Monatsarchiv für September 2001

RTZapper

Lesezirkel

Freitag, den 28. September 2001
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DO 27.09.2001, 22.00 Uhr, MTV

Donnerstag um 22Uhr wird die zweite Folge vom „Lesezirkel“ auf MTV ausgestrahlt. Ja, genau. Auf MTV. Jung-Schriftsteller-Gott Benjamin von Stuckrad-Barre sitzt an einem Tisch und kommentiert die Zeitungen und Zeitschriften der vergangenen Woche. Wie in „TV total“, nur eben mit Buchstaben.
Aber was das alles eigentlich zu bedeuten hatte, wusste Stucki wohl selbst nicht einmal. Eingeleitet wurde die Premiere mit einem Film, wo gezeigt wurde, dass Stucki total fit für die Sendung ist. Wie spannend. Und so passend zum Thema. Wen interessiert’s? Dann versuchte sich der Moderator auf Probe in einer Einschätzung der Berichte über den Terror-Anschlag auf die USA. Nur uninteressantes Gelaber, so sein Fazit. Zumindest in den Zeitungen stand nur etwas darüber, was die Promis am 11.September getan haben. Ja, gut. Vielleicht hat Stucki ja an der Stelle versucht, witzig zu sein.
Dann durfte ein Redakteur vom „stern“ in einem Einspielfilm erzählen, warum sein Heft so toll ist. Schön. Und weiter? Das ist mir nicht neu, was soll das also bedeuten? Schleichwerbung? Anschließend zeigte Stucki mehrere zehn Jahre alte Plattencover und mutmaßte, wie die Motive wohl heute aussehen würden. Im „Lesezirkel“. Lesen, Stucki. Nicht hören. Thema verfehlt! Aber okay, du findest ja auch das „Junimond“-Cover von Echt toll. Der wirkliche Star der Sendung war aber ein Mädchen aus dem Publikum, das Stucki immer mit einem Ball bewerfen durfte, wenn er einen schlechten Witz machte. Sie nahm ihre Aufgabe nicht ernst genug. Irritierend und erlösend: Nach 40 Minuten war Schluss. Die restlichen 20 Minuten nur Musikclips auf MTV, die Welt war wieder in Ordnung.

RT im Kino

Sass

Donnerstag, den 27. September 2001

Ein wenig merkwürdig ist das Ganze ja schon. Da kommen zwei junge Typen mit ihren Freundinnen in eine große Veranstaltungshalle, woraufhin der Sänger sein Programm unterbricht und die beiden den anderen Gästen groß vorstellt. „Franz und Erich Sass sind unter uns!“ Großer Applaus brandet auf. Dabei ist die Prominenz der beiden Brüder eigentlich eher zweifelhaft: Franz (Ben Becker) und Erich Sass (Jürgen Vogel) sind mit Einbrüchen in diverse Banken berühmt geworden. Die Polizei konnte ihnen bisher nichts beweisen.

Berlin in den 20er-Jahren. Mit ihrer Autowerkstatt können die Gebrüder Sass nicht viel Geld machen. Dann kommt auch noch ein wichtiger Mensch vom Finanzamt, um die Steuern einzutreiben. Geld, das die beiden Mechaniker nicht haben. Geld, das sich Franz und Erich vom Finanzamt zurückholen. Illegal. Ihre Methoden für die Einbrüche sind für die damaligen Verhältnisse neu und noch nie dagewesen. Mit einem Schneidbrenner knacken sie jeden Tresor.
Das Geld, das sie erbeuten, stellen sie in der Öffentlichkeit zur Schau. Teure Anzüge, teure Autos. Trotzdem tappt die Polizei (Henry Hübchen als Kriminalsekretär) im Dunkeln, die Kinder auf der Straße spielen „Gendarm und Sass“. Erich stellt sich mit den Worten „Hallo, wir sind Einbrecher“ vor.
Doch der ganz große Coup steht den beiden noch bevor. Und wenn der schief geht, dürfte es vorbei sein mit Ruhm und Ehre.

„Sass“ lebt größtenteils von seinen beiden Hauptdarstellern Ben Becker und Jürgen Vogel, die erstmals gemeinsam vor der Kamera stehen. So kann man es auch verschmerzen, dass der Film an sich nicht so ganz der große Wurf ist. Da „Sass“ gewissermaßen mit dem Ende anfängt, kommt nie eine wirkliche Spannung auf.
Viel interessanter ist, zu beobachten, wie das Umfeld der Brüder auf die Einbrüche reagiert. Der plötzliche Ruhm, die besorgten Eltern, die Schwierigkeiten.
Was allerdings streckenweise sehr auf die Nerven geht, ist die recht aufdringliche und schwülstige Musik. Hier wäre weniger wohl mehr gewesen. Hervorragend ist dagegen die Ausstattung, die den Zuschauer ins Leben der 20er-Jahre eintauchen lässt.

aRTikel

Nur eine Sängerin fehlt noch

Mittwoch, den 26. September 2001
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Greensession aus Hohen Neuendorf haben eine neue Demo-CD aufgenommen

