Monatsarchiv für April 2000

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Morgensalat mit viel Humor

Mittwoch, den 26. April 2000
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Neues Radioprogramm sendet auch für den Landkreis Oberhavel

MAZ Oranienburg, 26.4.2000

ANGERMÜNDE/OBERHAVEL
„Power Radio 4″, ein neuer Hörfunksender für den Nordosten Brandenburgs ist seit Donnerstag, 20. April, auf Sendung.
Das 24-Stunden-Programm sendet aus dem Angerzentrum in Angermünde für die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch Oderland und Oberhavel. Für unseren Landkreis wird vom Standort Zehlendorf aus auf der Hörfunkfrequenz 104,9 MHz gesendet. Damit wird der gesamte Landkreis Oberhavel erreicht. Eine gute Empfangsqualität wurde bis nach Berlin-Pankow und Reinickendorf beobachtet. Insgesamt können theoretisch etwa eine Million Hörer erreicht werden.
„Wir hatten wider Erwarten einen recht guten Sendestart”, freut sich die Geschäftsführerin Gabriele Rausch. „Im Augenblick haben wir nur ein paar interne Schwierigkeiten. ” Die Moderatoren sind noch ein wenig nervös und unsicher. Und auch mit den Telefonleitungen gibt
es noch Probleme. Aber die sollen so schnell wie möglich behoben werden. Die Resonanz der Hörer auf den neuen Sender war in den ersten Tagen sehr groß. „Zeitweise hat der Ansturm unsere Telefonanlage gesprengt”, erzählt Gabriele Rausch, „die Hörer waren begeistert”.
Gabriele Rausch ist die Erste Geschäftsführerin des Senders. Sie wohnt in Berlin, ist aber schon seit mehreren Jahren in Angermünde tätig. Programmchef und Zweiter Geschäftsführer ist der Schwedter Ingo Fuhrmann. Er ist überzeugt: „Wenn man die richtigen Leute findet, kann man auch in unserer Region eine Idee umsetzen.”
Getreu dem Slogan „Hier spielt Ihre Musik” finden auf „Power Radio 4″ fast alle Musikrichtungen statt. Man hat aber auch den Mut, einzelne Sparten zu bedienen. Am Wochenende gibt es in der Zeit von
19 bis 1 Uhr eine Jugendsendung mit dem Namen „Seraphir”. Ivonne Epp und Marcel Ehrenreich spielen in dieser Show die Musik, die Jugendliche gern hören: Techno, House, Trance und vieles mehr. Mit dem „Morgensalat” sollen die Hörer in den neuen Tag geschickt werden, wobei der Humor nicht fehlen darf.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der regionalen Berichterstattung. Nachrichten aus den vier Landkreisen sollen den wichtigsten Teil der Informationen ausmachen. Auch Verkehrsnachrichten aus der Region gibt es bei „Power Radio 4″.
Der Radiomarkt in Berlin und Brandenburg gilt das der am härtesten umkämpfte in ganz Deutschland, die Konkurrenz ist groß. Auch andere Privatsender wie „BB Radio” und „94.3 r. s. 2″ senden Regionalprogramme aus Brandenburg und auch der ORB mit der „Antenne Brandenburg” ist recht stark vertreten. Trotzdem wollen die Angermünder Radiomacher die Spitzenposition anstreben und sehen voller Zuversicht in die Zukunft.

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Big Brother

Montag, den 24. April 2000
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SO 23.04.2000, 20.15 Uhr, RTL II

