Monatsarchiv für November 2001

RTZapper

Jantje Smit

Donnerstag, den 29. November 2001
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Kennt ihr Heintje? Dieser Typ, der in seinen Filmen ständig anfing, ein Liedchen zu trällern? Bei dem die Omas in Ost und West in Verzückung gerieten? Er war mit der Masche erfolgreich. Aber dann kam der Stimmbruch. Davon waren die Omas einheitlich alles andere als verzückt und wollten von dem pubertierenden Knaben nichts mehr hören.
Aber weil das Konzept ja im Grunde aufging, dachte man sich, dass man das mal wiederholen könnte. Nun ist Jantje Smit der neue Heintje. Sogar den holländischen Akzent hat er drauf. Zum knuddeln!
Nun singt und trällert er von der Liebe. Davon, dass er Venedig einfach romantisch findet und dort mit seiner Liebsten zusammen sein möchte. Weiß er überhaupt, was er da singt? In seinem Alter? Die Omas aber, endgültig vereint, sind wieder total verzückt. Und das ist doch die Hauptsache.

RTZapper

Die neuen Fernsehmacher: Was wäre, wenn…?

Dienstag, den 27. November 2001
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MO 26.11.2001, 20.15 Uhr, RTL II

Seit Montag erfreuen „Die neuen Fernsehmacher“ die Zuschauer von RTLII. Wobei ich mir da gar nicht so sicher bin, schließlich müssen sie nun täglich eine Stunde lang auf nacktes Fleisch und dumme Menschen, Tiere, Autos und was weiß ich noch alles verzichten.
Die erste superneue Show wurde dem Publikum am Montag präsentiert. Aber erst nach ewigem Gesülz, das niemanden interessierte („Ach, was für tolle Ideen!“).
In „Was wäre, wenn…?“ wurde zum Beispiel die Frage erörtert, was passiert, wenn man im Auto bei Tempo 80 den Rückwärtsgang einlegt? Ja, eine spannende Frage. Nach einer laaangen Werbepause kam schließlich heraus, dass außer ein bisschen Schnarren nichts, also rein gar nichts passiert. Toll. Zumindest nicht äußerlich. Auch bei allem anderen, was vorgeführt wurde, wurde nur gezeigt, nicht erklärt. Ich fühlte mich echt unterfordert (und an die gute alte „Knoff-Hoff-Show“ erinnert). Aber da fiel mir ein, „ist ja nur RTLII“ und dachte nicht weiter drüber nach.

aRTikel

Bei Schneewittchen ist „nüscht“ schief gegangen

Freitag, den 23. November 2001
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Theater-AG der Grundschule Sachsenhausen probte ihr Stück fast ein Jahr lang / Große Unterstützung durch die Eltern