MAZ Oranienburg, 26.9.2001

HOHEN NEUENDORF
„VEB Musikkombinat Hohen Neuendorf” steht scherzhaft auf der CD, die Greensession bereits im letzten Jahr aufgenommen haben. Seit insgesamt zwei Jahren existiert die Band bereits, in der heutigen Formation mit vier Mitgliedern allerdings erst seit dem Herbst 2000. Momentan üben die 16- und 17-jährigen Jungs im Keller eines Privathauses in Hohen Neuendorf. Bei Christoph Hengelhaupt, einem der Bandgründer, können sie sich austoben. Bisher gab es deswegen auch noch keinen größeren Ärger, nur wenn Christoph allein auf seinem Schlagzeug spielt, könnte es mal ein wenig lauter werden. Als Schlagzeuger hat er bereits beim „Jugend musiziert”-Wettbewerb einen ersten Platz errungen.
Rafael Triebel singt und spielt Gitarre, Florian Büttner sitzt am E-Piano, Benjamin Steinke spielt den Bass und ist für die Technik zuständig. Benjamin, Christoph und Rafael kennen sich von der Evangelischen Schule in Berlin-Frohnau. Florian besucht das Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg. Den Kontakt zur Band bekam er über die Musikschule Hennigsdorf.
Gemeinsam fabrizieren sie eine Mischung aus Rock und Pop, die sich schon jetzt sehr vielversprechend anhört. Kleinere und größere Auftritte hatte Greensession bisher auf Schulpartys und auf der Buga in Potsdam. Beides durch die Frohnauer Schule organisiert. Einen Gig hatten die Jungs aber auch schon in der Caritas-Klinik in Berlin-Pankow.
Momentan sind sie dabei, eine CD mit vier Liedern aufzunehmen. Eine Art Demo, um sich bei Produzenten und Veranstaltern vorzustellen. Text und Melodie für „I’m Flying Away” beispielsweise stammt von Rafael, aber bei den weiteren Songs haben alle ihren Teil dazu beigesteuert.
„Die Instrumente haben wir uns zusammen gewünscht”, erzählt Christoph. Die Technik kommt größtenteils von der Frohnauer Schule, von der Greensession auch unterstützt wird. Hilfe bekommen die vier aber auch von Heinz Steinke, Benjamins Opa, der sie mit einem Kleinbus schon mal zu einem Auftritt fährt.
Einen großen Erfolg konnten Rafael und Christoph in diesem Jahr für sich verbuchen: Beide gewannen beim Kompositionswettbewerb der Evangelischen Schule Frohnau einen ersten Platz.
Große Erfolge sollen sich aber auch in Zukunft für Greensession einstellen. Dafür bräuchte die Band allerdings eine Sängerin. Rafael Triebel, der zurzeit den Part des Sängers übernommen hat, will sich voll aufs Gitarrespielen konzentrieren.
Die gesuchte Sängerin sollte kreativ und engagiert sein und aus Oberhavel oder dem Norden Berlins kommen. Sie sollte natürlich auch Lust haben, regelmäßig zu den Proben zu kommen. Nach Möglichkeit sollte sie im Alter der Jungs (16, 17 Jahre) sein.
Wer von den Mädels nun Interesse hat, kann sich bei Florian Büttner unter Tel. xxx oder per E-Mail unter xxx an die Band wenden.
Dies gilt natürlich auch für alle, die an einem Auftritt von Greensession interessiert sind.

www.greensession.de

RTZapper

America: A Tribute To Heroes

Samstag, den 22. September 2001
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FR 21.09.2001, ARD/ZDF/RTL/SAT.1/Premiere

Ein bemerkenswertes Stück Fernsehen war in der Nacht zum Sonnabend bei ARD, ZDF, RTL, SAT1 und Premiere zu bestaunen: Die Show „America: A Tribute To Heroes“ wurde zusammen von allen großen US-Fernsehsendern veranstaltet. Mehr als 60 Musiker und Schauspieler kamen an geheimen Orten in New York und Los Angeles zusammen, um mit Liedern, Texten und kleinen Geschichten an den Terror-Anschlag zu erinnern. Das alles geschah ohne Applaus, ohne Publikum. Ganz ruhig, mit Kerzen und gedämpftem Licht.
Will Smith und der ehemalige Boxer Muhammad Ali traten auf. „Islam bedeutet Frieden“, so ihre Botschaft. Bruce Springsteen sang den Tränen nah „Meine Stadt liegt in Ruinen“, Julia Roberts und Jim Carrey erzählten von Rettern.
Eine besinnliche und nachdenkliche Show, die Gänsehaut erzeugte.

RT im Kino

Kommando Störtebeker

Donnerstag, den 20. September 2001

Neben der Fernsehserie, täglichen Kurzcomics und vielen Büchern gibt es die „Offifanten“ nun auch im Kino. Doch den Schriftzug „Ottos Ottifanten“ wird man in „Kommando Störtebeker“ umsonst suchen. So wissen viele wahrscheinlich gar nicht, dass es sich hierbei um einen Streifen mit den lustigen Rüsseltieren handelt.

