toi, toi.
Die Wohnung ist erkundet, inzwischen erledigt Oskar lieber draußen im Garten sein Geschäft. Und macht die Gegend unsicher, verlässt auch schon mal das Gehöft. Das muss man ihm lassen: Mutig ist der Kleine auf jeden Fall. Schließlich hat der Hund der Nachbarn durchaus Biss. Trotzdem wagt sich Oskar immer wieder dorthin. Wozu gibt es schließlich Bäume, auf die man sich retten kann, wenn es das Riesenvieh auf den kleinen Kater abgesehen hat. Wie lange das wohl noch gut geht?

RTZapper

Gottesdienst

Sonntag, den 17. August 2003
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SO 17.08.2003, 9.30 Uhr, ZDF

Irgendwie ist es beruhigend: Am Ballermann 6 auf Mallorca wird nicht nur gesoffen und gegrölt. Nein, es wird auch gebetet. Gott ist überall, auch auf Mallorca. Genau wie die Deutschen auch überall sind und gleich eine ganze Kirche eingenommen haben. Der sonntägliche Gottesdienst im ZDF wurde diesmal von der spanischen Urlaubsinsel übertragen. Ein Bild, das die deutschen Fernsehzuschauer eher selten von Mallorca zu sehen bekommen. Wobei wir auf einige dieser Bilder gerne verzichtet hätten. Es muss heiß gewesen sein in der Kirche. Anders sind die immer größer gewordenen Schweißflecken von dem Herrn in der ersten Reihe wohl nicht zu erklären. Am Ende war die Suche nach einer trockenen Stelle an seinem Hemd sehr mühsam. Die Regie hat das ebenfalls erkannt, und schnitt, wenn der Schwitzer zu sehen war, sofort hektisch weg. Um den Zuschauern nicht das Sonntagsfrühstück zu vermiesen. Aber da werden sich sowieso einige gewundert haben, weil sie von RTLII und Co. ganz andere Mallorca-Impressionen gewöhnt sind.