MAZ Oranienburg, 23.11.2001

SACHSENHAUSEN
Viel aufgeregter als sonst haben gestern Früh die Jungen und Mädchen die Turnhalle der Grundschule Sachsenhausen betreten. Dort stand eine Aufführung der acht- bis elfjährigen Mitglieder der Theater-AG auf dem Programm. Vor den erstaunten Augen ihrer Mitschüler und Lehrer spielten sie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Am Mittwochabend fand die Premiere mit den Eltern im Publikum statt.
Und es ist erstaunlich, wie nahezu perfekt das gut 50-minütige Stück über die Bühne ging. „Wir haben ein knappes Jahr geprobt“, erzählt Erdmute Alexy, die Leiterin des Theater-Kurses. Einmal in der Woche treffen sich die Jungen und Mädchen zum Proben. Zusätzlich wurden mehrere Theaternächte veranstaltet, in denen sie das Stück intensiv geübt haben. Bis Mitternacht wurden Szenen und Texte bearbeitet, danach schlummerten sie mit ihrem Rollenblatt unterm Schlafsackkopfkissen, bis sie alle am Morgen von Mutti oder Papa mit frischen Schrippen geweckt wurden.
Das Stück hat Erdmute Alexy für die Theatergruppe selbst umgeschrieben. Die Eltern schneiderten in ihrer Freizeit Kostüme und zimmerten die Kulissen. Dafür gab es von Sylvia Wieczorek, der Rektorin der Schule, auch ein ganz besonderes Lob: „Alle haben außerordentlich viel gearbeitet.“ Zudem kamen durch das freiwillige Zahlen eines Eintrittsgeldes nochmal 340Mark in die Kasse. Nach dem Stück gab es von den Mitschülern einen riesigen Applaus.
Den jungen Schauspielern war die Freude über das Gelingen des Stückes auch sichtlich ins Gesicht geschrieben. „Ich war ganz schön aufgeregt“, erzählt Raya Kellmann, im Stück das Schneewittchen. „Aber der Auftritt war klasse“, ergänzt Zwerg Brummel alias Maike Hansen. „Es ist nüscht schief gegangen.“
„Wer an einer Aufführung des Stückes interessiert ist, kann sich gerne bei uns melden“, meint Erdmute Alexy. Die AG-Leiterin kann es sich durchaus vorstellen, dass die Kinder beispielsweise auf einem Rentnernachmittag auftreten. Vorraussetzung ist nur das Vorhandensein einer Bühne.

RTZapper

Jetzt kommt die Süße

Dienstag, den 20. November 2001
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MO 19.11.2001, MDR

Aus Anlass des 10.Todestages von Helga Hahnemann, der beliebtesten Entertainerin in der DDR, zeigte der MDR am Montag in der Sendung „Jetzt kommt die Süße“ noch einmal alte Ausschnitte aus der damaligen Zeit. Für viele ihrer Lieder produzierte das DDR-Fernsehen richtige Videoclips. In einem werden viele Bilder aus Ost-Berlin gezeigt.
Da schossen mir sofort viele Erinnerungen in den Kopf. Die, die wie ich die DDR noch als Kinder erlebt haben, werden das kennen.
So sah man diese schlabbrigen „Frische Vollmilch“-Tüten, die bei mir nicht nur einmal in der Fahrradspeiche endeten. Womit auch der Stoffbeutel, in dem sie am Lenker transportiert wurden, hin war. Oder die Wurst mit Gesicht, die heiß begehrte. Und das Ostgeld. Und nicht mehr lange, dann sind auch die jetzigen Scheine total out. So schnell geht das.

RTZapper

Wetten, dass…?

Sonntag, den 18. November 2001
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SA 17.11.2001, 20.15 Uhr, ZDF

Kann mir mal jemand sagen, was Jenny Elvers und Ariane Sommer bei „Wetten, dass…?“ zu suchen haben?
Sie wurden zum Duell der Luder eingeladen. Auch Naddel sollte kommen, die hatte aber keine Lust oder was auch immer. Aber egal. So hatten die anderen beiden Luder genügend Zeit, Nichtssagendes loszulassen. So meint Jenny Elvers doch tatsächlich, dass sie dazu da sei, in der momentan schweren Zeit für ein wenig Ablenkung zu sorgen. Lächerlich. Dafür brauch ich Frau Elvers ganz bestimmt nicht. Ein schlimmer Fall von Selbstüberschätzung. Sie sei manchmal ein wenig genervt vom Medienrummel. Ach Gottchen, nein! Das sagt die Frau, die ihr Ultraschallbild von ihrem Ungeborenen an die „Bild“ verkaufte?
Und auch Frau Sommer war nicht nur schrecklich, sie sah auch noch so aus. Wie eine Kalkwand mit knallroten Lippen. Zum Abgewöhnen.
Elvers und Sommer sind keine Luder, sondern einfach nur zwei Blondchen, die ab und zu mal in der Zeitung stehen. Dass sie mit diesem Talent zu Gottschalk durften… Ist es schon so weit?

