Monatsarchiv für Juni 1998

RTZapper

Willi

Montag, den 29. Juni 1998
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Der Name „ Willi” ist ja relativ verbreitet. Wollen wir doch mal sehen, was sich so an Willis im Fernsehen und sonstwo finden läßt…
Vor einigen Jahren gab es in der ARD einmal eine Samstagabend-Show, die “Vier gegeh Willi” hieß. Willi war in diesem Fall ein Hamster, mit dem viele nette Spielchen getrieben wurden. Mike Krüger war Moderator, und ich glaube, die Show war gar nicht so schlecht.
Ebenfalls vor einiger Zeit lief bei RTL im Spätabend-programm eine kleine Zeichentrickserie mit dem Namen “Willi, mein bester Freund”. Das Ganze handelte vom Mann und …na ja, seinem besten Freund eben! Kein Wunder, daß die Serie erst nach 23 Uhr lief.
Die Schlümpfe sangen einmal ein hochanspruchsvolles Lied. Das ging in etwa so: „Willi, Willi, Willi, Willi, Willi. Der Willi mit der Brilli.” Das waren noch Texte, oder?
Als Kind war ich einmal ein riesiger Fan der „Biene Maja”. Auch da trieb sich ein Willi rum. Willi war Majas bester Freund. Eine ziemlich fette und blöde Biene. Aber doch irgendwie liebenswert.
Im Frühstyxradio von Fritz gibt es eine Figur namens Willi Deutschmann. Es ist natürlich nur Satire, aber dieser Willi ist schon ein ziemlich großes Arschloch.
Friedrich Wilhelm II., Neffe von Friedrich dem Großen, war – Achtung – in künstlerischen Bereichen hochbegabt. Leider auch sehr unselbstständig…
Tolpatschig dagegen war Willi Winzig, dargestellt von Heinz Ehrhardt. Fragt mal eure Eltern, die wissen bestimmt noch einiges über den Schauspieler.
Und seit einiger Zeit gibt es eben noch einen medialen Willi mehr.

RTelenovela

Abiball auf der Tenne

Samstag, den 27. Juni 1998
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Bevor in Sachen Schule endgültig alles vorbei ist, wird noch einmal ordentlich gefeiert. Den Abiturball des LHG feierten wir, der diesjährige 13er-Jahrgang in der “Tenne” in Schmachtenhagen. Einige fanden das übrigens gar nicht so toll, weil sich diese “Kneipe” auf dem Oberhavel-Bauernmarkt befindet und sie der Meinung waren, dass das alles keinen Stil hätte. Aber diese Leute wurden ganz einfach überstimmt.
Zu Beginn des Balls gibt es ein großes kaltes Büffet mit Brot, Salaten, riesigen Wursttellern, Käseplatten. Dazu gibt es ein Schwein. Das ist natürlich heiß und vor allem tot. Und schnell alle. An der Getränketheke hat sich eine lange Schlange gebildet.
Nach dem Essen wurde kräftig getanzt (”Jugendliebe”), diverse Spielchen absolviert und noch mehr getanzt.
Und am Ende Wehmut. Tränen auch.
Nachts, am 27. Juni 1998, gegen 2.30 Uhr ist die Schulzeit endgültig vorbei. Wer weiß, wann man sich in der Runde nochmal trifft. Wenn überhaupt…

RTelenovela

Ein Lebensabschnitt, eine Ära geht zu Ende

Freitag, den 26. Juni 1998
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Vor dem Eingang des LHG stehen lauter schick bekleidete Leute. Von vielen Trauben aus hört man Stimmengewirr. Gleich gibt es in der Aula die Zeugnisse an die Schulabgänger (Abiturienten) des Jahres 1998. Und wie gesagt, alle haben sich fein herausgeputzt.
In der Zwischenzeit versuchen die drei Tutorinnen die Meute in eine geordnete Reihenfolge zu bringen, denn jeder der 80 Leutchen hat einen ihm zugewiesenen Platz.
Ein großes Foto des gesamten Abitur-Jahrgangs wird noch gemacht und überhaupt surren auf dem Gelände zur Zeit zig Videokameras und Fotoapparate.

