Monatsarchiv für Januar 2003

RTZapper

Kommt der Krieg?

Mittwoch, den 29. Januar 2003
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DI 28.01.2003, 2.45 Uhr (Mi.), ARD

So eine Rede, wie sie George „Dabbeljuh“ Bush vergangenen Mittwochmorgen gehalten hat, ist für die Abgeordneten sicherlich ganz schön anstrengend. Onkel Schorsch sagt was ganz Tolles, worauf die Abgeordneten wie von der Tarantel gestochen aufspringen und wie blöd applaudieren. Nur einer konnte nicht klatschen und jubeln – er zog sich gerade seine Hose hoch. Na, nächstes Mal dann. Das Ganze alle 15 Sekunden. Im Bundestag oder auch in unserem Kreistag habe ich das noch nie gesehen. Und selbst wenn unsere Kreistagsabgeordneten den Herrn Schröter dermaßen huldigen würden – Oberhavel TV dürfte es nicht filmen. Nachts zwischen 3 und 4Uhr so eine Rede zu verfolgen, erfordert viel Konzentration. Noch dazu, wenn der Übersetzer bei der ARD redet, als kommentiere er einen Gottesdienst (was ja irgendwie dann doch passend war). Leicht flüsternd und säuselnd übertug er uns Bushs Rede ins Deutsche. Vielleicht war das ja so geplant? Die Rede von Onkel Schorsch war bis auf jede Geste, jedes Augenzucken, jedes Lächeln minutiös geplant. So säuselte er vor sich hin. Kein Wunder, dass ich zusammenzuckte, als er plötzlich polterte: „An die Vernunft von Saddam Hussein zu glauben, ist keine Strategie!!!“ (Alles auf! Applaus!) Da war ich wieder wach. Um kurz vor vier. Und wach sollten wir angesichts der Brisanz seines Gesäusels wohl alle sein. Denn das hatte es in sich: George „Dabbeljuh“ will den Irak-Krieg.

RTZapper

Die Grips-Show

Montag, den 27. Januar 2003
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SO 26.01.2003, 20.15 Uhr, RTL

Mit einer handfesten Route soll ja alles viel besser gehen. Zumindest in Sachen Merkfähigkeit. Bei Günther Jauchs „Grips Show“ am Sonntagabend wanderten jedenfalls diverse Menschen im Kopf irgendwelche ausgedachten Routen ab, um sich 30 Begriffe oder sonstwas zu merken. Nun gut, die Frage „Wozu?“ will ich erst gar nicht stellen. Aber mal im Ernst: Ich selbst habe schon Schwierigkeiten, mir neue Gesichter einzuprägen. Jetzt auch noch Routen und passende Gegenstände dazu? Um 30 Geburtsdaten im Kopf zu behalten, hat sich zum Beispiel ein 14-Jähriger zu den Zahlen 1 bis 100 je einen Begriff ausgedacht. Was an sich schon ’ne Leitung ist. Diese aber auch noch auf einer imaginären Route durchs Haus irgendwo abstellen? Und sich dann auch noch merken können, was das dann alles zu bedeuten hat? Und sich vor allem nicht zu verlaufen! Das ist mir definitiv zu anstregend. Und überhaupt: Ich gehe keine Routen ab und habe bei den Tests trotzdem mit „gut“ abgeschnitten.

aRTikel

Es ist endlich mal was los!

Mittwoch, den 22. Januar 2003
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Fast 600 Leute besuchten die dritte Auflage der Funkturm-Party in Zehlendorf

