Monatsarchiv für Juli 1998

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Tatort: Ein Hauch von Hollywood

Dienstag, den 14. Juli 1998
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MO 13.07.1998, 23.00 Uhr, ARD

Es war schon im Vorfeld der Ausstrahlung ein kleines Skandälchen. Die ARD hat eine Folge der „Tatort”-Reihe auf den nächtlichen Wieder-holungssendeplatz abgeschoben. Wegen mangelnder Qualität. Haben die ARD-Senderbosse gesagt. Was das bedeutet, konnte man nun sehen.
„Ein Hauch von Hollywood” lautete der Titel dieser vorn SFB hergestellten „Tatort”-Folge. Ein Hollywood-Schauspieler wird bei einer
Berlinale-Pressekonferenz von ‘nem Irren bedroht.
Eines kann ich euch sagen: Die 1. Folge von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten”, an die sich sogar eingefleischte GZSZ-Fans mit Grauen erinnern, war künstlerisch wertvoll gegen diesen filmischen Schrott! Geradezu grauenhaft dilettantische Dialoge und schauspielerische Leistungen prägten dieses Machwerk. Dazu kam eine schlechte Kameraarbeit (ich hatte oft den Eindruck, der Film wurde mit einer billigen Videokamera gedreht) und Schnitte, daß man sich nur noch die Haare raufen konnte. Der Gipfel war allerdings der Versuch einer „Casablanca”-Kopie am Ende („Schau mir in die Augen, Kleines!”), worauf der Kommissar meinte, dies sei „ein Hauch von Hollywood”. Es war einfach lächerlich!
Es sollte ein Experiment sein, sagten die Macher. Aber was wollten sie denn experimentieren? Ich finde, sie sollten froh sein, daß dieser Film Überhaupt gezeigt und nicht ungesendet im Archiv verschwand und gnadenlos verstaubte! Das wäre verdient gewesen!

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Fußball-WM 1998

Montag, den 13. Juli 1998
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ARD/ZDF

Daß fünf Wochen so schnell vergehen können! Kaum zu glauben, aber die Fußball-WM 1998 ist Geschichte! Dabei habe ich mich doch so langsam an dieses wilde Hin-und-her-Gekicke gewöhnt! Und vor allem auch daran, daß sich sämtliche Freizeitaktivitäten nach den Anfangszeiten der Spiele richteten („Was? Um halb sechs? Da läuft doch gerade Südafrika -Saudi-Arabien!!”).
Von diesem Boom konnten auch ARD und ZDF wahnsinnig profitieren. Geradezu astronomische Einschaltquoten wurden erzielt. Selbst Duelle ohne deutsche Beteiligung sahen oft mehr als zehn Millionen Zuschauer. Rekord!
Streitbar waren (wie immer) die Moderatoren und Kommentatoren. Heribert Faßbender, der uns mit seinem „ ‘n Abend allerseits” (wahlweise auch „Bon soir”) viele Nerven kostete oder Wilfried Mohren, der meinte, statistisch gesehen fällt bestimmt kein Tor in der Verlängerung, worauf prompt das „Golden Goal” fiel. Interessant waren auch wieder die Wortduelle zwischen Kalli Feldkamp und Dieter Kürten. Leider duellierten sie meistens aneinander vorbei. Als die beiden einmal den gleichen Trenchcoat anhatten, hatte ich den Eindruck, daß hinter den Kameras schon die Psychiater bereitstanden.
Positives gab’s aber auch. Die Analysen von Günter Netzer waren ehrlich und kompetent, Waldi Hartmann war auch erträglich, und Johannes B. Kerner konnte während eines Spiels auch mal (wenigstens vorübergehend) den Mund halten.
Und daß Deutschland schon im Viertelfinale gegen Kroatien sooo knapp rausflog, ist hoffentlich bald verdaut…

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dctp

Montag, den 6. Juli 1998
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Die Buchstabenkombination “dctp” dürfte euch im Fernsehen schon mal begenet sein. Vor jeder “Stern TV”- oder „Spiegel TV”-Sendung wird dieser Schriftzug eingeblendet. Aber auch Erfolgsformate ohne Quoten wie “News & Storres” und „10 vor 11″ kommen von der dctp (Develop-ment Company For Television Programs). Jetzt könnte man denken: Hey, anspruchsvolle Sendungen bei den Privaten! Aber halt: RTL und SAT 1 strahlen die Sendungen des Filmemachers Alexander Kluge nicht freiwillig aus – aus lizenzrechtlichen Gründen sind sie dazu verpflichtet. Eigentlich ja nicht schlecht. Nur meist sind die Beiträge in besagten Sendungen so anspruchsvoll, daß man vor Müdigkeit nicht mal mehr fähig ist, den Umschaltknöpf auf der Fernbedienung zu drücken. Denn selbst interessant klingende Themen wie UFO-Forschung werden einfach mal nur brechend langweilig behandelt. Kluge stellt Fragen, Experte antwortet. Oft sieht man etwa 30 Minuten nur den Experten – Kameraschwenks oder Schnitte sind ja anspruchslos! Aber meistens schaltet der normale Zuschauer erst gar nicht ein. Warum? „Raumfahrt als inneres Erlebnis”. So, so. „Die gläsernen Sarkophage – Dr. Virchows einzigartiges Monster- und Präparatenkabinett”. Ah, ja. „Das Glück der späten Heimkehr — Mozarts Idomeneo”. Und gute Nacht!

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