Monatsarchiv für Februar 1999

RTZapper

Titten auf tm3

Samstag, den 27. Februar 1999
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Es war wohl eines der ehrgeizigsten Projekte, das im Jahre 1995 überhaupt gestartet wurde. Das Fernsehen für Frauen – tm3 – ging auf Sendung.
Magazine für Frauen, Talkshows für Frauen, Spielfilme für Frauen, Werbung für Frauen (Slipeinlagen-Reklame bis zum Erbrechen?), eine Call-in-Show für junge Mädels und was es sonst noch so an wichtigen und nützlichen Sendungen für den weiblichen Teil unserer Gesellschaft gibt.

Der Programmchef des Senders war allerdings ein Mann. Ob es vielleicht an der Tatsache lag, daß der Sender bald im absoluten Quotental landete? Deutschlands Frauen jedenfalls ignorierten tm3 hartnäckig, so daß man ganz, ganz kurz vor dem Aus stand.
Aber dann kam ein gewisser Rupert Murdoch, von Beruf Medienmogul, der den Sender zu zwei Dritteln übernahm und jetzt ein bißchen Geld reinpulvert. Nun laufen Seifenopern für Frauen, die schon bei RTL liefen, Spielshows für Frauen, die schon bei Tele 5, RTL oder sonstwo zu sehen waren (da durften netterweise auch die Männer zugucken), Magazine für Frauen (u.a. die Kochsendung “Der Reis ist heiß” mit dem abgehalfterten Harry Wijnvoord), Western für Frauen und Sexfilme für… Moment mal!
Zappe ich mich doch heute durch die Kanäle und entdecke einen der berüchtigten Fummelfilme, wo sich zwei Frauen gegenseitig begrabbelten. Bei tm3, dem Schnittenfernsehen!!! Für wen war denn der Film gedacht? Für die Milliarden lesbischer tm3-Zuschauerinnen? Eine interessante Senderphilosophie!

RTZapper

IFA 1999: Keiner will werben

Mittwoch, den 24. Februar 1999
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Alle zwei Jahre findet für solche Leute wie mich ein echtes Highlight statt, das ich bisher auch auf keinen Fall verpassen wollte: die Internationale Funkausstellung in Berlin. Es war eine der wenigen Möglichkeiten, auch mal hinter die Kulissen der Fernsehsender zu sehen. Und nicht nur das. Natürlich konnte man auch mal ein paar Stars hautnah erleben und bei echten “Live-Übertragungen” dabei sein. Doch das soll jetzt alles vorbei sein.
Die meisten Fernsehsender (besser gesagt, so ziemlich alle Privatsender) haben eine Teilnahme an der diesjährigen IFA abgesagt. Das Ganze sei viel zu teuer und bringe ihnen auch nichts.
Das ist mir völlig unverständlich. Waren doch gerade die Hallen und Stände, bei denen die Fernsehsender anzutreffen waren, die mit Abstand meistbesuchten Orte. Ich erinnere mich “gerne” daran, wie ich beim ProSieben-Stand fast erdrückt wurde. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß die Funkausstellung für diese Sender keine gute Promotion war. Die Leute sind doch regelrecht verrückt nach nach Aufklebern, Stiften oder Tüten mit den Logos der TV-Anstalten. Und darauf wollen die wirklich verzichten? Aber vor allem: darauf müssen wir, die Konsumenten, wirklich verzichten?

aRTikel

“Isses schon da?”

Dienstag, den 23. Februar 1999
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Prenzlau Times, 23.2.1999

“Wie geht’s den Leuten in Rajlovac?” “Gibt es im Einsatzland irgendwelche Probleme?” “Habt ihr wie der einen Kopierer?” – Das sind altes Fragen, die wir in letzter Zeit immer seltener hören. Stattdessen brennt den Leuten nur noch eine Frage unter dem Nagel: “Isses schon da?” – Gemein! ist das Baby von Frau Steinert. Es will partous nicht auf die Welt kommen! Dabei war am letzten Freitag eigentlich der Geburtstermin, zu dem Hauptmann Steinert extra aus Rajlovac angereist kam. Doch es passierte gar nichts… Das Kind hat wohl offensichtlich seinen eigenen Willen…
Vielleicht sollte Frau Steinert sich mal ein Beispiel an Mel B. von den “Spice Girls” nehmen. Die hat nämlich ihr Baby am Freitag bekommen. Allerdings drei Wochen zu früh. Der Grund: Sie aß ein zu scharf gewürztes Hähnchen, woraufhin die Wehen einsetzten.
Das wäre doch mal ein Vorschlag, oder?! Wir haben es jedenfalls Frau Steinert schon vorgeschlagen, aber bis zum Redaktionsschluß dieser Ausgabe war vom Baby noch nichts zu hören…

RTZapper

RTL II: Neues Logo

Dienstag, den 23. Februar 1999
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RTL II war Promotion offenbar dringend nötig. Dieser Kanal hat seit Anfang des Monats ein neues Logo. Und weil das ja noch niemand kennt, wird besagtes Logo eben riesengroß während des gesamten Programmes oben links eingeblendet.
Macht lieber ein besseres Programm oder sendet nur das Logo – aber dann bitte im 24-Stunden-Dauerbetrieb!