MAZ Oranienburg, 22.1.2003

ZEHLENDORF
Es ist genau 2.15Uhr, als in der Nacht zum Sonntag im Zehlendorfer Funkamtsaal eine Sirene losheult: Konfetti-Alarm. Vom ursprünglichen Motto der 70er- und 80er-Jahre-Musik ist der DJ inzwischen abgewichen, stattdessen wird die Tanzfläche in der Saalmitte mit Gigi D’Agostinos „L’amour toujours“ beschallt. Als danach ein Hit der Ärzte erklingt, singt der ganze Saal mit.
Es ist bereits das dritte Mal, dass unter den Zehlendorfer Funktürmen eine solche Party stattfindet. „Es ist gut, dass hier endlich mal was los ist“, freut sich Serafine (15) aus Zehlendorf. „Alle Leute sind hier, die ganzen Dörfer treffen sich!“ Sogar ihre Mutter ist auf der Party mit dabei. Die gute Atmosphäre lobt die 19-jährige Sandra aus Hammer. Sie ist bereits das zweite Mal dort. „Das müsste jede Woche hier sein“, ist auch Jens (18) aus Schmachtenhagen begeistert. Ralf (18) aus Wensickendorf ist sonst eher in Berlin oder im „Kontrast“ in Hoppegarten. Umso mehr freut er sich über die Zehlendorfer Aktivitäten. „Das ist richtig geil organisiert“, schwärmt er.
Die Organisation der Party ist eine Co-Produktion der Band No Age und einem Viergespann, das aus Markus Kriebel, Daniel Jost, Marcel Schatton und Mirko Feske besteht. Alle vier sind 21 Jahre alt. Mit der Party wollten sie eine Lücke im Kreis schließen. No Age sponsert einen großen Teil der Technik. Der Saal dient auch als Probenraum für No Age.
Ein Konzept, das aufgegangen ist: Fast 600 Besucher zählte die Konfettiparty vom Sonnabend. „Sie kommen aus Birkenwerder, Oranienburg, Zehdenick und sogar aus Berlin“, erzählt Türsteher Detlef Schatton. Ein Grund für den Erfolg sind auch die relativ niedrigen Preise. „Die sind okay“, bestätigt auch Jens aus Schmachtenhagen. „So verkaufen wir auch mehr“, erklärt auch Susanne (21) aus Leegebruch, im Saal als Kellnerin unterwegs.
Da das Gelände recht außerhalb des Dorfes liege, gab es in Zehlendorf bisher auch keine Probleme.
„Die Party soll in Zukunft einmal im Monat stattfinden“, sagt Markus Kriebel, einer der Organisatoren. Am 8.März, dem Frauentag, gibt es im Funkamtsaal eine Men-Strip-Show und Go Gos. Für den Sommer planen die Veranstalter ein Open-Air-Event am Rahmer See.

RTZapper

Deutschland sucht den Superstar

Sonntag, den 19. Januar 2003
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SA 18.01.2003, 21.15 Uhr, RTL

Was bei DSDS auffällt: Die Sänger werden vor der Kamera gecastet, bei den Moderatoren scheint das niemand getan zu haben. Während Carsten Sprengemann einen Großteil der Ansagen übernimmt, steht Michelle Hunziger nur lächelnd rum oder guckt wichtig, je nachdem. DSDS ist Werbung pur: So holt Kameramann Detlef zufällig sein Handy aus der Tasche und darf seinen Klingelton vorführen: „We Have A Dream“, der DSDS-Song. Und weil er erst 600000-mal verkauft wurde, wird er eben noch mal gesungen. Natürlich werden nur hier Bilder aus der Wohnung gezeigt, in der die Möchtegern-Stars hausen. Ach ja, und morgen in der „Bild am Sonntag“ lesen wir mehr. Die Medienmaschinerie läuft auf Hochtouren. Was erfahren wir noch? Sängerin Gracias Lieblingsplatz im Haus „ist wirklich der Kamin“. Darin oder davor? Daniel quäkt Nenas „99 Luftballons“ durchs Mikro und alle finden es toll. Dabei ist seine angebliche Natürlichkeit auch nur eine Masche. Meine Prognose: Er wird gewinnen oder Zweiter – trotz nicht vorhandenen Gesangstalents. Aber darum geht’s gar nicht. Fakt ist jedoch: Die Show fasziniert und wird in den nächsten Wochen ein Thema bleiben. Die Zuschauer bleiben dran. Sonnabend waren zehn Millionen dabei.

aRTikel

Kneipen-Test: Eigentlich ein Tempel

Mittwoch, den 15. Januar 2003
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Kneipen-Test (21): Die Himmelspagode in Hohen Neuendorf