Es ist ein großer Augenblick, als in der Aula schließlich die Abitur-Zeugnisse überreicht werden. Vorher hält Herr Nitsch, der Direktor, noch eine Rede: “Ihr habt es nun geschafft, ihr habt es hinter euch gebracht. Und ihr könnt es ruhig glauben: Auch wenn es manchmal anstrengend und stressig war, irgendwann kommt der Tag, da werdet ihr die Schule vermissen. Schon im Vorfeld der jetzigen Stunde sagten wir oft scherzhaft, dass ihr Anfang des nächsten Schuljahres als 14.Klasse geschlossen hier wieder erscheinen könnt. Das Angebot steht! Wir wünschen euch viel Erfolg in eurem späteren Leben, dass ihr alle das machen könnt, was ihr euch erhofft oder erträumt habt. Und wir hoffen, dass ihr später mal über diese, eure Schule sagen könnt: Es war gar nicht so schlecht hier!
Nicht wenige in diesem Saal, Schüler, Lehrer, Eltern, Geschwister, Freunde, haben einen dicken Kloß im Hals. In diesem Augenblick geht eine Ära zu Ende. Eine überwiegend eigentlich doch ganz schöne Ära.

RTelenovela

Unser Abi-Gag

Donnerstag, den 25. Juni 1998
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Wenn das Abitur überstanden ist, ist es üblich, dass sich die Schulabgänger zünftig von ihrer Schule und den Lehrern verabschieden. So was nennt man im allgemeinen “Abi-Gag”. Um ihn wird immer ein großes Geheimnis gemacht. Es wird weder verraten, wann er stattfindet, noch was gemacht wird.
Gestern Abend bereiteten wir unseren “Abi-Gag” vor.

Vor ein paar Tagen haben alle ihre Abitur-Noten erfahren. Von den 86 Schülern dieses Jahrgangs haben es sechs leider nicht geschafft. Ich war ganz zufrieden mit meinen Noten.
Für den heutigen Tag haben wir uns einiges einfallen lassen. Natürlich sollte der reguläre Unterricht ausfallen.
Auf den Treppen werden kreuz und quer Seile gespannt, so dass das Treppensteigen ziemlich beschwerlich wird. Im unteren Flur werden Tische so platziert, dass sie einen mordsmäßig langen Paarcour darstellen. Der Vordereingang der Schule wird gesperrt. Die Lehrer haben also am Morgen gar keine andere Wahl, als den Hintereingang zu benutzen und den Paarcour zu bewältigen. Danach werden sie alle in ein Zimmer gesperrt und dürfen/müssen dort warten, bis sie wieder herausgeholt werden. Dann müssen/dürfen am eigentlichen “Abi-Gag” teilnehmen.