RTZapper

“Titanic” auf Video: Was soll’s sein?

Mittwoch, den 17. Februar 1999
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Augen auf beim Videokauf! Machmal kann man nämlich ganz schön aufs Glatteis geführt werden!
Ein gutes Beispiel sind derzeit die “Titanic”-Videokassetten. Von denen gibt es im handel gleich drei Versionen. Und wenn man nicht aufpaßt und sich die Hülle der Kassetten nicht mal ein wenig genauer ansieht, kann es sein, daß man in ein kleines Fettnäpfchen tritt.
Eine Version des Filmes ist in der “Widescreen”-Fassung erhältlich. Hier sind die dicken, schwarzen Balken oben und unten am Bildschirm. Es gibt aber auch eine Version mit dem normalen Bildschirmformat. Das ist einerseits ganz nett, aber andererseits möchte ich nicht wissen, wie die Hersteller dafür am Film herumgeschnitten haben. Die Unterschiede sind schließlich ziemlich groß, also muß doch an den Rändern einiges fehlen. Die Breitbildversion erkennt man am goldenen Streifen am oberen Rand der Kassettenhülle – und dem höheren Preis. Es gibt auch eine (tückische) dritte Version: das englische Original. Dieses kostet meistens genauso viel wie die deutsche Fernsehversion und ist äußerlich auch von ihr kaum unterscheidbar. Also: seht genau hin, was ihr da kauft!
Ein anderes Beispiel sind die Soundtracks vom Film “Der Prinz von Ägypten”. Hiervon gibt es nicht eine, nicht zwei, sondern gleich vier verschiedene CDs. Doch welche ist nun die richtige von allen?
Die Händler machen es uns Kunden ja nicht gerade einfach. Aber vielleicht ist das ja so gewollt?

aRTikel

(K)eine Konkurrenz

Dienstag, den 16. Februar 1999
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Prenzlau Times, 16.2.1999

Der folgende Text ist unseren Kollegen in Neubrandenburg gewidmet.
Vor kurzem flatterte bei uns ein Exemplar der Zeitung “Neubrandenburger Blatt” ins Haus. Gut und schön, sagten wir uns und blätterten dieses Blatt mit großem Wohlwollen durch. Doch schon bei der zweiten Seite stutzten wir. Diese kam uns nämlich irgendwie bekannt vor. Die “Sachen zum Lachen” stammten nämlich aus der “Prenzlau Times”.
Ideenklau geht ja gerade noch halbwegs in Ordnung. Aber der Klau einer vollständigen Seite (abgesehen von ein paar anderen Bildchen), ist ganz und gar nicht okay. Man hätte uns ja wenigstens fragen können. Habt ihr geglaubt, wir merken das nicht?
Allerdings beneiden wir euch um die Technik, mit der das “Neubrandenburger Blatt” arbeitet. Hätten wir auch gern…

RTelenovela

Bald Schluß mit der “Prenzlau Times”?

Montag, den 15. Februar 1999
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Wenn das alles nämlich so weitergeht, ist bald Schluß mit der “Prenzlau Times”. Ohne Kopierer macht sich das alles ziemlich schlecht Wir mußten unser Ding in der letzten Woche abgeben (obwohl es diese FBSt noch bis Ende März gibt). Nun ist auch noch der Kopierer im SS-Geschäftszimmer im A… Und das mit der Reparatur, das kann dauern… Nun müssen wir das halbe Bataillon bereisen, um Kopien zu machen. Videos überspielen können wir übrigens auch nicht mehr – ohne Fernseher und Videorecorder ist das außerordentlich kompliziert. Und andere Zimmer haben ja wenigstens ein Radio. Die FBSt nicht. Und hätten wir nicht zufällig einen “eigenen” Anrufbeantworter hier zu stehen, wäre auch der nur noch FBSt-Geschichte…
Es gab Zeiten, da hat man zumindest so ein bißchen Spaß an der Arbeit hier entwickelt. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein…