Monatsarchiv für Februar 1999

RTZapper

Philipp: “Ich will Spaß”

Mittwoch, den 10. Februar 1999
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Habt ihr sie schon gehört? Die “Abgeh-Hymne des neuen Jahres”? Nein? Das kann eigentlich nicht sein, denn schließlich spricht doch jeder schon davon! In der großen Frühstückspause habe ich oft die Gelegenheit, mal bei VIVA reinzuschauen. Und normalerweise hört man ja nur nebenbei hin, aber als ER auf dem Bildschirm erschien, wurde nicht nur ich, sondern auch alle anderen aufmerksam. Es wurde nämlich ein Musikvideo von Philipp gespielt: “Ich will Spaß!”. Und das war ja wohl das Schlechteste, was ich seit langem gesehen habe! Ein Milchbubi ersten ranges hüpft und grinst sich da einen ab, daß man am liebsten schreiend den Saal verlassen möchte (umschalten geht nicht).
In der Januar-Ausgabe der “Kino News” heißt es in einem kleinen Artikel “Philipp macht einfach Spaß”. Und da haben die gar nicht mal so unrecht, denn dieser Philipp hat echte Heiterkeit ausgelöst. Oder war es doch eher tiefe Erschütterung? man muß sich nämlich wirklich mal ernsthaft fragen, wieso dieser Typ dieses ehemals gute Lied aus den 80ern so verhunzen darf?
Wobei er bestimmt schon jetzt ein paar weibliche Fans hat, die meiner Meinung bestimmt nicht zustimmen können. Und daß das Video ausschließlich auf diese Zielgruppe ausgerichtet ist, sieht man sofort. Philipp ist perfekt gestylt, lächelt permanent und ist höchstwahrscheinlich auch Single (was sonst?). Wenn ihr wollt, daß er uns in Zukunft in Ruhe lassen soll, schreibt an die “Fan”-Adresse: Philipp, K(…..) 82, 1(…) Berlin.

