Monatsarchiv für November 1997

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taff: Die Skandal-PK von Tic Tac Toe

Samstag, den 22. November 1997
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FR 21.11.1997, ProSieben

Die Boulevardmagazine haben sich quasi überschlagen. Und ich habe es mir gleich dreimal angesehen: Bei „Blitz”, „Exclusiv” und „taff”.
Anfangs war die Pressekonferenz, in der die Frauencombo „ Tic Tac Toe” Einigkeit präsentieren wollte, noch sehr herzlich verlaufen. Die Band solle weiter bestehen, wir wollen weitermachen, hieß es da. Aber dann?
Ohne Psychiater kann Ricky sowieso nicht auf die Bühne. Überhaupt: Ricky mit ihrer „Krankheit” habe sowieso alles versaut. Bei „ taff” und später in der „ Harald Schmidt Show ” äußerte Ricky ihren Verdacht, warum „Tic Tac Toe” WIRKLICH zu scheitern droht: Geld. Denn Kohle ist alles. Aber durch Tournee- und Terminabsagen ging viel verloren. Lee und Jazzy verließen jedenfalls schreiend und zeternd die Pressekonferenz, die witzigerweise im Münchner Lustspielhaus stattfand. Wahrscheinlich hätten sie am liebsten „ Verpiß Dich” gesungen …
Liebe Ricky, mein Vorschlag: Laß das arrogante Pack einfach links liegen. Und dann (Rache!) erzähle mal einer der großen Illustrierten, wie das damals mit Lee und ihrem Mann, der Ende März Selbstmord beging, wirklich war! DAS war doch mal interessant, oder?!

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Die Redaktion – Spezial

Samstag, den 15. November 1997
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DI 11.11.1997, RTL 2

Am vorigen Freitag nahm ich seit langem wieder mal an der Sitzung der Jugendredaktion teil Aber das hatte einen Grund: Ich habe am letzten Dienstag die RTL 2-„Redaktion” gesehen, genauer gesagt „Die Redaktion – Spezial”.
Bei denen MÜSSEN die Sitzungen einfach interessant sein, denn die Themenpaletie war äußerst vielseitig. Es ging um selbstgedrehte Pornofilme, aktuelle Trends aus dem Hardcore-Business und um erotische Malerei. Muß schon eine merkwürdige Redaktion sein, daß die nur über DAS EINE redet…
Weil es bei RTL 2 also offensichtlich sehr lebhaft bei den Redaktionssitzungen zugehen muß, dachte ich mir, daß ich auch mal wieder zu unserer Zusammenkunft gehen sollte. Aber ich wurde bitter enttäuscht. Nix war mit Sex oder Erotik!! Nicht mal so ein kleines bißchen!! Dabei habe ich doch erst letztens in einer großen Zeitschrift von der Liebe im Büro gelesen. Nein, stattdessen wurde nur über die, wie sie sagten, brillanten Artikel der letzten und der kommenden Woche gesprochen (Na, ich weiß ja nich…) Ich glaube, das RTL 2-Reportermagazin hat bei mir völlig falsche Vorstellungen von einer Redaktionssitzung geweckt! Oder sind wir von den Jung-MAtZen einfach zu normal?

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11.11., 11.11 Uhr: Faschingsauftakt 1997/98

Dienstag, den 11. November 1997
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Heute wird es wieder brutale Realität: Jetzt am11.11. um 11.11 Uhr beginnt wieder die närrische Zeit. Ihr wißt schon: Fernsehsendungen aus riesigen Sälen mit vielen betrunkenen Menschen, die sich verkleidet haben. Und vorne auf der Bühne sülzen oder grölen lauter lustige Gesellen dumme Texte und Lieder. Das beste Beispiel ist natürlich „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht”. Glücklicherweise haben wir ja noch bis Februar Zeit, bis wir wieder mal die (un-)lustigste Sendung überhaupt ertragen müssen, ah, dürfen! Aber andererseits: Es ist Deutschlands einzige Fernsehshow, in der die super total witzigen Stellen mit einem Tusch gekennzeichnet werden. Frei nach dem Motto: Eigentlich hätten Sie an dieser Stelle lachen sollen!
Fernsehmäßig geht ’s heute schon los: Im WDR läuft „Kölle Alaaf mit den Black Föös, den Höhnern, Paveier („Dat Marleen hat dicke Brust”) und anderen kulturellen Stars. Die Hitparade der Faschingslieder läuft im MDR: „Elf am Elftenelften”. Hier darf sogar Harry Wijnvoord singen. Es gibt also doch noch einen Abstieg nach „Der Preis ist heiß”.
Ich persönlich schlage übrigens den 25. Februar 1998 als Feiertag vor: Der Aschermittwoch hätte es echt verdient!