Die Nacht war im LHG nicht gerade ruhig. Die meisten Schüler haben gleich hier übernachtet. Einige schliefen in der Aula, andere widerrum machten die Nacht durch. Und jetzt ist der “Tag der Abrechnung” gekommen.
Die Sekretärin, Frau Ahrens, ist die erste, die den Paarcour überwindet . “Was machen Sie denn um diese Uhrzeit schon hier? Es ist doch noch nicht einmal sechs Uhr!” – “Ich hab’ doch immer soviel vorzubereiten!”
Kurz vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn erscheinen dann auch nach und nach alle anderen Lehrer. Frau Rehmer ist absolut nicht begeistert. “Was habt ihr denn hier verbrochen??” Sie muss sich ihr kleines Jäckchen und ihre Stöckelschuhe ausziehen, damit sie über die Seile klettern kann. Dabei hört man immer wieder ihr Stöhnen: “So eine Tortur!”
Wer übrigens eines der Seile zerreißt, muss sofort 10 Mark hinblättern. Und ausgerechnet der Sportlehrer, Herr Vogel, ist der erste, der sie berappen muss.
Die meisten Lehrer halten sich ganz tapfer an den Seilen. Nur Frau Sabrowske hat dummerweise ihre Tasche am Paarcour-Anfang vergessen. Die wurde natürlich sofort von den Schülern beschlagnahmt.
Frau Müller hat sich bei dem Versuch, die Seile in einer Rekordzeit zu erklimmen, fast den Knöchel gebrochen, aber nur fast. Und nun Herr Söllner. “Ist das euer ernst?” Sofort bildet sich eine Schülertraube, um Söllner in den Seilen zu sehen. Anfangs hält er sich ganz wacker. Aber dann: “Ich glaube, hier stimmt was nicht.” Söllner hat sich in den Seilen verheddert.
Des Weiteren ist von einem Fluchtversuch einiger Lehrer zu berichten. Geplant war, sie bis zum Beginn des eigentlichen “Abi-Gags” in ein Zimmer zu sperren, in dem es auch Kaffee und Kuchen gibt. Doch einige Lehrer, angeführt von den Sportlehrern, sind kurzerhand aus dem Fenster gehüpft. Natürlich wurden sie schleunigst wieder eingefangen. Zur Strafe mussten sie durch das gleiche Fenster, durch dass sie ausgestiegen sind, wieder einsteigen…

Der “Abi-Gag” besteht darin, dass eine Preisverleihung stattfindet. In diversen Kategorien wurden vorher von den Schülern Lehrer nominiert. Sie müssen nun einen Wettkampf absolvieren. Einer der Lehrer wird gewinnen. Doch das ist eigentlich vollkommen egal, denn der eigentliche Sieger wurde schon am Abend, unabhängig vom Spielverlauf, zuvor bestimmt. Frau Steinmöller gewinnt den 1. Preis in der Kategorie “Bestes Tafelbild”: Entweder ist es so katastrophal unübersichtlich, dass man nicht mehr durchsieht, oder sie macht erst gar keins. In der “Sport-Kategorie” gewinnt die Sekretärin Frau Ahrens den Preis. So wie die immer in der Schule herumrennt, von einer Seite zur anderen, von einem Stockwerk ins nächste!

Insgesamt ist die Stimmung in der Schule selten so gut wie heute. Die einzige, die schlecht gelaunt war, war die Geographielehrerin Frau Hattke. Sie drohte gar mit einer Anzeige, wenn sie mit den anderen Lehrern, ihren werten Kollegen, in einem Raum hätte sitzen müssen…

Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Abitur-Zeugnisse und natürlich noch der Abi-Ball. Danach ist das Kapitel Schule für uns Geschichte.

RTZapper

Radio in Berlin/Brandenburg

Montag, den 22. Juni 1998
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Wenn ich nicht gerade „Lindenstraße” sehe, höre ich auch hin und wieder Radio. Und besonders in der Wacht neige ich dazu, mich durch die vielen Radioprogramme zu zappen. Paßt mir irgendein Hit nicht, wie z.B. Modern Talkings „You’re My Heart, You’re My Soul”, wechsele ich unerbittlich den Sender.
Aber besonders bei den größeren Musiksendern ist ja kaum noch ein Unterschied zu erkennen. Der eine Sender spielt „das Beste aus drei Jahrzehnten”, während ein anderer doch lieber „die größten Hits der 70er, 80er und 90er Jahre” spielt. Ein weiterer Konkurrent setzt dagegen auf den „Fifty-Fifty-Mix – Super-Oldies und das Beste von heute”. Andere energische Sender spielen einfach „die meiste Musik” (wie geht das?). Tja, unsere Radiolandschaft ist eben vielfältig! Da ist es aber doch sehr löblich, daß uns meistens nach jedem Song mitgeteilt wird, daß wir gerade „94,3 r. s. 2″ oder „Energy 103,4″ hören. Geradezu brillant sind diese kleinen Jingles, in denen der Name der Sender geträllert wird. Na ja, vielleicht werden „104.6 RTL” oder „Berliner Rundfunk 91,4″ so (noch) berühmter. Trotzdem kann einem
das irgendwann doch auf die Nerven gehen…
Toll sind auch die Durchsagen der DJ’s. Das erste, was zur vollen Stunde den geneigten Hörern mitgeteilt wird, ist, was denn übermorgen von sieben bis acht gewonnen werden kann.
Also, wenn es sonst nix zu erzählen gibt …

