Monatsarchiv für März 2003

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Coke light Mann Wahl 2003

Sonntag, den 30. März 2003
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SA 29.03.2003, 20.15 Uhr, RTL II

Bei RTL II wurde am Sonnabend der „Coke light Mann“ des Jahres gewählt. Für den Typen, der den Frauen in Zukunft Cola light trinkend den Kopf verdrehen darf, ist wohl niemandem ein prickelnderer Name eingefallen. Für die Siegerermittlung war eine Jury, bestehend aus einer Schar unbekannter „C- und D-Promis“, zuständig. Erstaunlicherweise musste keiner Coke light trinken. Worüber sie auch glücklich sein können. Wer einmal Coke light getrunken hat, weiß, wovon ich rede. Die heutigen Männer sind übrigens keine harten Kerle mehr. Nein, alle bezeichnen sich als irgendwie total schüchtern und liebevoll. Damit kommt man(n) heutzutage bei den Frauen an. Um den Männern ja nicht zu gefallen, hat sich Moderatorin Ruth Moschner übrigens das schäußlichste Kleid ausgesucht, was sie im Schrank zu hängen hatte. Oder ist sie in Wirklichkeit so dicklich? Am Ende meinte sie jedenfalls: „Ich hoffe, Sie hatten genauso viel Spaß wie wir.“ Nein. Darauf eine Pepsi.

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Der Beginn des Irak-Krieges

Donnerstag, den 20. März 2003
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MI 19.03.2003 (Do.), ARD/RTL/Euronews

Mehr als drei Stunden mussten die Journalisten in der Nacht zum Donnerstag berichten, dass im Irak rein gar nichts passiert. Da es bald hell werden würde, würde wohl auch nichts mehr passieren. Die Enttäuschung stand Kloeppel und Co. ins Gesicht geschrieben. Bis 1.30Uhr las Heiner Bremer bei RTL tapfer die Anmoderationen vom Prompter ab – bis Peter Kloeppel plötzlich neben ihm stand und einfach übernahm. Heiner stand nur noch dumm rum, verschwand dann ganz. Er durfte sich noch nicht mal verabschieden. Verabschiedet hat sich die „Tagesschau“ gegen 3.35 Uhr von ihren Zuschauern mit der Meldung, in Bagdad gebe es Fliegeralarm. Dann wurden in der ARD „Die schönsten Bahnstrecken“ gezeigt. Drei Stunden über „nichts“ berichtet und wenn es dann doch losgeht, machen die von der „Tagesschau“ Schluss. Nur knapp fünf Minuten später war die Moderatorin schon wieder auf Sendung. Hoch interessant war der Einblick, den uns EuroNews verschaffte. Schon fünf Minuten vor Bushs Rede war er hier bereits zu sehen: wie er noch geschminkt wurde und Teile seiner Rede übte. Und locker-flockig in die Kamera grinste. Dabei war niemandem zum Grinsen zumute…

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Deutschlands Talente

Dienstag, den 18. März 2003
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MO 17.03.2003, 20.15 Uhr, ARD

Eben noch erfolglos in der Hauptsendezeit, jetzt schon vollkommen unbemerkt im Nachmittagsprogramm versteckt: „Deutschlands Talente“, die ARD-Ultra-Light-Möchtegern-Version von „Deutschland sucht den Superstar“ sahen am Montagnachmittag nur 680 000 Menschen. Und selbst die müssen vor Langeweile fast verschimmelt sein. Liebe ARD-Bosse, ein paar Leute auf eine Bühne zu stellen, die singen oder was Schönes auf eine Leinwand klecksen können, sind erst mal alles andere als interessant. Doch mehr passiert leider gar nicht in diesem neuerlichen Show-Gerümpel. Jemand, der etwas, was am Ende so ähnlich wie Michael Jackson aussieht, auf eine Leinwand schmiert, ist an sich nun mal nicht wirklich spannend. Und dass Moderatorin Eva Herman ihm am Ende als Belohnung ein Mega-Los (wow!) der ARD-Fernsehlotterie in die Hand drückt – gewinnt er dadurch auch nur einen Cent? Übrigens: Auf dem ursprünglichen Sendeplatz der „Talente“ lief Montag eine Volksmusik-Schunkel-Show. Und davon hat die ARD ja genug.

