Monatsarchiv für Oktober 2001

RTelenovela

Kein Weiterkommen

Sonntag, den 28. Oktober 2001
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Die Möglichkeit, am Sonntag einen Einkauf tätigen zu können, ist schon eine tolle Sache. So legte ich einen Zwischenstopp am A 10-Center in Wildau ein. Der Andrang war groß. Trotzdem machte es Spaß, einen Bummel durchs Einkaufszentrum zu machen. Doch das böse Erwachen folgte, als ich die Rückfahrt zur Autobahn antreten wollte. Auf dem Parkplatz herrschte ein totales Verkehrschaos. Es ging nicht vor und nicht zurück. Genau 45 (fünfundvierzig!) Minuten brauchte ich, um vom A 10-Center-Parkplatz herunter zu fahren. Es gibt nur eine einzige Ausfahrt vom Parkplatz, die aber am Sonntag dem Verkehr überhaupt nicht gewachsen war. Sehr ärgerlich! In Zukunft werde ich an der Autobahnabfahrt Wildau vorbei fahren!

RTZapper

Let’s Dance

Sonntag, den 28. Oktober 2001
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SA 27.10.2001, MDR

Was beim MDR alles über den Sender gehen darf, wurde uns in der Nacht zum Sonntag auf erstaunliche Weise gezeigt. In der achteinhalbstündigen (!) Live-Sendung „Let’s Dance!“ wurde das beste Tanzpaar gesucht. Alle halbe Stunde wählten die Zuschauer per TED ein oder zwei Paare heraus. Und wer morgens um 6Uhr immer noch tapfer auf der Bühne herum wedelte, hatte gewonnen.
Also manchmal kann man es ja echt nicht fassen, was so im Fernsehen läuft. Da wird wirklich 500 Minuten fast nichts anderes gezeigt, als tanzende Paare. Die Musik kam vom Band, dazu liefen Clips, die aber die MDR-Zuschauer nur im Hintergrund sehen durften. Moderiert wurde das Ganze von Victoria Herrmann und Ken Jebsen. Insbesondere Letzterer machte nicht wirklich den Eindruck, als ob er vom Konzept der Show voll überzeugt war. Er machte eher einen genervten und gelangweilten Eindruck.
Im Laufe der Nacht leerte sich auch die Halle mehr und mehr. Doch es wurde tapfer weiter getanzt. Und getanzt.
Diese Show muss in Serie gehen! Und dann aber in der
Prime Time! Denn aus mir völlig unerklärlichen Gründen war das alles sogar ein bisschen interessant. Aber nur ein bisschen.

RT im Kino

Die Abrafaxe

Donnerstag, den 25. Oktober 2001

Ich weiß es noch ganz genau. Es war im August 1985. Ich hatte mein allererstes „Mosaik” in der Hand. Eines der wenigen Comics in der DDR. Okay, damals konnte ich die Geschichte von den Abenteuern der Abrafaxe Abrax, Brabax und Califax mit Alexander Papadentos, Roxane und dem Maharadscha nicht wirklich nachvollziehen. Mit dem Lesen haperte es noch. Später hab ich das natürlich nachgeholt. Und inzwischen besitze ich fast die gesamte „Mosaik”-Serie seit 1976 mit den Abrafaxen. Ein Stück Kindheit. Aber bei weitem nicht nur das. Noch heute sind die Geschichten und Abenteuer sehr spannend. Denn ganz nebenbei kann man immer wieder etwas Neues lernen, da die Storys auf wahre historische Ereignisse beruhen.
Mit der Wende kam es fast zur Abwicklung des „Mosaiks”, 1991 konnte es dennoch gerettet werden, so dass nun, im Jahre 2001, der 25.Geburtstag der Abrafaxe gefeiert werden konnte. Und zu diesem Jubiläum gibt es für die Fans ein ganz besonderes Geschenk. Nun erobern „Die Abrafaxe – Unter schwarzer Flagge” die Kinoleinwände.

Mittels einer ihrer berühmten Zeitreisen gelangen die Jungs in die Karibik des 18.Jahrhunderts. Dort erwarten sie der böse spanische Flottenadmiral Don Archimbaldo de la Cruz, der Furcht erregende karibische Pirat Captain Blackbeard und die Piratenkönigin Anne Bonny.