RTelenovela

Der Schildcrash

Samstag, den 20. Juni 1998
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Ich habe ein Verkehrsschild umgefahren. Und das war so (oder so ähnlich): Ein paar Minuten, nachdem ein mächtiger Wolkenbruch auf unseren schönen Landkreis niederging, fuhr ich mit meinem Auto nach Schmachtenhagen, aus Zehlendorf kommend. Im Radio lief Scooter mit “How much is the Fish?”.
Da muß es in einer Kurve durch den Regen und dem sich auf der Straße befindlichen Sand ein wenig glatt gewesen sein (vielleicht war ich auch ein bißchen schnell …). So kriegte ich besagte Kurve nicht mehr, und ein Schild, das dort stand, mußte dran glauben. Es mußte sein Dasein im 45-Grad-Winkel „weiterleben”. In einem leichten Schockzustand stieg ich aus dem Auto und sah mir das Elend an. Die Anwohner, die sogleich herausstürmten, waren mir auch sofort behilflich, indem sie sich gaffend vors Gartentor stellten.

Versuche, das Schild wieder aufzurichten, schlugen fehl. Leicht zittrig stieg ich wieder ins Auto und fuhr nach Hause. Ich war noch mit Freunden in einer Kneipe in Berlin verabredet, wo man mir erstmal einen Schnaps spendieren mußte. (Danke nochmals!) Diesen Abend habe ich jedenfalls in schlechter Erinnerung. Ich fühlte mich scheiße!

Wem gehört so ein Schild eigentlich? Der Gemeinde natürlich. Deshalb setzte ich mich heute mit dem Bürgermeister von Schmachtenhagen in Verbindung und meldete den Schaden. Ich hörte nämlich mal von einer Regelung, daß man sich bis zu 24 Stunden nach dem Unfall noch beim „Besitzer” melden kann. Mal sehen, was da noch kommt…

RTZapper

Leo!!

Dienstag, den 16. Juni 1998
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Die Boygroups haben verschärfte Konkurrenz bekommen: Er heißt Leonardo DiCaprio und ist ein Schauspieler. Es vergeht kaum eine Woche, in der wir nicht sein Gesichtchen ganz groß auf einer der Zeitschriften sehen dürfen. Und langsam nervt’s! Jede noch so kleine poplige Information wird verbraten-Leo hat eine Rolle abgelehnt, Leo hat einen Werbespot gedreht (Gage: 7,5 Millionen Dollar für zwei Drehtage), Leo hat einen Pickel bekommen, Leo hat eine neue Freundin usw.
Apropos Freundin: Er soll sich irgendein Top-Model an Land gezogen haben. Angeblich. Geht doch schließlich das äußerst hartnäckige Gerücht um, er sei schwul, und das wäre waaahnsinnig schlecht fürs Image: Der Schwärm vieler Mädels steht auf Männer – schrecklich!
Leo ist 23, trotzdem gibt’s schon Bücher über sein Leben. Gut, er hatte schon ein, ich sage mal, bewegtes Dasein! Und vielleicht gibt’s ja bald auch MEINE Memoiren: „R.T.Zapper – Junge MAtZen und alte Willis”. Das war’s doch, oder?!
Den Film „Titanic”, in dem er am Schluß tragischerweise erfror, habe ich inzwischen auch zweimal gesehen, aber es gibt ja so Verrückte, die inzwischen mehr als zehnmal mit untergingen. Auch habe ich gehört, daß den „Mann in der eisernen Maske” überwiegend junge Mädchen besuchten, die sich für die Handlung an sich aber gar nicht interessierten. Hauptsache ER, Leo, spielt mit!