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Purer Sound ohne viele Worte

Freitag, den 14. März 2003
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Oasis begeisterten ihre Fans

MAZ, 14.3.2003

Cool. Lässig. Unnahbar. Das sind wohl die ersten Worte, die einem einfallen, wenn man Liam Gallagher an seinem Mikrofon stehen sieht: immer leicht zum Ständer gebäugt, das Mikro selber nie in die Hand nehmend. Wobei auch deutlich anzumerken sei: Gallagher spielt seine Coolness nicht, er ist einfach cool – und das steht ihm verdammt gut. Am Mittwochabend hatten Tausende Fans in der Berliner Arena die Gelegenheit, Oasis live zu erleben.
Die Vorband The Hiss hatte einen schweren Stand bei den wartenden Fans. Der Applaus nach einer guten halben Stunde Spielzeit war zwar freundlich, aber nicht wirklich überschwänglich. Die ersten „Oasis! Oasis!“-Rufe hallen durch die Arena.
Der Countdown wird eingeläutet. Für einen Moment wird es ganz dunkel und still in der großen Halle. Doch dann geht’s los. Noel und Liam Gallagher, Drummer Alan White, Gitarrist Gem Archer und Bassist Andy Bell betreten die Bühne.
Die Fans bekommen, was sie wollen. Oasis pur. Den vollen Sound, ohne viele Worte. Sowohl die „Klassiker“ wie „(What’s The Story) Morning Glory“, als auch die Hits vom 2002 erschienenen Album
„Heathen Chemistry“ mit einem der absoluten Highlights „Little By Little“.
Und da gibt es tatsächlich Gerüchte, die besagen, es gebe unter den Gallagher-Brüdern Streit, die Band wolle sich auflösen? In einer englischen Zeitung dementierte Noel Gallagher am Sonntag dies mal wieder. Er ginge nicht, „weil es der beste Auftritt der Welt ist, ich selbst zu sein und bei Oasis zu spielen“. Sie selbst sein, ja, darin sind sie echt überzeugend. „Ich singe die beiden besten Songs der Nacht: Don’t Look Back In Anger und Wonderwall“, meint er weiter.
Als in der Zugabe nach (nur) 75 Minuten endlich auch „Don’t Look back In Anger“ erklingt und aus Tausenden Kehlen in der Halle mitgesungen wird, könnte die Stimmung nicht besser sein.
Fehlt eigentlich nur noch „Wonderwall“. Und tatsächlich: Die Gitarre erklingt, der Gesang setzt ein und – das Licht in der Halle geht an. „Wonderwall“, einer der besten Songs der Nacht, gibt es nur vom Band. Als Rausschmeißer. Die Verwirrung und Enttäuschung unter den Fans ist groß. Sie hätten sich „Wonderwall“ lieber live gesungen gewünscht. Womit der eigentlich tolle Abend einen faden Beigeschmack bekommen hat.

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Is War The Answer?

Dienstag, den 11. März 2003
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MO 10.03.2003, 23.00 Uhr, MTV

Hohe Politik auf MTV. In einem New Yorker Studio war Tony Blair zu Gast und stellte sich den Fragen von Jugendlichen aus aller Welt. „Ist Krieg die Antwort?“ hieß die Sendung, die am vergangenen Montagabend ausgestrahlt wurde. So fragte eine junge Irakerin, ob denn ein Krieg tatsächlich die einzige Möglichkeit sei. „Wir wollen keine Bomben“, sagte sie. Die Krise scheint sehr an Blair genagt zu haben, er sieht schlecht aus. Überraschende Fragen bekam er allerdings auch nicht zu hören, denn die Frage-Abfolge scheint vorher festgestanden zu haben. Der Moderator jedenfalls kannte immer schon vorher die Namen der Jugendlichen. Auch aufkommende Diskussionen wurden leider immer sofort im Keim erstickt. Vielleicht waren die 45 Minuten einfach zu kurz? Den jugendlichen Zuschauern hätte ruhig mehr zugetraut werden können. Aber am interessantesten war eigentlich die Werbepause. Denn dort beantwortete MTV Deutschland die Fragestellung der Sendung nämlich gleich selbst. In einem Spot hieß es „War is not the Answer!“ Aber der Countdown läuft. Bis Donnerstag, 2Uhr.