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RTelenovela

Prenzlau – Tegel und zurück

Freitag, den 5. Februar 1999
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Was erlebt man nicht alles, wenn man sich durch den morgentlichen Verkehr drängelt, um die weiblichen Angehörigen unserer Bundeswehrsoldaten im Ausland zum Flughafen Berlin-Tegel zu bringen oder zu holen… Eines läßt sich ganz einfach feststellen: Frauen haben sich grundsätzlich IMMER etwas zu erzählen! Echt wahr! Einige von ihnen schafften es tatsächlich, sich über die gesamte Fahrt hinweg (sie dauerte immerhin fast zwei Stunden) über die verschiedensten Dinge auszutauschen: ganz schlechte Zensuren auf Zeugnissen von irgendwelchen Kindern, das beschissene Wetter hier in Prenzlau, ob man denn einen Reisepaß braucht, ob es wirklich notwendig ist, Badelatschen mitzunehmen und noch viele, viele andere weltbewegende Themen..,
Als Fahrer hat man dagegen ganz andere Sorgen. Kein Radio im Auto. Nur die Frauen-Talk-Runde im Hintergrund. Und dann noch ein netter kleiner Stau. Vielleicht kennen einige von euch die supertolle Autobahn A11 und die Verhältnisse, die dort herrschen. Auf einem 11 Kilometer langen Teilstück, ist die Straße nur zweispurig und so brüchig, daß man froh ist, wenn man das ganze heil überstanden hat. Die Straße ist nun aber so schlecht, daß sie ständig ausgebessert werden muß. Die Folge: Eine Baustelle in der Baustelle. Einspuriger, wechselseitiger Verkehr. Eine Ampel. Ein Stau. Eine große Zeitverschwendung. Und eine Frauen-Talk-Runde im Hintergrund… Und wenn man sich nicht verfahren hat, kommt man dann schließlich irgendwann auch am Flughafen Berlin-Tegel an.
Allerdings kommt dann die nächste ganz große Hürde: die Parkplatzsuche. Aber wenigstens kommt man in den großen Genuß, die Straßen rund um den Flughafen näher kennenzulernen. Und die Taxis. Davon stehen nämlich auch hunderte rum. Wahrscheinlich gibt es in Tegel mehr Taxis als Fluggäste, Rentieren scheint es sich aber trotzdem oder warum stehen die sonst stundenlang da rum? Darüber macht man sich seine Gedanken. Und im Hintergrund die Frauen-Talk-Runde.
Aber irgendwann haben wir dann doch noch einen netten kleinen Parkplatz gefunden (im Parkverbot) und so konnten die Damen unseren geräumigen 8-Sitzer verlassen und in ihr Flugzeug nach Dubrovnik steigen…
Ganz andere “Probleme” gab es, wenn wir die Damen vom Flughafen wieder abholten.
An erster Stelle auch hier natürlich die Parkplatzsuche. Nur daß wir in diesem Fall ja wirklich parken mußten. Wer weiß, wann die ankommen und wie lange wir warten müssen? Heraus kam wieder ein Parken im Parkverbot, Hauptsache, es kommt keine von diesen netten Politessen! Im Flughafen selber mußten wir erst einmal herausfinden, auf welchem Flugsteig die Frauen ankommen. Und vor allem wann! Doch nicht etwa pünktlich? Natürlich nicht! 30 Minuten Verspätung!
Was macht man in der Zeit? Sich eine Zeitung kaufen und warten. Leute beobachten.
Aus einem anderen Flugzeug steigen Leute aus, die schon jetzt fleißig mit ihrem Handy telefonieren. Tja, denn die sind wichtig. Und das muß man zeigen! Ein anderer Mann wird sofort von seiner Familie fotografiert, als er den Zoll-Bereich verläßt. Die Freude ist ihm richtig ins Gesicht geschrieben. Irgend so ein Fuzzi mit coolen Turnschuhen, obercooler Hose und einer echt supercoolen Jacke wartet mit einem Zettel in der Hand. Offensichtlich muß er auch jemanden abholen, den er nicht kennt. Und tatsächlich, wenig später winkt er einer Frau zu. Sie winkt zurück. Aber nicht ihm. Sondern einem anderen. Peinlich…
Dann kommt endlich “unsere” Maschine aus Frankfurt/M. Auch hier steigen viele Handy-Menschen aus. Und ganz Prominente auch: unser Bundesinnenminister Otto Schily geht mit seinen Bodyguards nur wenige Schritte von uns entfernt vorbei. Sowas erlebt man nicht alle Tage…
Die Frauen wissen, daß sie von der FBSt, also von Bundeswehr-Leuten abgeholt werden. Aber daß da ein oder zwei Leute in Tarnuniformen in der Flughafen-Halle herumstehen, fällt ihnen leider nicht auf. Woher soll der arme Bw-Angehörige, der die Frauen noch nie gesehen hat, wissen, wie sie aussehen? Die Frauen strafen ihn jedenfalls mit groben Desinteresse. Als der arme Bw-Angehörige wenig später aber (leicht säuerlich) zu seinem 8-Sitzer vor der Halle läuft, warten die Frauen schon. Aber wenigstens geben sie zu, daß ihnen das ganz schön peinlich ist… Es ist schon komisch (aber irgendwie auch entspannend), daß die Frauen auf der Rückreise weniger gesprächig sind. Da schlafen sie meistens. Und kein Radio im Auto…

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RTelenovela

Unter Belagerung des S3-GeZis

Donnerstag, den 4. Februar 1999
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Man hat uns unseren Computer geklaut! Das nächste Kontingent hat ihn bekommen. Das bringt natürlich für uns einige Schwierigkeiten mit sich. Die neue Ausgabe der “Prenzlau Times” entstand unter ständiger Belagerung des SS-Geschäftszimmers. Vielen Dank, daß wir euch auf die Nerven gehen konnten! Die nächste Zeitung werden wir wieder im FBSt-Raum schreiben – und den S3-GeZi-Computer nehmen wir gleich mit…

