Tagesarchiv für 19. Juli 2001

RT im Kino

Der Schuh des Manitu

Donnerstag, den 19. Juli 2001

Es herrscht Krieg im Lande, wo die Schoschonen schön wohnen. Und das kam so: Häuptling Abahachi (Michael „Bully” Herbig) und sein Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) wollten eigentlich mit Hilfe eines Kredites des Schoschonenführers ein Stammlokal eröffnen. Den Kredit bekamen sie auch, mit dem Stammlokal allerdings gab es Probleme. Dann wurde zu allem Unglück auch noch Falscher Hase, der Sohn des besagten Schoschonenführers, vom Schurken Santa Maria (Sky Dumont) umgebracht. Abahachi und Ranger werden der Tat beschuldigt. Auch das Stammesgold sollen sie gestohlen haben.
Doch vom Marterpfahl, an den sie gebunden werden, konnten sie türmen. Es reicht – die Schoschonen graben den Klappstuhl aus (das Kriegsbeil ist irgendwie abhanden gekommen). Für Abahachi und Ranger gilt es nun, ihre Unschuld zu beweisen.

So viel zur Handlung von „Der Schuh des Manitu”, dem ersten echten Kinohit aus Deutschland seit langem. Sprechen wir lieber von den Ereignissen, die sich während des Films im Kino abspielen. Schon bevor es losgeht, wird in riesigen Popcorn-Bechern geraschelt, die Bierflaschen werden geöffnet.
Die Stimmung ist regelrecht ausgelassen, schon beim Vorspann beginnt das Gelächter. Viele der Szenen sind akustisch nicht zu verstehen, weil noch über die letzte gelacht wird. Pointen werden sich noch einmal gegenseitig erzählt, um noch einmal darüber zu lachen. Wer also im Kino seine „Ruhe” haben will, ist bei diesem Film völlig fehl am Platze.
Das Gelächter des Kinopublikums geschieht natürlich nicht ohne Grund. Mit dem „Schuh des Manitu” ist Michael Herbig („Bullyparade”, ProSieben) eine Komödie (Eigenwerbung: Autorenabenteuerliebesactioncomedywesterndrama) voller guter Einfälle gelungen. Auf wunderbare Weise nimmt er Westernfilme à la Winnetou aufs Korn. Fast schon im Stile der „Nackten Kanone” folgt ein Gag auf den anderen. Dabei sollten auch unbedingt die musikalischen und tänzerischen Einlagen erwähnt werden. Eine echte Überraschung ist allerdings der Schauspieler Sky Dumont, der mit diesem Film wohl einen erfreulichen Imagewechsel vollziehen wird.
Übrigens: Am Ende gibt es noch ein Bonbon: so genannte Outtakes, Pannen beim Dreh. Und auch danach sollte man noch nicht vom Kinosessel aufspringen.

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RT im Kino

Evolution

Donnerstag, den 19. Juli 2001

Wayne (Seann Wiliam Scott) ist in seinem Element. Bald hat er seine Prüfung als Feuerwehrmann. Und um die zu bestehen, übt er noch einmal die Rettung einer Gummipuppe aus einem brennenden Haus. Doch diese Übung wird von einem Vorfall überschattet, den Wayne wohl so schnell nicht vergessen wird. Ein Meteorit stürzt vom Himmel – direkt auf Waynes Auto, welches somit Schrott ist.
Doch mit dem Absturz des Meteoriten ist die Sache noch längst nicht erledigt. Im Gegenteil: Jetzt fangen die Probleme erst an. Das vom Himmel gefallene Ding entpuppt sich nämlich als Träger einer außerirdischen Lebensform. Der Wissenschaftler Dr.Ira Kane (David Duchovny, „Akte X“) und sein Kollege Harry Block (Orlando Jones), die das Gestein untersuchen, sind sich schnell darüber einig, dass irgendwas getan werden muss, denn die Außerirdischen vermehren sich schnell. Sehr schnell sogar. Rund um die Absturzstelle wimmelt es bereits nach kurzer Zeit von merkwürdigen Lebewesen, die davor noch kein Mensch gesehen hat. Und ganz ungefährlich sind die Viecher auch nicht. Diese bittere Erfahrung müssen im Folgenden einige Menschen machen. Aus süßen Wesen mit Knopfaugen können ganz schnell gefräßige Monster werden.
Wie schafft man es nur, diese Wesen den Garaus zu machen? Das Militär hat eine Lösung parat: Napalmbomben. Doch Kane, Block und die Epidemieforscherin Allison (Julianne Moore) sind sich sicher, dass das der falsche Weg ist. Aber wie wäre es mit Anti-Schuppen-Shampoo?

Es ist ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle, das der Kinobesucher bei „Evolution“ erlebt. Die Science-fiction-Komödie ist stellenweise recht amüsant. Es gibt Szenen, die sind zum Brüllen komisch. Andere allerdings sind geradezu widerlich und abstoßend. Vielleicht konnte sich Regisseur Ivan Reitman („Ghostbusters“) nicht wirklich entscheiden, ob er nun eine Komödie oder einen „ernsthaften“ Science-fiction-Film drehen wollte.
Aus diesem Grund gehört „Evolution“ auch nicht zu den wahren Kino-Highlights des Jahres, ist aber trotzdem ein annehmbarer Popcorn-Kinofilm.

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