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ZAPPER VOR ORT: Der Grüne Salon

Dienstag, den 11. März 2003
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MO 10.03.2003, Berlin, Grüner Salon

Was sind das nur für Leute, die in den vielen Polit-Talkshows immer im Publikum herumsitzen? Ich zum Beispiel. Beim „Grünen Salon“ von n-tv (montags, 21.15Uhr). Und es ist gar nicht mal schwer, an Karten heranzukommen. Für die kostenlosen (!) Tickets muss nur bei einer Hotline in Berlin angerufen werden.
Wer allerdings den Salon (im Gebäude der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz) betritt, wird feststellen, dass das Publikum erlesen ist. Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit stellte sich diesmal den Fragen der Moderatoren Andrea Fischer und Claus Strunz. Und wer ganz nah an Wowi dran sitzen wollte, musste schon was Besonderes sein. Oder sein Bodyguard. Mehrere von ihnen wurden hier und da zwischen die restlichen Zuschauer gesetzt.
Die Wahl der Oberbekleidung sollte gut durchdacht sein. Wer zum Beispiel einen strahlenden weißen Pullover an hat, wird in dem Moment nicht mehr strahlen, in dem er in irgendeine Ecke gesetzt wird, wo er die Kamera-Einstellung nicht stört. Einen Publikumseinpeitscher („Warm-Upper“) wird im Grünen Salon nicht benötigt. Für Stimmung sorgen da eher die Cocktails und die Biere, die vor der Sendung (gegen Bares) serviert werden. Richtig anstrengend wird es für die Zuschauer nur, wenn direkt vor ihnen minutenlang jemand mit einer Kamera direkt auf sie hält. Dann heißt es: anständig gucken, hier und da wissend nicken, nicht kratzen, nicht quatschen. Und wenn der Kameraheini weg ist, auch wieder normal atmen.
Damit die Fernsehmenschen nicht so glänzen, werden sie tüchtig eingepudert. Die Schminke von Andrea Fischer fing schon fast an zu bröckeln, so dick aufgetragen wurde das Zeug. Im Fernsehen sah das dann aber tatsächlich relativ normal aus. Wie überhaupt die Show im Fernsehen wesentlich unspannder war, als live vor Ort.

aRTikel

Kompliment für überzeugenden Zombie

Dienstag, den 11. März 2003
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Frühlingskonzert am Louise-Henriette-Gymnasium war restlos ausverkauft

MAZ Oranienburg, 11.3.2003

ORANIENBURG
Mehr ging wirklich nicht: Zehn Minuten, bevor am Freitagabend in der Sporthalle des Louise-Henriette-Gymnasiums (LHG) das alljährliche Frühlingskonzert stattfinden sollte, waren alle Karten restlos ausverkauft. Viele noch Anstehende konnten nicht mehr hineingelassen werden. Mehr als 800 Zuschauer verfolgten das Konzert, das gleichzeitig den Abschluss des „Tages der offenen Tür“ darstellte.
Nach dem kontrovers diskutierten Weihnachtskonzert sollte nun alles besser werden, das Niveau der Darbietungen höher sein. Im Großen und Ganzen ist dies den Organisatoren und Akteuren des Abends auch gelungen.
Mit dem Song „Zombie“ der Cranberries überzeugte die Band mit Jessica Lange, Thomas Braune, Patrick Sepke, Sören Günther und Clemens Litschko. Ein Kompliment ist auch Max Otterstein, Martin Pitzing, Martin Genz und Sänger Philipp Rüdiger für die Darbietung des gleichnamigen Hits der Sportfreunde Stiller auszusprechen. Begeisterung löste auch Bryan Adams’ Song über den „Summer of ’69“ aus – auf der LHG-Bühne besungen und gespielt von Thomas Braune, Tobias Reichel, Christian Scholz, Patrick Sepke und Spanisch- und Geschichte-Lehrerin Kristina Zecha.
Die Pause konnten die Zuschauer für einen kleinen Imbiss nutzen. Die Einnahmen aus den angebotenen Speisen und Getränken gingen an die diesjährigen Abiturienten, die das Büfett auch organisierten.
Auch mehrere Chöre waren beim Frühlingskonzert vertreten. Der Schulchor wurde bei „Singing all Together“ von Florian Büttner am Klavier begleitet. Ein Stück aus dem Musical „Fame“ gab der Chor, der sich während der Projekttage zusammenfand, zum besten.
Ein wenig auseinander gingen dagegen die Meinungen zum „Rausschmeißer“: Über „We have a Dream“, bekannt von den RTL-„Superstars“, wurde im Anschluss an das Konzert heftig diskutiert.
Aber mal abgesehen davon gab es an diesem Abend einige echte Perlen zu hören. Fazit: Es geht aufwärts.