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aRTikel

Die 2. Seite: Gewollte Rechtschreibfehler

Dienstag, den 2. Februar 1999
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Prenzlau Times, 2.2.1999

Hin und wieder kommt es auch in der “Prenzlau Times” vor, daß sich der Druckfehlerteufel einschleicht. Das kann mehrere Gründe haben: Entweder entstanden sie aus purer Doofheit, Unvermögen oder Unkonzentriertheit unsererseits oder der Drucker hat nicht das gedruckt, was wir vorher geschrieben haben. Aber das ist dann doch eher unwahrscheinlich. Manchmal können wir aber gar nichts dafür. Wenn auf Seiten, die wir nur “angeliefert” bekommen einer oder mehrere Fehler sind, können (oder wollen) wir das auch nicht ändern. Aber nach dem Erscheinen der letzten “S For”-Seite, haben wir dann doch mal im S4-Bereich nachgefragt, ob denn die Deutschkenntnisse nicht mehr allzu frisch seien. Soviel Rechtschreib- und Grammatikfehter auf so kleinem Raum sieht man auch selten. Aber die S4-rer haben uns versichert, daß das alles so gewollt war und wir uns keine Sorgen zu machen brauchen…
Zwei Themen dieser Ausgabe sind u.a. der Geburtstag von Hauptfeldwebel Igel am 6. Februar (unser Antrag, diesen Tag zum Feiertag zu erklären, ist leider gescheitert), Außerdem sollten sich alle Wehrpflichtigen (auch unsere Leser hier in Prenzlau) den kleinen Artikel auf Seite 10 durchlesen. Hier geht es um eure Zukunft nach dem Bund.
Der wichtigste Artikel dieses Blattes ist aber der über den Besuch einer Schwedter Schulklasse hier in der Uckermark-Kaserne. Der Soldat, der das Glück hatte,das Zivilisten-Völkchen herumzuführen, hatte seine Freude…

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RTZapper

Werbung: Extrem Hardcore live

Dienstag, den 2. Februar 1999
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Bereits vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über die völlig überteuerten Telefonsex-Hotlines, für die im TV geworben wird, geschrieben. Immer wieder hört man davon, daß irgendwelche Leute da angerufen haben, stundenlang mit den Damen „plauderten” und sich am Monatsende darüber aufregten, daß die Summe ihrer Telefonrechnung ein kleines bißchen höher ist als sonst. Und natürlich sind nur die bösen, bösen Telefonsex-Firmen schuld! Bisher war ich immer der Meinung, daß die Hinweise in bezug auf den Preis für die Hotlines groß genug sind, so daß man die alle lesen könne. Bei einer Nummer mit einer Doppel-Null oder der 0190 vorneweg versteht sich das eigentlich von selbst. Jetzt aber habe ich ein Beispiel entdeckt, welches ich tatsächlich außerordentlich hinterhältig finde: In zig Werbespots wird eine Telefonsex-Hotline angeboten, die „Extrem Hardcore live” anpreist. Die Nummer, die man wählen muß, hat eine Hamburger Vorwahl. Nun könnte man denken – beim Preiskampf der Telefongesellschaften – dies sei eine billige Sache. Falsch!
Ganz, ganz klitzeklein steht es in einer Ecke des Bildschirms: Ein Anruf kostet „1,25 DM pro 1/4 min” – im Klartext: sage und schreibe fünf Mark in der Minute. Der zusätzliche Hinweis „mind. 5 min”, bedeutet offensichtlich, daß das Gespräch immer so lange sein soll und damit 25 (!) Mark kostet. Alle Achtung, soviel Dreistigkeit erlebt man nicht oft…

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