Letztere wird von Nena gesprochen. Was nicht wirklich eine gute Entscheidung war, denn für eine Synchronisation ist die Sängerin nicht gut genug. Überhaupt sollte man eines wissen: Der Kinofilm bezieht sich nicht auf die monatlich erscheinenden „Mosaik”-Hefte, sondern auf dessen Ableger „Die Abrafaxe”, in denen die Comic-Helden, sagen wir mal, ein wenig gewöhnungsbedürftig aussehen. Für Fans des guten alten „Mosaiks” ist der Film nicht wirklich der Bringer. Aber die wahre Zielgruppe sind natürlich die Kinder, die an dem Zeichentrickfilm durchaus ihre Freude haben werden. Für sie ist das Ganze mal was anderes als die üblichen Filme für ihr Alter.
So kann es durchaus sein, dass die Kids begeistert aus dem Kino kommen, während die „Alten” frustriert die alten Hefte hervorkramen.

RTZapper

15.30 Liga live

Samstag, den 20. Oktober 2001
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SA 20.10.2001, 15.30 Uhr, F.A.Z. Radio 93.6

Sonnabend, 15.30 Uhr in Deutschland. Es ist Fußball-Bundesliga-Zeit.
Ein paar Hanseln sitzen vor dem Fernseher und verfolgen das Spektakel bei PremiereWorld. Doch die meisten hängen vor dem Radio. Zu Hause, im Auto oder sonstwo. Nun dürfen Sender wie „RadioEINS“ oder „InfoRadio“ ja nur noch ein paar Minuten live aus den Stadien berichten. Was viele aber gar nicht wissen, ist, dass fast die vollen 90 Minuten im „F.A.Z. Radio 93.6“ zu hören sind.
Aber eigentlich muss man das auch nicht wissen. Während nämlich bei den Öffentlich-Rechtlichen Stimmung und Emotionen überwiegen, herrscht bei der F.A.Z. gemütliche Langeweile. Sachliche Live-Berichte, viel Geschwafel. Kurzum: Laber-Sülz. Zum Abgewöhnen. Dazu ein Moderator im Studio, der für wahnsinnig lockere Übergänge sorgt. Mitten im Satz unterbricht er den Reporter, um anzusagen, dass jetzt dorthin geschaltet wird, wo was los ist. Hm. Schön. Nur leider kommt so nix rüber. So kommt so etwas wie Stimmung gar nicht erst auf. Das ganze Elend nennen sie dann auch noch „15.30 Liga live”. Na ja. Lustigerweise wird das auch noch von Nachrichten unterbrochen.
Und dann, um 17 Uhr, steigen die Öffentlichen wieder ein. Emotionen pur. Hier sind die Reporter selbst fürs Hin- und Herschalten zuständig. Da wird „Tooor in Berlin” reingeplärrt und schon wird nach Berlin geschaltet. Da reißen die an der roten Ampel wartenden Autofahrer schon mal die Arme hoch.

RTZapper

Wetten, dass…?

Sonntag, den 14. Oktober 2001
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SA 13.10.2001, 20.15 Uhr, ZDF

Wäre ich doch nur David Copperfield! Dann hätte ich auch schon im Februar die Lottozahlen vom letzten Sonnabend gewusst.
„Wetten, dass…?“ ist aus der Sommerpause zurück. Was man wohl von Thomas Gottschalks Friseur nicht gerade behaupten kann. Die neue Mähne des ZDF-Showmasters kann nur ein Unfall gewesen sein. Und dann eben dieser Copperfield. Die Lottozahlen voraussagen kann er ja, beim Rechnen hapert es dagegen. Denn von Februar bis Oktober sind es definitiv acht Monate und nicht, wie David meinte, sieben. Na ja, man kann eben nicht alles haben. Und er kann von Glück reden, dass sich die Frau, die sich blöderweise vordrängelte, wieder freiwillig auf ihren Stuhl zurückgesetzt hat, um der Tante mit dem pinkfarbenen Etwas und der am 35.Juli geborenen Mutter den Vortritt zu lassen. Hatte der David diese Daten schließlich schon vorher gewusst und notiert. Wäre beinahe in die Hose gegangen.
Glückwunsch auch an Pierre Brice. Seine Assoziationskette vom „Schuh des Manitu“ über Rache zu den Twin Towers war schon erstaunlich. Hat es doch jemand gewagt, Brices größte Rolle, den „Winnetou“ zu persiflieren. „Winnetou“ – lustig? Das darf nicht sein. Böser Bully! Ab in die Ecke!

