Monatsarchiv für April 2002

RTZapper

Werbung: Fielmann

Dienstag, den 30. April 2002
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„Was würdest du in deinem Leben ändern, wenn du noch mal ganz von vorn anfangen könntest?“ Was für eine philosophische Frage. Um so dümmer die Antwort, die man in einem Werbespot bekommt: „Ich würde gleich zu Fielmann gehen.“ So, so. Da muss man erstmal drauf kommen! Manchmal kennt die Kreativität der Werbetreibenden überhaupt keine Grenzen. Das ist doch mal eine echte Botschaft. Wie viel Geld hat die Werbefirma dafür nur bekommen? Da sind doch bestimmt Unsummen geflossen. Ich wünsche mir mehr Werbespots mit Botschaften, die so auf den Punkt kommen!

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Dienstag, den 23. April 2002
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MO 22.04.2002, 19.40 Uhr, RTL

Ich überlege schon die ganze Zeit, wie ich euch erkläre, wer Ariane Sommer ist. Denn irgendwie gehört sie zu der Kategorie der Promis, die allein durch ihr Dasein bekannt geworden sind. Jedenfalls hat sie bisher nicht wirklich eine künstlerisch wertvolle Leistung abgelegt. Nein, halt: Seit Montag ist das anders. Denn am Montagabend hatte Ariane Sommer eine Gastrolle in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (oder einfach GZSZ). Die Ariane aus Stuttgart steht einfach so auf der Straße herum und wartet, bis sie angesprochen wird. Am besten von einem Mann. Und tatsächlich: Leon, der coole Leon mit sechs Extraportionen Gel im Haar, kommt zufällig des Weges. Ariane hält ihn an und fragt, wo denn die nächste U-Bahn-Station ist. Und, ob Leon nicht jemanden kennt, der ihr Berlin zeigen kann. Vielleicht ja er selbst (zwinker, zwinker)? Sie gibt ihm ihre Handy-Nummer. Er solle sich unbedingt bei ihr melden. Beeindruckend. Arianes Gastauftritt bewegte die Fernsehwelt. Und beunruhigte sie gleichzeitig. Werden wir demnächst mehr von Frau Sommer sehen? Man kann es nur hoffen. Hoffen, dass es nicht so sein wird. Es gibt schließlich schon genug Furchtbares auf unserer Welt.

aRTikel

Eine Reise in den Nahen Osten

Mittwoch, den 17. April 2002
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Greensession: Schlagzeuger Christoph Hengelhaupt musizierte in Jordanien und dem Libanon

MAZ Oranienburg, 17.4.2002

Letztes Jahr stellten wir euch die Hohen Neuendorfer Band „Greensession“ vor. Die MAZ-Jugendseite begleitet die Jungs auf dem Weg nach oben. In unregelmäßigen Abständen berichten wir an dieser Stelle über alle Neuigkeiten.

HOHEN NEUENDORF
In den Nahen Osten, nach Jordanien, Syrien und in den Libanon, reiste Greensession-Schlagzeuger Christoph in den Osterferien. Jedoch nicht mit seiner Band, sondern mit dem großen Landesjugendsinfonieorchester Brandenburg. Dem gehört er seit elf Monaten an. Drei- bis viermal im Jahr treffen sich die 60 bis 80 Leute zu großen Probenphasen. Zum 10.Geburtstag des Orchesters spielten sie im Konzerthaus Berlin, mit Daniel Barenboim am Klavier. „Das war schon etwas ganz Besonderes“, meint Christoph.
Und nun die elftägige Konzerttournee in die Ferne. Christoph war im Orchester für die Pauken zuständig. Eigentlich sollte es auch nach Israel gehen, doch wegen der politischen Lage wurde das Konzert abgesagt. „Dafür hatten wir einen zweitägigen Aufenthalt in Jordanien am Roten Meer“, erzählt Christoph. Für jedes Konzert hatte das Orchester einen Gast-Pianisten. Beim Auftritt im Kongresszentrum von Damaskus, das mit 2000 Leuten fast ausverkauft war, saß dementsprechend ein syrischer Pianist am Klavier.
In Amman, der jordanischen Hauptstadt, gaben sie zwei Konzerte, eines davon für Schüler. „Die waren recht euphorisch, es gab gleich Jubel und Applaus. Auch einmal mitten im Stück, weil sie dachten, es ist zu Ende.“ Am Abend lauschten leider nur 400 Leute dem Konzert. „Da gab es auch Überlegungen, es abzusagen.“ Wegen den Unruhen in Israel ist auch die jordanische Königsfamilie nicht gekommen. „Da wurde mir bewusst, dass ganz schön was los sein muss, obwohl in Jordanien aber völliger Frieden ist.“
Der Terminplan war voll bepackt. „Erst über den Basar, zu den Moscheen und am Abend spielen.“
In Beirut im Libanon spielten sie in der St.-Joseph-Kirche. „Da war die Akustik nicht so trocken, wie in anderen Räumen.“ Zu einem Zwischenfall kam es am letzten Abend in einem Beiruter Restaurant. Auf der Abschlussfeier wurde gerade die „Miss Orchester“ gewählt. Die Meldung, Israel plane Luftangriffe auf Beirut, verbreitete sich unterdessen wie ein Lauffeuer. Die Gruppe musste so schnell wie möglich ins Hotel zurück. Dort wurde dann weitergefeiert. „Da war das alles schon fast wieder vergessen.“ Für Christoph war die Reise in den Nahen Osten auf jeden Fall eine große Erfahrung: „Ich habe sehr viel erlebt. Das kann man kaum verarbeiten.“
In der guten alten Heimat gehen inzwischen die Proben bei Greensession weiter. Viele neue Texte und Lieder sind in Vorbereitung. Was der Band jetzt noch fehlt, ist ein Sänger. Wer zwischen 16 und 20 Jahre alt, kreativ und engagiert ist, Band- und Bühnenerfahrung hat, kann sich auf der Website von Greensession melden.

