Tagesarchiv für 19. Februar 2003

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Vize-Superfriseuse

Mittwoch, den 19. Februar 2003
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Jennifer Strese ist bei Raab nur Zweite

MAZ Oranienburg, 19.2.2003

KÖLN/HENNIGSDORF
„Ist doch ein Scherz, oder?“ Nein, das war es nicht. Vor einigen tausend Zuschauern fand am Sonntag auf dem Bökelberg in Mönchengladbach das Fußball-Event des Jahres statt. Zwei Mannschaften, bestehend aus je einer Friseuse, traten an: Jennifer („Gogo Lopez Bang Bang“) Strese aus Hennigsdorf gegen „Erlangen Sound-Machine“ Kerstin. Beide sind Anwärterinnen im Wettbewerb „Deutschland sucht die Superfriseuse“ in der ProSieben-Show „TV total“.
Zum Anstoß müssen beide aus ihren Toren zur Mittellinie rennen, an der sie sich nach einem Zusammenstoß auch erst einmal hinpacken. Was in der Slomotion köstlicherweise noch sechsmal gezeigt wird. Nach acht Spielminuten mit vielen Remplern, Schubsern und einem Elfmeterschießen mit Show-Praktikant Elton im Tor endet die Partie 1:1.
Doch nach dem Topfschlagen am Montagabend in der Show liegt Jennifer eine Kochlöffel-Länge zurück. Beim alles entscheidenden Gladiatorenkampf auf zwei Hockern musste sich Jennifer erneut ihrer Konkurrentin geschlagen geben.
Es hat nicht sollen sein. Umsonst all die körperlichen und geistigen Strapazen auf sich genommen: Jennifer Strese darf nicht noch einmal nach Köln, zu Stefan Raab in die Show, um Claus von der Studioband die Haare zu schneiden. Kerstin gewinnt, die Show ist aus – und tschüss!

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Arbeiten bis zur letzten Minute

Mittwoch, den 19. Februar 2003
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Wechsel an der Spitze des Henriette-Gymnasiums: Wolfgang Nitsch geht in den Vorruhestand

MAZ Oranienburg, 19.2.2003

Neue Zeiten am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium. Ende Februar geht Schulleiter Wolfgang Nitsch in den Vorruhestand, womit erstmals jemand anderes als er an der Spitze der Schule steht. Über den Abschied, seine fast neunjährige Amtszeit und das Leben danach sprach er im Interview mit Florian Büttner und Robert Tiesler.

Wie werden Sie Ihren letzten Arbeitstag am 28. Februar bestreiten?

Nitsch: Ich werde arbeiten. Ich werde wirklich arbeiten bis zur letzten Minute. An dem Tag habe ich normalerweise keinen Unterricht, aber wenn Kollegen fehlen, werde ich einspringen.

Ist eine Abschiedsfeier geplant?

Nitsch: Die wird es geben. Ich wollte am Nachmittag eine kleine Feier geben, aber die Schüler meinten, man müsse das abends machen, weil dann auch viele Ehemalige Zeit hätten. Wir machen das nun auch in der Aula. Ich bin sehr gespannt.

Ist es ein Abschied für immer?

Nitsch: Auf jeden Fall. Es wird mein letzter Tag als Lehrer sein. Ich gehe in den Vorruhestand.

Hat die Schulpolitik Ihre Arbeit an der Schule behindert?

Nitsch: Es hätte bei uns immer ein Schulparadies sein können. Ich erlebe im Land Brandenburg nicht mehr viel, was mich glücklich macht. Der Hauptgrund meines Gehens ist dann tatsächlich auch die Resignation angesichts dessen, was ich als Schulleiter in Bildungsfragen erlebt habe. Am Schuljahresanfang ohne alle benötigten Lehrer dazustehen, ist schlimm. Das hat einen enormen Einsatz von den anderen Lehrern gefordert. Es ist ja nicht so, dass Berlin die Lehrer bei uns in Brandenburg abwirbt, um sie dort einzustellen. Das Land hat die Lehrer einfach nicht gehalten.

Freuen Sie sich auf Ihre Freizeit?

Nitsch: Ja, aber ich denke mit Wehmut daran. Es wurde mir zu Weihnachten das erste Mal klar, was es bedeutet. Ich werde nie wieder Weihnachtsferien haben. Das Gefühl, einfach Ferien zu haben, wird nie wieder da sein.