Hätte Paul Bommel bloß nicht auf die Zigarre rauchende Reinigungskraft Frau Hoppmann gehört. Sie schleppt ihn nämlich zum Schweinerennen. Und setzt dort aufs falsche Ferkel. 30000 Mark sind hin. Das Schlimme: Genau diese 30000 Mark hat Herr Kaluppke, Bommels Chef, ihm gerade in die Hand gedrückt, damit er es auf ein Spendenkonto überweisen sollte. Das wird seine Entlassung bedeuten. Zufälligerweise entdeckt Opa Bommel eine Schatzkarte Störtebekers. Wenn sie den Schatz finden würden, könnte das Pauls Rettung sein. Zusammen mit Opa und Baby Bruno begibt er sich auf die Suche.

Das soll ein Ottifanten-Film sein? Wer vor ein paar Jahren die Serie gesehen hat, wird sich die Haare raufen.
Zeichnerisch ist „Kommando Störtebeker“ auf einem recht niedrigen Niveau. Gerade die Hintergründe, die in der Serie geradezu liebevoll waren, sind ziemlich lieblos. Teilweise haben die Figuren andere Synchronstimmen. Bastian Pastewka als Paul beispielsweise ist vollkommen unpassend besetzt, die Stimme ist zu jung. Selbst Otto spricht Bruno anders als in der Serie, in der das Baby alles mit Ottos echter Stimme kommentierte. Im Film macht er das mit einer babyhaften Stimme.
Und die Story ist auch nicht der Reißer. Was soll das denn? Abenteuer? Kiezmilieu? Schießereien? Doch nicht bei den Ottifanten! Die kleinen Geschichten aus dem Ottifanten-Alltag wären es gewesen, aber doch nicht sowas…
Der Charme der Serie und der Figuren ist in dem Film vollkommen abhanden gekommen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Otto selbst bei dem Film nicht viel zu sagen hatte. Denn das war ja nun mal gar nix. Leider.

RTZapper

King Channel

Samstag, den 15. September 2001
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FR 14.09.2001

Cecile ist der ganz große Wurf gelungen. Sie ist die Top-Nummer-1-Moderatorin beim King Channel. Jetzt werden sicherlich einige von euch (okay, bestimmt die meisten) sagen: „Hä? King Channel? Was’n das??“ Und das fragt ihr mit Recht!
Den King Channel könnt ihr sehen, wenn ihr in Berlin eine der „Burger King“-Filialen besucht. Auf diesem Kanal laufen Videoclips und Eigen-Werbung. Und Cecile.
Cecile steht in irgendeinem brechend vollen (sie und noch jemand) „Burger King“ und darf ganz tolle Sachen ansagen.
Sie darf das neue „King Magazin“ in die Kamera halten und schwärmen, wie toll und super es wieder ist. Allerdings hält sie immer die Rückseite in die Kamera. Na ja, vielleicht zahlt „Saturn“ dafür…
Zwischendurch darf Cecile auch mal in ein Pommes frites beißen und sagen, wie toll die schmecken. Sie beißt nicht wirklich rein, sie tut nur so. Echt toller Job. Cecile, du hat’s geschafft!

RTZapper

Nach dem 11. September: Ausnahmezustand

Donnerstag, den 13. September 2001
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Radio und Fernsehen reagierten auf den Terror-Anschlag auf die USA auf eine noch nie da gewesene Art und Weise.
So gab es am Dienstagabend so gut wie kein Alternativprogramm zur Berichtserstattung aus den USA. Die Nachrichtensender n-tv und N24 waren als Erstes am Ball, während die ARD beispielsweise noch eine Doku über Elefanten sendete.
Für den Laien wurde erstmals wirklich sichtbar, welcher Kanal zu welcher Senderfamilie gehörte. So war auf SAT1, ProSieben, Kabel1, Neun Live, Premiere3 und TV.B das Programm von N24 zu sehen. VOX und RTLII übernahmen die „RTL News“. Überhaupt waren die Nachrichten von RTL überraschend gut und kompetent.
Die Champions-League-Spiele wurden trotz allem ausgetragen. Allerdings verzichtete man auf Premiere Sport auf jeglichen Kommentar.
Neben dem Berliner Lokalsender FAB unterbrachen VIVA und VIVA Zwei ihr Programm für 17 Stunden. In einer „Interaktiv“-Spezial-Ausgabe konnten die Zuschauer ihre Gefühle und Gedanken erzählen. So ernst sah man die VIVA-Moderatoren noch nie.
Fast alle Privatsender verzichteten während den stundenlangen Übertragungen auf ihre kompletten Werbeeinnahmen.
Totale Stille herrschte dann gestern Vormittag um 10Uhr. Es gab nur wenige Sender, die nicht schwiegen, selbst Teleshopping und Sportsender gaben für einen Moment Ruh. Ein Moment des Gedenkens, der Besinnung.