MAZ Oranienburg, 15.1.2003

RT/FLORIAN BÜTTNER

HOHEN NEUENDORF
Die „Himmelspagode“ ist nicht irgendein Schuppen, in den man mal einfach so hineinspazieren kann, um sich einen kleinen Imbiss zu genehmigen. Nein, die Sache muss vorher gut überlegt sein. Ohne eine Tischbestellung geht bei der kulinarischen Attraktion Hohen Neuendorfs gar nichts.
„Wissen Sie eigentlich, dass das hier eigentlich gar keine Pagode ist, sondern ein Tempel?“ Unser Restaurant-Test (Kneipe klingt dann doch zu billig) beginnt mit einem handfesten Konflikt. Bevor uns die Begrüßungsfrau begrüßen konnte, musste sie erst mit der älteren Frau vor uns ein (Peking-)Hühnchen rupfen. Die war sich ihrer Das-ist-keine-Pagode-These aber sehr sicher. Doch, mal ganz unter uns: Was sollen die armen Geschäftsleute denn jetzt tun? Das Ding umbenennen? Oder abreißen? Dabei ist diese Diskussion überflüssig: Eine Pagode ist nämlich eine Art Tempel.
An unserem Tisch ließen wir den Blick durch die Halle schweifen. Man schweift lange. Angesichts der vielen Lampen, Tische, der Menschenmassen. Alle 30 Sekunden unterbrochen von der Frage „Haben Sie schon gewählt?“ Exakt 525 Sekunden später hatten wir dann gewählt. Nur leider hat uns da gerade keiner der Kellner gefragt.
Und so sah unser Menü aus: Sauer-Scharf-Suppe (Aktionsangebot: eine zum Preis von zweien), „Ente im Fluss“ und „Langlebiges Schwein“. Die revolutionäre Sauer-Scharf-Suppe überraschte uns mit einer knusprigen Crouton-Einlage. Das langlebige Schwein hat selbiges glücklicherweise auf unserem Teller abgegeben. Die Soße sah dagegen (wieder) recht lebendig aus. Gerade vom Löffel auf den Teller gegossen, verzog sie sich schüchtern hinter die zähen Schweinehäppchen. Und erstarrte zu Gelee. An der Ente überraschte uns dementsprechend gar nichts mehr weiter. Dem Essen ist im Allgemeinen anzusehen, dass es fließbandartig zubereitet wird.
Übrigens: Während unseres gut 90-minütigen Aufenthalts stellte sich uns fast das gesamte Personal der Pagode vor. Neun verschiedene Kellner brachten uns Speisen, Getränke und erkundigten sich nach unserem Wohlergehen. Jeder von ihnen mit einem Namensschild versehen.
Sicher, die Pagode an sich ist eine große Attraktion, womit wahrscheinlich auch viele Berlin-Touristen angelockt werden sollen. Doch wer diese Attraktion einmal besucht hat, ist eher ernüchtert. Jedes „normale“ China-Restaurant kann es mit der Pagode aufnehmen. Besonders in Sachen Ruhe und Gemütlichkeit. Und der Geldbeutel sieht das sicherlich genauso.

RTelenovela

Das Dosenpfand nervt!

Dienstag, den 14. Januar 2003
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Das neue Pfandsystem für Einwegflaschen und Büchsen nervt! Und es ist ja auch nicht wirklich ein System. Wenn ich eine Büchse Cola am Imbissstand kaufe, muss ich auch genau diese wieder genau dorthin bringen. Und nirgendwo anders hin.
Obwohl das nicht mal der springende Punkt ist. Die wirkliche Frage ist, wozu gibt es überhaupt Dosen? Warum werden nicht einfach überall nur Pfandflaschen angeboten? Die könnten überall abgegeben werden. Alles wäre einfacher.
Als einige Supermarkt-Ketten ankündigten, nur noch ausschließlich Getränke in Mehrwegverpackungen anzubieten, ging ein Aufschrei durch die Boulevard-Presse. Dabei kann eigentlich nur das der richtige Schritt sein.

RTZapper

Sonntagsausflug

Montag, den 13. Januar 2003
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SO 12.01.2003, 20.15 Uhr, hessen fernsehen

Da kommt ein wenig Neid auf: Eine Kur in der kalten Jahreszeit: Wer hat da nicht mal Lust drauf? Moderator Jörg Brökel ließ sich am Sonntagabend im hessen fernsehen so richtig verwöhnen. Natürlich ist so ein Kürchen in Bad Wildungen (wo immer das auch ist) garantiert nicht billig. Aber: Wer schön sein will, muss blechen. So ist beispielsweise eine Fango-Packung für den Körper sehr wohltuend. In heiße Wickel eingepackt, wird alles ausgeschwitzt, was sich so angesammelt hat. Oder eine Behandlung mit feuchten Tüchern gegen Falten. Auch für junge Leute geeignet, meinte die nette Kosmetikerin. Natürlich, die haben die Knete ja auch in der Tasche! So bleibt dieser Wellness-Trip wohl bloß ein Wunschtraum. Angebote sind aber natürlich jederzeit willkommen.