Monatsarchiv für April 2003

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Mit Begleitung aufs Örtchen

Mittwoch, den 30. April 2003
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Abiturzeit an den Gymnasien / Ruhe im Schulhaus / Anti-Schummel-Vorkehrungen

MAZ Oranienburg, 30.4.2003

OBERHAVEL
Die schlechte, aber auch nicht überraschende Nachricht zuerst: Auch in diesem Jahr ist die Chance, während der Abiturprüfung schummeln zu können, relativ klein. Dafür sorgen die Lehrer, die meist während der Klausuren auf den Schulfluren sitzen und streng Protokoll über jeden Toilettengänger führen. „Das ist auch vorgeschrieben“, kommentiert Gabriele Schönfeld, Schulsachbearbeiterin am Oranienburger Runge-Gymnasium.
Am Montag wurden an den Gymnasien in Oberhavel die ersten Abiturklausuren geschrieben. Dabei sollen die vier bis fünf Stunden Arbeitszeit den Schülern so „angenehm“ wie möglich gemacht werden. Am Runge- und am Louise-Henriette-Gymnasium sind jeweils große Teile der oberen Etagen gesperrt.
Am Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf sind zwei ganze Aufgänge gesperrt worden. Die 74 Abiturienten arbeiten in ruhigeren Außenflügeln, erklärt Schulleiter Gerd Meusling. Wer während der Klausur auf die Toilette muss, wird von einem Lehrer begleitet, aber natürlich nicht aufs Örtchen selbst. Ruhe herrscht auch im restlichen Schulhaus während der Prüfungen. Das Schulradio hat an diesen Tagen Sendepause. Heute werden in Hohen Neuendorf die Deutsch-Klausuren geschrieben, am Freitag folgt Biologie.
Ein kompletter Flur und zwei Treppenhäuser sind zurzeit auch am Veltener Hedwig-Bollhagen-Gymnasium gesperrt. Damit die 68 Prüflinge konzentiert arbeiten können, wurden die anderen Schüler belehrt, während der Prüfungen im Schulhaus mehr auf Ruhe zu achten, so Schulleiterin Claudia Heimen. Schummeln sei kaum möglich. Die Sitzplatzordnung in den Prüfungsräumen wurde bereits vorher festgelegt. Mäntel, Jacken, Federtaschen werden in einem anderen Klassenraum abgelegt. Auch die Toilettenzeiten sind am Bollhagen-Gymnasium genau geregelt. Zu den regulären Pausenzeiten brauchen die Klausurschreiber erst gar keinen Gedanken daran zu verschwenden, mal kurz zu verschwinden.
Wenn alle Prüfungen absolviert und bestanden wurden, „sind wir alle erst einmal sehr froh“, bemerkt Claudia Heimen. Dann wird auch gefeiert. Der Abiturball des Bollhagen-Gymnasiums findet am 28.Juni in der Veltener Ofenstadthalle statt. Das Louise-Henriette-Gymnasium feiert am 21.Juni in der Kremmener Stadtparkhalle, Runges eine Woche später am selben Ort. Die Absolventen des Curie-Gymnasiums schmeißen ihre Party am 27.Juni in der Hohen Neuendorfer Mehrzweckhalle. Aber bis dahin steht den Abiturienten noch einiges bevor.

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Die Show des Monats

Dienstag, den 29. April 2003
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SO 27.04.2003, 20.15 Uhr, SAT.1

Wenn euch schon die vielen Jahresrückblicke im Dezember nerven, wird es euch bestimmt freuen, dass SAT.1 jetzt auch monatlich eine Rückschau bietet. Selten hat es sich so offensichtlich gezeigt, dass die Fernsehbosse vollkommen ideenlos sind. Eines der Highlights des Monats war… Na? Ostern. Wer hätte das gedacht? Und zu Ostern war eine Art Jo-Jo der Spielzeughit. Ein Trend, der bisher an mir vorbeigegangen ist. Auch eine Ostalgiewelle soll angesichts des Erfolgs von „Good Bye, Lenin!“ über Deutschland schwappen. Der Film läuft zwar schon seit Februar, so genau nimmt das aber niemand. In der Live-Show durfte unter anderen Klaus Wowereit den Unterschied zwischen Nutella und Nudossi testen. Wowereit war übrigens gleichzeitig in Christiansens Live-Talkshow zu Gast. Die wirklichen Themen des Monats, Irak oder SARS, kamen am Rande vor. Wer bitte braucht schon eine solche „Show des Monats“?

