Tagesarchiv für 22. Dezember 2002

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Das Verkehrsmagazin

Sonntag, den 22. Dezember 2002
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SA 21.12.2002, ORB

Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Vor 27 Jahren wurde in der DDR das Kurzzeitparken mit Parkuhr eingeführt. Was für ein Jubiläum! 1975 berichtete das DDR-Fernsehen darüber in seinem „Verkehrsmagazin“, das jetzt im ORB aus Anlass des 50.Geburtstags des Fernsehens noch mal gezeigt wurde. Das waren noch Zeiten: Ein Bürger musste sein Auto elf Wochen stilllegen lassen, weil es kein Ersatzteil gab. Nun lässt er anfragen, ob er für den Zeitraum die Steuern wiederbekommt. Heute wird es eine solche Zuschauerfrage wohl nicht mehr geben. Außerdem wurde in dieser Schwarzweiß-Sendung der neue Moskwitsch 412 vorgestellt. Was für eine Karr… ähm… Was für ein tolles Auto: „Die Federn geben elastisch in jeder Richtung nach, selbst auf extremen Geländestrecken kaum harte Stöße.“ Fast wie beim Off-Road sind die Tester mit dem armen „Mossi“ über den Acker gedonnert. „Selbst der robuste Trabant tut sich da schwer“, hieß es da. Und: „Wir hoffen, den Bedarf decken zu können.“ War in der DDR bestimmt ein tolles Weihnachtsgeschenk für den Genossen Papa. Heute würde er wohl dagegen nur das Gesicht verziehen. In diesem Sinne: Frohes Fest!

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Elternsprechstunde

Sonntag, den 22. Dezember 2002
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SA 21.12.2002, ORB

Wieder gilt es, ein wichtiges Jubiläum zu feiern: 17 Jahre elektronischer Schulrechner! 1985 hielt in der DDR der „SR1“ Einzug in die 7.Klassen. Davor mussten die Thälmannpioniere und FDJ-ler mit dem Rechenschieber hantieren. Im Rahmen des 50.Geburtstages des Fernsehens zeigte der ORB noch einmal eine Ausgabe der „Elternsprechstunde“, des „pädagogischen Magazins“ des DDR-Fernsehens. Aus Anlass der „SR1“-Einführung wurde eine Umfrage an der Ernst-Thälmann-Oberschule in Meißen gemacht. Und siehe da: Das Ding macht überhaupt keine Probleme! Aber: Bitte vorsichtig behandeln. Und nicht dran rumspielen (diesen Satz kannten wir bisher aus einem anderen Zusammenhang). Für läppische 123 Mark sei das Teil zu haben. So lange der Vorrat reicht. In einem anderen Beitrag wurden Jugendliche gefragt, wie sie über alte Leute denken. Und da war in der DDR ja nun wirklich alles tutti-paletti. Die Jugend brachte sich für die Alten quasi um: Taschen tragen, Kohlen holen – Timur-Hilfe. Wer übrigens Doris Weikow, die Moderatorin der Sendung, sieht, könnte meinen, dass die Zeit in der DDR anders lief. Die Studiokulisse hatte eine besonders frische hell- und dunkelbraune Farbe. Lebensfreude pur. Auch Doris hat sich voll in Schale geschmissen: ein rot-blau-weiß-längstgestreiftes Kleid. Dazu einen roten Gürtel. Eine sozialistische Mode-Entgleisung. Wie gut, dass wir auch West-Fernsehen hatten.

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