RTZapper

ZDF Sport extra: Fußball-WM-Qualifikation

Mittwoch, den 14. November 2001
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MI 14.11.2001, 20.15 Uhr, ZDF

Sommer 2002. Der Wecker klingelt, ich schrecke aus meinem Bett hoch. Ich muss aufstehen. Ich schalte den Fernseher ein, im ORB läuft ein Spiel der Fußball-WM. Aber die Live-Übertragung der Vorrunden-Begegnung Südkorea gegen die Ukraine interessiert mich nicht sonderlich. Viele andere Zuschauer übrigens auch nicht. Wegen schlechter Einschaltquoten hat sich die ARD entschlossen, die WM-Spiele nur noch in den dritten Programmen auszustrahlen. Das ZDF zeigt seine Spiele nur auf 3sat. Die Nicht-Teilnahme Deutschlands bei der WM hat den beiden Sendern Millarden Euro gekostet. Die Werbeeinnamen können so oder so nicht wieder eingenommen werden.
Die abendliche Zusammenfassung auf SAT1 wurde ebenfalls wegen katastrophal schlechter Quoten abgesetzt. Als nur noch 500000 Leute die Sendung um 21.15Uhr sehen wollten, zog man die Notbremse. Jetzt gibt’s nur noch fünfminütige Berichte in den Nachrichten und eine längere Zusammenfassung bei TV.Berlin, die die Rechte zum Dumpingpreis gekauft haben.
Ja, ja, okay, das ist alles nicht wahr. Das wird so nie passieren! Oder doch? Heute abend haben die Deutschen zum letzten Mal die Gelegenheit, ihr WM-Ticket zu lösen (Anpfiff 20.30Uhr, ZDF). Wir können also noch hoffen.
Aber mal ehrlich. Wäre es so dramatisch, wenn Deutschland bei der Fußball-WM 2002 nicht dabei wäre? Vielleicht gäbe es ja so einen neuen Denkansatz, einen Neuanfang.
Aber erst mal das heutige Spiel abwarten…

RT im Kino

Scary Movie 2

Donnerstag, den 8. November 2001

Ein ungewöhnlich junges Publikum trifft man derzeit in vielen Kinos. Um „Scary Movie 2“ zu sehen, stürmen sie die Vorführungssäle. Der erste Teil im letzten Jahr gehörte zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres. Was auch kein Wunder war, denn wie in „Scary Movie“ die Teenie-Horrorfilme durch den Kakao gezogen wurden, war einfach köstlich.

Und nun Teil zwei. Als köstlich kann man den nun gerade nicht bezeichnen. Kurz zur Story: Ein Professor (Tim Curry) lädt eine Gruppe Collegestudenten auf sein Schloss ein. Dort sollen Schlafstudien durchgeführt werden. Aber zum Schlafen kommen die Jugendlichen eher selten, denn sie sind mit den Geschehnissen im „Hell House“ vollauf beschäftigt.

Wer „Scary Movie 2“ sieht, erwartet keinen niveauvollen Film. Ganz bestimmt nicht. War Teil eins aber in seiner Niveaulosigkeit brüllend komisch, so unterschreitet die Fortsetzung an der einen oder anderen Stelle definitiv die Humor- und Geschmacksgrenze. Da wird es im Kino durchaus etwas stiller. Komisch ist die „Teenie-Horror-Flüssigkeitskomödie“ dann nicht mehr. So gibt es diesmal keine Sperma-Fontäne, sondern eine Sperma-Explosion. Und ein kleines Mädchen pinkelt vor den Eltern und ihrem Besuch minutenlang auf den Teppich.
Der Film ist in der Hauptsache eine Parodie auf „Das Geisterschloss“. Seine wirklich guten Momente hat er allerdings, wenn er beispielsweise die Basketball-Werbung von „Nike“ parodiert oder plötzlich zur Musik von Prodigy die „3 Engel für Charlie“ auftauchen. Aber zwei Highlights sind einfach zu wenig.
Für einen dritten Teil nimmt sich Keenen Ivory Wayans hoffentlich ein wenig mehr Zeit und sucht sich vor allem bessere Vorlagen für seine Parodien.