Lasst die Korken knallen! Manu and Kerstin sind raus! Den Anblick der beiden Giftspritzen werden wir bei „Big Brother” in Zukunft nicht mehr ertragen müssen! Während Manu von den Fernsehzuschauern per Telefon rausgewählt wurde, ist Kerstin freiwillig mitgegangen. Ein größeres Ostergeschenk hätten uns die beiden wirklich nicht machen können! Wäre Alex (der mit dem Rückgrat) auch noch ausgezogen, es wäre nicht zum Aushalten gewesen!
Doch zuvor gab es am Ostersonntag noch ein Feuerwerk an großartigen Wortgefechten, Sticheleien und Vorwürfen. Der bisher größte Zoff im „Big Brother-Haus. Das Alex-Kerstin-Manu-Dreiergespann war total sauer auf John, weil der angeblich die Seite gewechselt hat und jetzt nur noch mit dem „Gute-Laune-Trio” mit Jürgen, Sabrina und Andrea zusammen hockt. Alex ist maßlos enttäuscht.
Tja, Alex! Vielleicht hatte John einfach keine Lust, mit euch „übellaunigen” Leuten rumzuhängen. Wer nur ständig auf dem (von Manu vollgekotzten) Rasen rumliegt und ein Gesicht macht, als ob morgen ein Krieg ausbricht, muss sich nicht wundern, dass man sich von ihnen fernhält.
Man kann sagen was man will, aber vielleicht können wir Zuschauer aus den Ereignissen der vergangenen Woche etwas lernen. Zu so einem offenen Streit, wie er Sonntag zu sehen war, muss es nicht kommen.
Und jetzt sind Manu und Kerstin draußen. Hurra, hurra! Und was macht Alex jetzt? Er hat nun niemanden mehr, der mit ihm Dinge unter der Bettdecke macht, wie wir Zuschauer nur erahnen können. Sabrina lehnt er ab, die kann er nicht leiden. Vielleicht sucht RTL II für ihn ja eine neue hübsche Freundin aus, die dann am Sonntag ins Haus kommt.
Unterdessen tingelt Zladko weiter durch die Fernsehsender – immer von RTL II-Kameras verfolgt. Der arme Kerl hat kaum eine freie Minute. Aber schließlich muss ja wieder eine Sendung von „Zladkos Weit” (Sonnabend, 21.05 Uhr) gefüllt werden.
Hoffen wir, dass Alex am Sonntag nominiert wird. Dann lassen wir die Telefondrähte heiß laufen!

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Boxen live: Roccigiani – Michalczewski

Sonntag, den 16. April 2000
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SA 15.04.2000, 22.00 Uhr, Premiere Sport

Graciano Rocchigiani hätte alles erwartet. Dass „der dumme Pole” Dariusz Michalczewski ihn aber mit einem Leberhaken zu Boden zwingt, hätte er sich wohl aber nicht zu träumen gewagt. Aber es ist nun mal passiert. In der neunten Runde war es um den Mann mit der großen Klappe geschehen. „Ick war satt”, war seine lapidare und irgendwie unverschämte Begründung nach dem Kampf.
Herzlichen Glückwunsch, Rocky! Was wirst du jetzt eigentlich mit den dreieinhalb Millionen Mark machen, die du dir ja redlich (nicht) verdient hast? Einen schönen Lebensabend mit deiner reizenden Frau?
Aufgeben – wegen eines Leberhakens. Nicht zu fassen! Das hättest du früher auf gar keinen Fall durchgehen lassen. Du hättest geboxt wie ein Tier! Dich blutig schlagen lassen! Hauptsache, gewinnen! Okay, vielleicht war’s ja doch ganz gut, dass du Schluss gemacht hast – wegen der Gesundheit und so. Aber nicht, wenn man vorher eine derart große Fresse hatte! „Es gibt kluge Deutsche und kluge Polen und du bist ein dummer Pole.” So oder ähnlich beschimpfte Rocky den Tiger in der Pressekonferenz vor dem „Kampf des Jahres”. Allerdings ließ er die Frage offen, ob sich Rocky etwa zu den klugen Deutschen zählt…
Einen großen Dank auch an PremiereWorid. Wie vermissen wir doch die großartigen RTL-Übertragungen mit Kai Ebel und Werner Schneyder als Kommentator! Alles Vergangenheit! Axel Schulz, an deren glorreiche Kämpfe wir uns gerne erinnern, legte Rocky das Karriereende nahe. Gerade er muss das sagen!
Und Karsten Fuß, Reporter des Abo-Senders, sollte dringend auf die VlP-Schulbank geschickt werden: Ausgerechnet Howard Capendale mit Dieter Bohlen zu verwechseln und es nicht mal zu merken, ist schon eine Leistung!