RTZapper

Andreas Türck

Donnerstag, den 11. Oktober 2001
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DO 11.10.2001, 15.00 Uhr, ProSieben

Wahnsinn: Andreas Türck singt. Zusammen mit 159 anderen Stimmen hat er eine Single aufgenommen. Und stürmt damit die Charts. Hofft er. Wenn nicht heute, dann wenigstens morgen. Oder nächstes Jahr.
Und jetzt, wo er Musik-Star ist, kann so eine blöde Talkshow jeden Nachmittag ganz schön lästig sein. Den Eindruck könnte man zumindest gewinnen, wenn man ab und zu in seine ProSieben-Sendung reinschaltet.
Okay, die Gäste, die zum Thema „Nimm endlich ab oder ich verlasse dich!“ da waren, waren ziemlich beschränkt. Was sollst der angehende Musik-Star mit diesen Pipifax-Problemen anfangen? Also: Augen zu und durch. Und selbst die Fragen, die ihm die Redaktion auf seine Zettel geschrieben hat, findet er eher albern als interessant.
Da beschäftigt er sich schon lieber mit sich selbst oder mit seinem Publikum, um sich über die Gäste lustig zu machen. Wahrscheinlich hat sich noch nie jemand in seiner eigenen Show dermaßen gelangweilt.
Vielleicht sollte er es einfach sein lassen und sich voll und ganz seiner Musik-Karriere zuwenden.

aRTikel

Unbewiesene Tatsachen

Mittwoch, den 10. Oktober 2001
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Medienwissenschafler hielt Vortrag

MAZ Oranienburg, 10.10.2001

HOHEN NEUENDORF
„Die linke Politik hat immer schlechte Karten“, meint Dr.Frank Schubert, Medienwissenschaftler von der Universität Potsdam. Seit elf Jahren hält er dort Seminare, Vorlesungen und Übungen zum Thema Medien ab. Die PDS Hohen Neuendorf hatte ihn am Montagabend im Rahmen der Vorträge zur Politischen Bildung zu einem Vortrag in das Eiscafé Busse eingeladen.
Anhand von Zeitungsausschnitten zeigte Schubert, wie die PDS im lokalen Wahlkampf in den Medien abschneidet. „Meistens hat sie den hinteren Platz in einem Artikel“, so der Dozent. Kommentare seien oft tendenziös. Doch die Macher selbst könnten das Bild verändern, so die einhellige Meinung der Anwesenden. „Man muss halt nicht nur Artikel ausschneiden“, meinte der Pressesprecher des Hohen Neuendorfer Stadtvereins Kurt Höfer. Mit Leserbriefen sei es zum Beispiel möglich, die eigenen Ansichten in die Öffentlichkeit zu bekommen.Eigentlich war der lokale Wahlkampf Hauptthema des Abends. Doch gerade mit den Anschlägen auf die USA sind die Medien in die Diskussion geraten. Deshalb wollte Frank Schubert auch auf diese Thematik eingehen. So ist der Medienwissenschaftler mit der weit verbreiteten These, dass im World Trade Center nur Unschuldige gestorben seien „nicht ganz einverstanden“. „Da saßen auch Leute von der Deutschen Bank, Ford oder Bayer. Sie arbeiteten mit an der Verzweiflungssituation, die diese Leute dazu getrieben hat, die Flugzeuge zu fliegen.“ „Alle sind an dieser Stelle unschuldige Opfer“, distanzierte sich Kurt Höfer nachdrücklich von dieser Ansicht. „Das halte ich für mehr als Zynismus.“
Anhand von Ausschnitten aus „Tagesschau“ und „heute-journal“ zeigte Frank Schubert, dass die Bilder oftmals nicht wiedergaben, was der Text versprach. Die Tatsachen seien oftmals unbewiesen.
Mit seinen Vorträgen möchte Schubert erreichen, dass die Leute anfangen nachzudenken. Wie man an der recht lebhaften Diskussion erkennen konnte, ist ihm das an diesem Abend gelungen.