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Privatfernsehen

Montag, den 3. November 1997
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Ende des Jahres ist Schluß mit der ARD-Sendung „Privatfernsehen” – so hat es die Fernsehprogrammkonferenz des Senders entschieden. Die Begründung: Die Zuschauerakzeptanz sei zu niedrig gewesen. Und das heißt im Klartext: Das satirische Politmagazin mit Friedrich Küppersbusch (Ex-„ZAK”) hat schlechte Einschaltquoten.
Wir sehen also, nicht nur Sender wie RTL, SAT 1 oder ProSieben sind unerbittlich, wenn es um Quoten und Marktanteile geht. Oder hat das Ganze vielleicht doch noch einen anderen Grund? Ist „Privatfernsehen” zu bissig, zu frech? Schließlich werden hier den Politikern auch mal unangenehme Fragen gestellt…
Übrigens laufen zeitgleich „Willemsens Woche” im ZDF mit rund 700 000 Zuschauern sowie „Die Harald Schmidt Show” in SAT 1 mit rund einer Million Anhängern. Offensichtlich haben deren Senderbosse begriffen, daß nicht immer nur die Quote zählt, sondern auch das Image (Obwohl: Welches Image hat eigentlich Roger Willemsen?). „Privatfernsehen” hat jedenfalls, wie Schmidt, eine runde Million Zuschauer – und trotzdem muß Küppi dran glauben.
Aber das wirklich Merkwürdige dabei ist, daß ausgerechnet der Intendant des WDR, Fritz Pleitgen, diese Entscheidung sehr, also wirklich sehr bedauert. Ja, warum tut er denn dann nichts gegen die Absetzung? Ich gebe ja zu, daß „ZAK” besser als Küppis jetzige Sendung war, aber trotzdem frage ich mich besorgt: Ob das etwa die Vorbereitung der ARD auf die Bundestagswahl 1998 ist?

RTelenovela

Die Filmpalast-Premiere

Sonntag, den 2. November 1997
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Man muß positiv denken! Also: Hurra, wir haben wieder ein eigenes Kino in Oranienburg! Und wie alle hier waren wir natürlich auf dieses neue Etablissement wahnsinnig gespannt! Wird es all unsere Erwartungen erfüllen? Ist es besser als in Hennigsdorf? Unsere Kino-Premiere war die Spätvorstellung von „Air Force One” am Sonnabend um 23 Uhr. Um die Zeit ist der große Andrang schon vorbei gewesen.
An der Kasse gab es dann die erste Überraschung: Man hat nämlich die Möglichkeit, sich auf dem Computer anzusehen, auf welchem Platz
man den Film sehen möchte. Das ist Fortschritt, oder?!
Doch wenn ich von den Plätzen rede, bin ich auch bei einem negativen Punkt: Angenommen, das Kino (in unserem Fall Kino 2) wäre restlos ausverkauft gewesen – ich wäre mir vorgekommen wie eine Ölsardine! Die Sitze sind für meinen Geschmack zu schmal, die Lehnen vor allem (Okay, ich bin kein dünner Hecht!) und vor allem zu dicht aneinander gestellt. In Hennigsdorf dagegen habe ich volle Arm- und Beinfreiheit …
Aber jetzt das Beste: „Air Force One” lief etwa eine Stunde, als ein Rudel offensichtlich Rechter den Saal „betrat”. Einige von ihnen hatten Bierflaschen in der Hand und steckten sich so ganz nebenbei ein Zigarettchen an. Meine Frage: Wer hat die überhaupt da reingelassen? Mitten im Film, im angetrunkenen Zustand? Und die Frage, ob sie denn Eintritt bezahlt haben, wage ich mir erst gar nicht zu stellen. Während der Vorstellung flogen die Zigarettenkippen sowie eine noch gut gefüllte Flasche Bier durch den Saal. Letztere zerschellte vorn auf dem Fußboden. Ich hätte vielleicht was sagen sollen, aber ich saß ganz in der Nähe einer der Typen, und wer weiß … So schickte ich ein „Stoßgebet” nach dem anderen nach oben. Und ER hatte ein Einsehen mit mir: Die Herrschaften verließen kurz vor Filmende den Raum. Als dann das „normale” Filmpublikum aus dem Saal strömte und sich jemand eine Zigarette anstecken wollte, rief gleich jemand (der Chef?) „Hier ist Rauchen verboten!!” Na klar doch!
Ich glaube, wenn dieses Erlebnis zu einer täglichen Realität werden würde – die Fahrt zum Hennigsdorfer Kino würde ich dann doch wieder vorziehen. Aber das wäre schade …