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Blue Moon

Mittwoch, den 23. April 2003
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DI 22.04.2003, 22.00 Uhr, Fritz

Ist die heutige Jugend wirklich so verunsichert und massenorientiert, dass sie sich nicht einmal auf ihren eigenen Geschmack verlassen will? Am Dienstagabend gab es auf Fritz einen „Blue Moon“ der unsäglichsten Art. „Ich möchte im Sommer gern ein Strandtuch tragen. Ist das noch in?“ Im Fritz-Studio saß dazu eine total trendige Tante, die den Jugendlichen sagte, ob etwas in oder völlig out ist. „Kann ich die und die Hose so oder so tragen?“ – „Das kommt auf die Farbkombination an. Aber eigentlich ist das out.“ Hören die Kids heutzutage wirklich darauf, was ihnen eine Frau im Radio als Trend oder Nicht-Trend verkauft? Können sie nicht mehr selber entscheiden, was toll ist? Sehr traurig.

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Total verrückt – Die lustigsten Missgeschicke

Sonntag, den 20. April 2003
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SA 19.04.2003, RTL

Ein Mann sitzt in der Badewanne. Als er aussteigen will, durchzuckt ihn im Rücken ein stechender Schmerz: Hexenschuss. Er kann sich nicht mehr bewegen. Nicht ungefährlich, denn als Bewegungsunfähiger könnte er in seinem Badewasser sogar ertrinken. RTL findet das eher lustig als gefährlich. Jedenfalls war dieser Fall am Sonnabendnachmittag in der Reihe „Total verrückt“ mit dem Untertitel „Die lustigsten Missgeschicke“ zu sehen. Was genau da lustig war, ist mir jedenfalls nicht so ganz klar geworden. Früher wurde so etwas in „Nortuf“ gezeigt und da fand das der Herr Meiser ganz und gar nicht witzig. Aber so scheinen sich eben die Zeiten zu ändern. Also, wenn ihr euch mal etwas brechen solltet, achtet drauf, dass kein RTL-Team um die Ecke kommt, das euren Unfall total lustig finden könnte.

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Globe Trekker: Deutschland

Dienstag, den 15. April 2003
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MO 14.04.2003, 19.00 Uhr, Discovery Channel

Welches Bild von Deutschland wird Amerikanern vermittelt, wenn dort eine Reportage über uns gezeigt wird? In der Doku „Globe Trekker“ am Montagabend im Discovery Channel begab sich eine junge Amerikanerin nach Deutschland. In (Ost-)Berlin staunte sie über die alten DDR-Ampelmännchen, auf Sylt über die FKK-Strände. In der Sauna ging es nur für die US-Kameras verkrampft zu. Brustwarzen und das ganze Gedöns da unten dürfen in den USA nämlich nicht gezeigt werden. Nur Hintern sind erlaubt. Deutschland ist für die Amis: Trachten, Feiern und Drittes Reich. Im niedersächsischen Langeloh durfte sich der dortige Schützenverein vor die US-Kamera stellen, in Nürnberg ging es ausschließlich um die düstere Vergangenheit, in München natürlich um das Oktoberfest. Dort kostete die Deutschland-Besucherin erst einmal eine Bavarian National Wurst, eine Weißwurst. Und wunderte sich, dass sie nicht wie ein Hot Dog zu essen ist. Dann ein Eklat: Ein betrunkener Bayer fasste ihr, jetzt auf dem Oktoberfest als Bedienung unterwegs, an den Hintern. Worauf sie ihm eine Brezel an den Kopf donnerte. Das fand wiederrum die ordentliche deutsche Chef-Kellnerin gar nicht lustig! Was ist schon dabei? Das Gebäck muss bezahlt werden! Das Fazit der Amerikanerin: Die Deutschen sind nicht sehr kontaktfreudig, außer nach ein paar Bier. Alles ist sehr sauber, selbst in den billigsten Hotels gibt es saubere Klos. Na, wenn das nichts ist! Auf uns!