Apropos Internet: Seit dem 7.April ist die neu gestaltete Website von Greensession online. Ab sofort kann man sich die neuesten Videos vom Auftritt beim Rockwettbewerb im Fuchsbau ansehen. Ganz neu ist auch das „GREENforum“, in dem jeder Besucher seinen Senf ablassen kann. Und natürlich sind unter „Presse“ auch alle bisher erschienenen MAZ-Artikel über Greensession verfügbar.

RTZapper

Die Kirch-Pleite

Dienstag, den 16. April 2002
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Es musste ja mal so weit kommen! Der arme Leo Kirch hat sich mit seinen Geschäften hoffnungslos überschuldet. Und jetzt ist Sense. KirchMedia ist in die Insolvenz gegangen. Dabei hätte alles so gut für ihn laufen können. Nehmen wir doch nur mal sein Bezahlfernsehen Premiere. Was wird da nicht alles angeboten: Filme bis zum Abwinken auf zig Kanälen. Fußball, Fußball und noch mehr Fußball. Formel 1 ohne Werbung. Einen ganzen Kanal mit deutschen Schlagern. Erotik, inzwischen sogar den ganzen Tag lang. Was rackern sich die Damen und Herren ab. Und ihr? Was macht ihr? Jedenfalls nicht Premiere abonnieren. Ihr seid bockig. Dabei kann man gerade mit dem Premiere-Empfangsgerät, der d-Box, sehr viel Freude haben. Wenn sie zum Beispiel beschließt, zu streiken und man nur noch den Stecker ziehen kann. Den Spaß lasst ihr euch entgehen? Und dann die Filme, der Fußball: Hat der Onkel Leo extra wegen euch vom Markt weggekauft. Aber nein, ihr beharrt lieber auf den kostenlosen Programmen. Ihr Ignoranten! Ein bisschen mehr Unterstützung hätte schon drin sein können!

aRTikel

Jette: 14 lange Minuten

Samstag, den 6. April 2002
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MAZ Oranienburg, 6.4.2002

Also nee, wissense nee, 14 Minuten können manchmal verdammt lang sein. „14 Minuten“, antwortete die Mutter ihrem Sohn, wann der Zug endlich da sei. Mutter, Vater und drei Kinder unterhielten gestern Vormittag ab Spandau den ersten Waggon des Regionalexpresses. Oder sagen wir lieber: Sie nervten! Denn seit gestern halte ich die Bundys aus dem Fernsehen für reizende Engel.
14 Minuten also. 14 lange Minuten bis Oranienburg. 14 ewige Minuten, in denen die Eltern, die ja eigentlich nie Bahn fahren, mit dem Schaffner über die Tarife diskutierten. Während die Kleinen stampfend durch den Zug krakeelen, die Mülleimer auf und zu klappen, die Jalousien ausprobieren, sich gegenseitig verprügeln. Da möchte man am liebsten… Aber nein. Es sind ja wirklich nur 14 Minuten. Als wir alle in Oranienburg aussteigen, fragt mich der Vati, wo es denn zum „Turm“ ginge. Aha, Familienausflug in die Erlebniscity. Na, viel Spaß. Sind die da vorgewarnt? Ich habe sie tatsächlich auch in die richtige Richtung geschickt. Ich bin ja nicht so. Ein ruhiges Wochenende wünscht eure
Jette

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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Donnerstag, den 4. April 2002
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MI 03.04.2002, 20.15 Uhr, ARD

(mit Spoiler!)

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“. Klingt erst mal positiv. Oder? Eine junge Polizistin ist neu auf der Hamburger Polizeiwache. Sie zählt von Anfang an nicht gerade zu den beliebtesten. Nur der Chef ist freundlich zu ihr. Sehr freundlich. Zu freundlich. So weit will die junge Frau aber nicht gehen. Aus dem freundlichen Chef wird so ganz schnell ein beleidigter, gekränkter. Einer, der der Kollegin die Hölle heiß macht. Der Gang zum Betriebsrat hilft auch nicht. Die Mobbing-Attacken werden von mal zu mal heftiger. Sie fliegt. Auch aus ihrer Wohnung. Die Frau ist mit ihren Nerven am Ende. Total. Aus. Vorbei. Niemand da, der ihr noch helfen kann. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ hieß der Film, den die ARD letzten Mittwoch zeigte. Und immer fragte man sich, wie denn das Happy End nun aussieht. Aber… es gab keins. Am Ende verschwindet die Frau im Bad. Schließt die Tür. Drückt ab. Schießt. Ende. Und der Zuschauer wird allein gelassen. Fassungslos. Wie gelähmt. Schauderhaft.