Tagesarchiv für 1. Dezember 1998

RTZapper

Die Schweig-Show

Dienstag, den 1. Dezember 1998
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Wieder gibt es einige Neuigkeiten über die unsäglichen und vor allem unzähligen lalksbows im deutschen Fernsehen! Man soll es ja kaum glauben, aber die täglichen Labershows Nummer zwölf und dreizehn sind tatsächlich schon in Vorbereitung!
Da, wie wir alle wissen, noch nicht alle Sendezeiten mit den intellektuellen Gesprächsrunden gefüllt sind, werden die nun (endlich) auch damit vollgestopft! Irgendwann Anfang des nächsten Jahres wird bei RTL bereits um 10 Uhr getalkt! Die Chefin der Show soll die bisherige RTL 2-„Dicke Dinger”-Moderatorin Sandra Staubitz sein! Und, auch das ist wieder sehr überraschend, das Konzept ist völlig anders als bei den anderen! Falls hier ein Thema nicht ausdiskutiert wurde, soll am nächsten Morgen gleich weiter darüber gesülzt werden. Na, isses nicht schön?!
SAT1 will ebenfalls im nächsten Jahr ‘ne neue Talkshow starten. Bisher ist aber nur bekannt, daß sie um 14 Uhr laufen und ein Mann moderieren soll.
Ein Student wagte vor kurzem ein Experiment: Er lud sieben Talkmaster zu einer „Schweig-Show” ein. 20 Minuten durften Arabella Kiesbauer, Bärbel Schäfer, Günther Jauch, Alfred Biolek, Giovanni di Lorenzo, Jürgen Domian und Roger Willemsen nichts sagen. Absolutes Schweigen war angesagt. Und es soll tatsächlich geklappt haben! Das Ergebnis dieses wirklich interessanten Experiments soll noch in diesem Monat im WDR zu sehen sein.

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RTelenovela

Der Schildcrash (2)

Dienstag, den 1. Dezember 1998
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-> 20.6.1998

Der Unfall in Schmachtenhagen beschäftigt mich auch weiterhin.
Das Schild war zwei Tage nach dem Unfall schon wieder repariert.
Zwei Monate später: Ich wurde zur Polizei zu einem Verhör bestellt. Die hilfsbereiten und pflichtbewußten Schild-Anwohner haben Zeit gefunden, zur Polizei zu gehen. So schilderte ich also einem netten Beamten (nicht zynisch gemeint!) die ganze Geschichte. Mein Verhalten, die Polizei nicht von dem Unfall zu informieren, sei zwar falsch und die Sache gehe zur Neuruppiner Staatsanwaltschaft, aber es werde sich wohl erledigen.
Wieder zwei Monate später: Im Briefkasten liegt ein Brief vom Oranienburger Jugendamt. Es ist der wohl merkwürdigste Brief, den ich je von einem Amt bekommen habe. „Du wirst beschuldigt, eine Straftat begangen zu haben. (…) Ich lade Dich und Deine Eltern (…) zu einem klärenden Gespräch in das Jugendamt Oranienburg ein.” Ist ja rührend, wie sie sich um einen kümmern. Aber warum wird man mit 20 Jahren von einem
Amt geduzt? Und wenn man’s genau nimmt, weiß ich nicht mal, welche Straftat ich begangen habe, denn ein Brief von der Staatsanwaltschaft bekam ich noch nicht. Und daß ich meine Mama und meinen Papa mitbringen darf, ist auch nett. Da ich nur am Wochenende zu Hause bin, rief mein Vater da mal an und erfuhr, daß das irgendwie gar nicht so gemeint war. Aha …
Es vergingen weitere zwei Wochen. Die Staaisanwältin hat das Wort: „Ihr Verhalten (…) stellt eine strafbare Handlung, nämlich eine Unfallflucht, strafbar gemäß §§ 142 Abs. l Strafgesetzbuch, dar.” Normalerweise gäbe es eine saftige Geldoder Freiheitsstrafe, aber in meinem Fall belasse sie es bei einer Ermahnung.
Glück gehabt! Und ich habe daraus gelernt. Merkt euch: Egal, was für einen (noch so popeligen) Unfall ihr gebaut habt, ruft die Polizei oder meldet euch auf der Dienststelle!

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