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Die Faszination des Theatersports

Mittwoch, den 9. April 2003
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Runge-Gymnasiasten überzeugten mit Improvisationen / Neuauflage am Freitag

MAZ Oranienburg, 9.4.2003

ORANIENBURG
Eine Theatervorstellung der ganz anderen Art war am Donnerstagabend in der Aula des Oranienburger Runge-Gymnasiums zu bestaunen.
Im Blickpunkt stand kein Stück mit festen Rollen und Texten, sondern ein sportlicher Wettkampf, genauer: Theatersport. Seit Anfang des Schuljahres beschäftigte sich der Kurs Darstellendes Spiel der 13.Klasse des Runge-Gymnasiums mit dieser Form der Improvisation.
Beim Theatersport treten je zwei Mannschaften gegen-
einander an. Sie spielen improvisierte Szenen. Dazu haben sie einige Vorgaben, wie das Genre, einen Ort oder Gegenstand, die dem jeweiligen Stück einen roten Faden geben. Das Publikum entscheidet am Ende, welche Gruppe die bessere Improvisation abgeliefert hat.
Jede Spielrunde sieht anders aus. So stellen sich je drei Spieler einer Mannschaft auf, um eine Geschichte zu erzählen. Durch die beiden Moderatoren wird ihnen im Laufe des Spiels allerdings verboten, bestimmte Wörter zu verwenden. Wer einen Fehler macht, ist raus. In anderen Szenen dürfen die Dialoge nur aus je drei Wörtern oder nur aus Fragen bestehen.
Unter der Leitung von Lehrerin Heidrun Baumgardt hat der Kurs alle Improvisationsspiele im Laufe der letzten Monate geprobt. Ist es für die Spieler vorteilhafter, keinen Text lernen zu müssen? Theatersport sei ein ganz anderes Gebiet und mit dem herkömmlichen Theater nicht zu vergleichen, meint Sascha Weicht, einer der Theatersportler. „Das kommt auf jeden selbst an. Für jemanden, der spontan ist, ist es sicherlich einfacher“, erzählt er. „Aber für jemanden, der sich lieber an einen Text klammert, der wird das alles als viel schwerer empfinden.“
Für das Publikum in der Aula brachte der Abend auf jeden Fall 90 Minuten gute, spannende, abwechslungsreiche und faszinierende Unterhaltung. Respekt! Und da jede der Theatersport-Veranstaltung anders ist, sollte für alle der Termin am kommenden Freitag um 17.30 Uhr in der Runge-Aula auch schon mal vorgemerkt sein: Da gibt’s die nächste Runde Theatersport.

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Hier kommt Bush

Montag, den 7. April 2003
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SO 06.04.2003, 20.15 Uhr, RTL II

Ein US-Präsident, der zeigt, wie lustig eine Hinrichtung sein kann? Und dazu lädt er auch seine Bier trinkenden Nachbarn ein? George W.Bush ist seit Sonntagabend bei RTLII in der Sitcom „Hier kommt Bush“ zu sehen. Nicht er selbst, sondern ein ihm verdammt ähnlich aussehender Schauspieler. Die Macher von „South Park“ haben sich das Ganze vor gut zwei Jahren ausgedacht. Leider entspricht diese Comedy nicht mehr der Zeit. Bush hat zwar einen an der Waffel, aber anders als in der Serie dargestellt. Schade, denn eigentlich ist eine Bush-Satire wirklich mal angebracht.