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Angeeckt: Den Hass im Hirn

MAZ Oranienburg, 16.1.2002

Deutschland ist ein ausländerfreundliches Land. Das will es zumindest sein. Dafür wird auch zu jedem erdenklichen Anlass demonstriert. Dann gehen Hunderte, ja oder auch Tausende auf die Straße. Das ist an sich auch eine sehr gute Sache. Zeigt es doch, dass eben nicht so viele Menschen in unserem Land denken, dass Ausländer hier bei uns nichts verloren hätten.
Doch dann, wenn die Demonstrationen vorbei sind, wenn die großen Worte alle gesprochen wurden, dann müssen auch Taten folgen. Denn eines ist klar: Der Kampf gegen den Ausländerhass ist noch lange nicht vorbei. Er beginnt im Kleinen Kreis. Bei jedem von uns. Es gibt jedenfalls keinen Grund, Angst zu haben, wenn ein Dunkelhäutiger die S-Bahn betritt. Oder im Supermarkt hinter uns an der Kasse steht.
Der Hass im Kleinen, im Gehirn, im Denken der Menschen, das ist das eigentliche Problem. Wenn die Eltern mitbekommen, dass ihr Sprössling einen ausländischen Partner hat. Womöglich noch einen Schwarzen. Wer das nicht akzeptieren will, stößt damit auch den eigenen Sohn, die eigene Tochter vor den Kopf. Nur ein Beispiel von sehr vielen.
Überall, ob in Oranienburg, in Liebenwalde, in Berlin oder München, es sollte klar sein: Wir sind nichts Besseres. Aber vor allem: Menschen mit anderer Hautfarbe sind nichts Schlechteres. Legt diese Arroganz, dieses dumme Unwissen, ab.

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