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Werbung: Iglo

Dienstag, den 11. April 2000
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Etwas Schreckliches ist passiert und wahrscheinlich ist es noch gar niemanden aufgefallen: Käpt’n Iglo wurde entfuhrt – jedenfalls sehen wir in den besagten Werbespots jemanden, der von sich behauptet, Käpt’n Iglo zu sein, es aber auf keinen Fall sein kann.
Wir wissen doch ganz genau, wie er aussieht: Ein älterer, gestandener Herr mit grauen Haaren, einem Bart und einer tiefen Stimme. Und jetzt? Jetzt steht da ein junger Schnösel und will uns was über seine neumodischen Tiefkühlprodukte erzählen. Was ist da bloß passiert?
Der gute alte Käpt’n wurde doch nicht etwa mit einem Tritt in den Hintern und mit den Worten „Hau ab, du alter Knacker!” in Rente geschickt? Das wäre in der heutigen Zeit, wo nur noch junge, hippe Typen auf den Bildschirm dürfen nichts Besonderes mehr.
Eine andere Möglichkeit wäre, dass der Alte einfach die Schnauze von der ständigen öden Seefahrerei voll hatte und endlich mal auf einen ausgedehnten Landgang wollte. Ein bisschen Urlaub brauchen wir ja schließlich alle mal! Und dafür sollten wir dann auch Verständnis haben.
Oder hat der Käpt’n etwa verraten, dass seine Lieblingsfischstäbchen gar nicht die seines Geldgebers sind, sondern er lieber die Billigprodukte von Spar oder Aldi vorzieht?
Das ist ja eigenttich auch egal, wir müssen uns jetzt nur fragen, ob wir das so einfach hinnehmen können.
Liebe Iglo-Bestimmer! Bitte gebt doch eurem und unserem Ex-Käpt’n noch eine Chance! Gebt ihm wenigstens hin und wieder eine Gastrolle in den Werbespots oder verschafft ihm wenigstens kleine Gastauftritte in anderen Femsehserien. Als Statist bei „Marienhof”, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten” oder „Dr. Stefan Frank” würde er sich bestimmt gut machen! Wir, die Zuschauer, würden uns freuen!

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Schülerstreiche mit einer recht deutlichen Sprache

Montag, den 10. April 2000
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Der Autor Otto Häuser las im Oranienburger Schloss aus seinen Büchern über den braven Schüler Ottokar

MAZ Oranienburg, 10.4.2000

ORANIENBURG
Die meisten Besucher, die am Sonntag in den großen Sitzungssaal des Oranienburger Schlosses kamen, kannten den braven Schüler Ottokar auch schon zu DDR-Zeiten. Sie liebten seine „recht deutliche Sprache, über die man sich seine Gedanken machen konnte”, wie ein Zuhörer meinte. Über Ottokars Schülerstreiche lachten in der DDR ganze Lesergenerationen.
Gestern brachte der Autor Otto Häuser „Neues vom Schüler Ottokar” zu Gehör. Er las aus neuen und bekannten, Büchern. Begleitet wurde Häuser von Gisela und Norbert Jachmann, die die Veranstaltung mit einigen Chansons umrahmten.
Ottokar Domma ist ein ewig 12-jähriger Schüler, der sich durch das harte Leben kämpfen muss, wobei ihm dabei natürlich besonders die Schule und seine Eltern große Sterne in den Weg legen. „Ottokar ist immer auffällig, ohne dass er etwas Besonderes tut”, meint Otto Häuser schmunzelnd.
In seinen Geschichten berichtet Ottokar beispielsweise über die Bedeutung der Unterschriften. Jeder kennt das aus der Schule: „Zensuren, Tadel, Ermahnungen und andere Auszeichnungen” müssen von den Eltern grundsätzlich unterschrieben werden. Auch über die drei wichtigsten Worte eines Schülers klärt Ottokar auf: Sie heißen „bitte”, „danke” und „Entschuldigung”. Wobei er der Meinung ist, dass sich die Menschen viel zu oft und unnötig für etwas entschuldigen.
Der inzwischen 75-jährige Otto Häuser verdiente sich einst seine Brötchen als Lehrer, Schulleiter, Oberstudienrat und Redakteur. Er schrieb ab 1959 für Zeitungen und Zeitschriften, vorrangig für den „Eulenspiegel”.
Ottokar hat auch die Zeit der Wende gut überlebt. Was er aber vermisst, sind die schulischen Höhepunkte wie Altstoffsammlungen und die Timur-Hilfe, wobei man letztere unter dem Namen „Helmut-Hilfe” weiter führen könnte. Heute muss man sich diese Höhepunkte selber schaffen. Ideen hat er genug: Wie wäre es zum Beispiel mit einem „Heiligen Vatertag”, an dem die Schüler auf der Straße Spalier stehen und den „besoffenen Vätern” mit Winkelementen zujubeln? Das wäre doch eine großartige Idee, oder?!

