aRTikel

Durchgesehen: (K)eine Empfehlung

Wes Craven hat “Nichts zu verlieren”

MAZ Oranienburg, 25.8.1998

Hallo, du! Du, die in einer Oranienburger Videothek arbeitet! Du, die mir ihren kleinen Einblick in die große Welt der Videofilme zeigen wollte! Du, die mir einen tollen Film empfohlen hat! Diese Zeilen sind für dich! Gut, es ist schon sehr kundenfreundlich, daß du den Menschen auch einen der Videofilme empfiehlst, aber daß es nun ausgerechnet dieser Film sein mußte …
Vor langer, langer, also wirklich ganz, ganz langer Zeit wurde ein Djinn (Andrew Divoff) in einen Opal verzaubert. Und durch einen ganz, ganz blöden, aber sowas von blöden Zufall kommt er in heutiger Zeit wieder ans Licht unserer schönen, schönen Welt. Alle Menschen, die sich nun von ihm etwas wünschen, bekommen diesen Wunsch auch prompt erfüllt. Dummerweise ist der Djinn aber gaaaanz böse, denn mit jedem Wunsch wird auch die Seele des „Wünschers” geklaut…
„Wes Craven’s Wishmaster” ist von dem Typen, der im letzten Jahr mit „Scream” brillierte. Da aber schon „Scream 2″ wieder grottenschlecht war, sollte man an diesem Film auch keine hohen Ansprüche haben. Der
ist nämlich auch grottenschlecht!
In der Filmzeitschrift deiner Videothek steht, daß dieses in Angst und Blut badende, übersinnliche Fantasy-Splatter-Spektakel (was hab* ich gelacht!) keine Wünsche mehr offen läßt. Und hier lügt deine Zeitschrift! Hier nämlich meine Wünsche an den Film: 1. anderer Regisseur, 2. anderes Drehbuch, 3. andere Schauspieler, 4. bessere Dialoge, 5. ein wenig, wirklich nur ein kleines bißchen Horror, der fehlt nämlich total in diesem Film, 6. ein anderer Film in meinem Videorecorder.
Und dies ist nun wirklich kein Problem. Denn, liebe junge Videothekarin, du hast auch gute Filme in deinem Laden!
Nick Bean (Tim Robbins) entdeckt seine Frau eines Tages mit ‘nem anderen im Bett, Als er danach frustriert durch die Gegend fährt, wird er von dem echt gefährlichen Gangster T. Paul (Martin Lawrence) überfallen. Er rechnet allerdings nicht damit, daß ja Nick „Nix zu verlieren” hat.
Du, die in dieser Oranienburger Videothek arbeitet, diesen Film solltest du empfehlen…

Hits: 1322

Einen Kommentar schreiben: