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Die große Hypnose-Show

„Ich würde das Ganze nie als Hypnoseshow bezeichnen“, stellt Matthias Schubert kurz vor Beginn seiner…, na gut, Vorführung im Oranienburger Schlosshof klar. „Es handelt sich einfach nur um Hypnose.“ Schubert ist Heilpraktiker aus Berlin. Die Show, die keine war, verzögerte sich ein wenig, die wartenden Zuschauer wurden mit Mystery-Musik a la Enya eingelullt. „Hypnose ist nichts, was grenzt an Scharlarlanerie“, rief der Hypnotiseur am Anfang der… (und es war doch eine!) Show ins Mikrophon. „Die Hypnose ist ein Naturheilverfahren. Selbst die Schulmedizin verschließt sich dem Verfahren auch nicht mehr.“ Damit wir Bescheid wissen!
Zehn Freiwillige durften nun auf die Bühne, um die Trance am eigenen Leib zu spüren. Die mussten allerdings kerngesund sein, durften kein Asthma haben, nicht herzkrank sein und sich nicht in psychiatrischer Behandlung befinden. Und natürlich bereit sein für das Unfassbare. Das war nicht jeder von den Zehn.
„Deine Augenlider werden schwer, dein Atmen ist ganz ruhig und gleichmäßig. Mit jedem Ausatmen fällst du immer tiefer und tiefer“, flüsterte Schubert. Doch nicht alle schliefen gleich ein. Für sie war die Show an dieser Stelle bereits zu Ende.
Der 16-jährige Patrick aus Oranienburg stellte sich der Hypnose. „Es hat sich angefühlt, als ob ich kurz vor dem Einschlafen war“, erzählt er nach der Show.
Nach und nach werden die Übriggebliebenen in Trance versetzt. Sie liegen kreuz und quer auf der Bühne und werden nacheinander wieder geweckt, um von Schubert „getestet“ zu werden. Monique, Schülerin aus Oranienburg, hatte plötzlich keine Erinnerung an die Zahl Drei mehr, denn sieben minus vier sind: „Drei!“ Hoppla! Das mit dem Nicht-Erinnern hat da wohl nicht so ganz geklappt. Aber das kann eben immer passieren. Zwischendurch erklärte Matthias Schubert, dass man während der Hypnose den Bewegungsapparat teste, die Augen betrachte und so weiter.
Wenn die Hypnose dafür da sei, dies zu testen, warum macht man dann eine ganze Show draus? Diese Frage wurde nicht beantwortet.
Ines raucht „so zehn Zigaretten am Tag“. Schubert will ihr bewusst machen, dass die Zigarette giftig, der Qualm einfach nur eklig ist. Ines interessiert das herzlich wenig und zieht trotzdem am Glimmstängel. „Sie muss erst die Ursache erkennen, warum sie raucht“, so Schubert daraufhin. Ach so. Klar. Ja, natürlich. Patrick hingegen stinkt die Zigarette ganz schön. Bei ihm hat es geklappt, er hat es verstanden.
Schubert reicht Patrick ein Glas, darin befindet sich eine Giraffe, nur für ihn sichtbar. Sie wird immer größer und schwerer. Er streichelt sie. Winkt ihr nach. Gelächter im Publikum. Das Ganze wird in der Psychotherapie angwandt, „da sieht man, wie es ihm geht, lässt ihn durch Räume gehen“, erklärt der Hypnotiseur. Unklar ist, was die Giraffe damit zu tun hatte.
Überhaupt muss man feststellen, dass Matthias Schubert zwar meinte, dies sei keine Show, die Hypnose habe einen guten Sinn. Mit seiner Vorführung am Freitag bewies er jedoch, dass es sich eben doch um eine Show handelt.
„Als ich da gelegen habe, konnte ich meine Augen nicht mehr öffnen.“ Patrick Neumann erinnert sich genau an alles, was während der gut 75 Minuten passiert ist. Als er aber die Bilder von der Kamera betrachtet, ist er verdutzt. Da lehnt er gemütlich auf der Bühne an seiner unbekannten Sitznachbarin. An diese „Kuschelei“ konnte er sich nicht mehr erinnern.

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