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Big Brother

Donnerstag, den 6. April 2000
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MI 05.04.2000 | 19.00 Uhr | RTL II

Es ist ein echtes Phänomen dieses „Big Brother”: Jeder weiß etwas, jeder kann etwas zur Diskussion beisteuern, selbst wenn er die Reihe gar nicht sieht. An „Big Brother” kommt niemand vorbei.
So drehten sich an einigen der 100 Tagen die Sitzungen unserer sonst so seriösen Redaktion nur um das Eine: Haben Alex und Kerstin nun etwas miteinander oder nicht? Ist Sabrina in Jürgen verknallt? Vorbei waren die Zeiten, wo man zur Begrüßung freundlich „Guten Tag” sagte. Nun hieß es „Hast du gestern Big Brother gesehen?” Während dieser intellektuellen Informationsaustausche wurde der Kreis derer, die sich aufopferungsvoll um „ihre” Seiten kümmerten, kleiner und kleiner, während sich der „BB” -Gesprächskreis mehr und mehr vergrößerte. Das Lager war geteilt. In Fans und absoluten „BB”-Hassem. Der Austausch der jeweiligen Pro-und-Contra-Argumente entwickelte sich regelmäßig zu einer wahren Wortschlacht.
Und auf das alles müssen wir verzichten, wenn am Freitag alles vorbei ist?

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Big Brother

Dienstag, den 4. April 2000
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MO 03.04.2000, 19.00 Uhr, RTL II

Wochenlang habe ich mich gegen das Thema gesträubt, aber jetzt muss es endlich sein, schließlich redet ja so ziemlich jeder darüber: „Big Brother”. Noch nie hat eine Fernsehsendung für derartige Diskussionen gesorgt. Selbst bei uns in der Redaktion gibt es regelmäßige Schlagabtausche zur täglichen RTL II-Sendung.
An dieser Stelle sei gleich gesagt: Ich sehe fast jede Folge, verfolge das Geschehen, fiebere mit, rege mich auf. Und stehe in den Redaktionsdiskussionen ziemlich alleine da. Wobei sehr auffällig ist, dass jeder „Big Brother” verurteilt – aber die meisten sich trotzdem gut auskennen.
Inzwischen läuft das Projekt fast fünf Wochen, nachanfänglicher Harmonie (Die RTL II-Mannschaft muss sich in den Hintern gebissen haben!), kommt es nun immer öfter zu Streitereien und lntrigen. Zlatko macht sich mit Unwissen („Shakespeare? Wer ist das?”) einen Namen, Manuela gilt als hinterhältig, Jona ist die Leise.
Wo sind die Grenzen? Was darf man zeigen? Dazu muss man natürlich wissen, dass alle Bewohner vorher wussten, was sie erwartet. Sie werden gefilmt. Immer. Aber muss man auch alles ausstrahlen? Soll man die im Sprechzimmer heulende Jona zeigen, die von ihrem furchtbaren Traum erzählt und völlig am Ende ist? Soll man wirklich immer zeigen, wie Kerstin und Alex ins Schlafzimmer gehen, um es dann unter der Bettdecke miteinander zu treiben (na gut, diese Szenen bringen Einschaltquoten)? Das sind die Momente, in denen ich Zweifel kriege (Das glaubt mir jetzt doch keiner. Und – na ja, wegschalten tue ich ja auch nicht…).
Die Meinung, „Big Brother” sei langweilig, ist aber auch verständlich. Wer während einer Szene einschaltet, in der sich zwei Leute, die man nicht weiter kennt, über irgendwas unterhalten, ist das weniger spannend. Weiß man aber, wer sich mit wem gut versteht, wer mit wem intrigiert, dann ist selbst ein belangloses Gespräch durchaus interessant.
Mehr über „Big Brother” und deren nächtliche Werbepausen, Percy und Sophie demnächst!