Was haben Sie für Hobbys?

Nitsch: Ich bin ein Freund der Literatur. Ich lese viel. Auch bin ich ein großer Spielfilmfan, besonders von filmischen Adaptionen literarischer Werke. Außerdem bin ich ein Hobby-Historiker. In diesem Rahmen sammle ich auch alles Mögliche. Mein Kellerbereich ist voll mit Gesammeltem. Meine Sorge ist – ich habe ja ständig Stress gehabt, musste Dinge ad hoc lösen. Ich mache mir Sorgen, wie mein Körper reagiert, wenn ich keinen Stress mehr habe. Ich habe schon manchmal gemerkt: Du hast Ferien und kannst jetzt krank werden. Ich war während der Dienstzeit nie krank – weil ich der Meinung war, es geht nicht.

Sind Sie seit Anfang an Leiter des LHG?

Nitsch: Ja, seit 1994. Ich war 37 Jahre lang Lehrer. Ich war auch lieber Lehrer als Schulleiter. Ich bin auch nur zufällig Schulleiter geworden, denn ich hatte mich eigentlich nur als Lehrer am LHG beworben. Ich habe damals gehört, dass dieses Schulgebäude wieder ausgebaut werden soll. Dann wurde mir gesagt, ich möge mich als Schulleiter bewerben. Ich war drei Jahre nur amtierender Schulleiter. Das war unerträglich. Wenn man nur amtiert, dann kann man keine Weichen stellen. Das war sehr schwer für mich.

Wie würden Sie einem Fremden die Vorzüge des LHG näher bringen?

Nitsch: Es ist ein sehr schönes Gebäude-Ensemble, seitdem es fertig ist. Richtig schön auch mit dem Rosengarten und sogar mit dem einst bekämpften Kriegerdenkmal. Es wird mir oft bestätigt, dass die Schule schön ist. Die Flure sind hell und breit. Manche sagen, es sei ziemlich klinisch, aber das ist Quatsch. Wenn mir jemand aus Paris sagt, ich möchte mein Kind an Ihre Schule schicken, dann macht mich das stolz. Da hat jemand im Internet unsere Schule entdeckt. Meine Vorstellung war: In einer großen Schule muss es immer einen Ansprechpartner für die Schüler geben. Wir haben ein offenes Sekretariat.

Haben sich die Schüler in den neun Jahren verändert?

Nitsch: Ja. Schule ist immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Ein Schüler ist so gut erzogen, so strebsam und fleißig, wie es die Bedingungen der Gesellschaft zulassen. Wenn sie die Schüler zwischen allem wählen lässt, muss ich mich nicht wundern, dass die Schüler das ausnutzen. Sie können vieles abwählen, was schwierig ist. Nach der Schulzeit können sie sich auch nicht aussuchen, was ihnen Spaß macht. Man muss auch mal einem Zwang unterliegen und sich nicht herausmogeln können. Die Schüler sind nicht schlechter geworden, aber anders. Mir tut es weh, wenn ich sehe, dass Schüler der Sekundarstufe II einen Job haben. Da stimmt etwas mit unseren Anforderungen nicht. Und wenn Schüler das finanziell nötig haben, dann stimmt etwas in der Gesellschaft nicht.

Wie geht es jetzt im LHG weiter?

Nitsch: Ab 1.März amtiert Doris Elert, meine bisherige Stellvertreterin. Der Prozess der Stellenausschreibung wird aber sehr zügig gehandhabt. Ich bin darüber sehr beruhigt.

Gäbe es einen Wunsch-Nachfolger?

Nitsch: Am liebsten hätte ich jemanden, den ich so gut kenne, dass ich weiß, dass er die Schule mag. Ich möchte es eigentlich schon sehen, dass es jemand aus dem Kollegium ist.

Wird man Sie auch nach dem 28. Februar auf dem LHG noch sehen?

Nitsch: Wenn ich eingeladen werde, werde ich sehr gern kommen. Ich bleibe Mitglied des Fördervereins. Ich werde das Wohl und Wehe der Schule weiterverfolgen. Das Ganze ging ja nicht spurlos an mir vorbei.

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