RTelenovela

Leichtathletik pur

“Hier sind ja alle Wettbewerbe gleichzeitig!” Ganz so ahnungslos wie der nette Herr ein paar plätze weiter, war ich nicht. Dennoch war der Besuch des Golden-Four-Leichtathletik-Meetings auch für mich eine Premiere: zum ersten Mal im Berliner Olympiastadion und auch meine erste Mega-Sport-Veranstaltung! Und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Abend begann mit regelrechten Stunteinlagen. Schüler aus Berlin und Brandenburg übten sich im Staffellauf. Besonders die Stabübergabe sollte dabei nochmal geübt werden, denn an einigen Stellen spielten sich chaotische Szenen ab, ja sogar kleine Dramen: Ein Läufer vergaß doch glatt, den Stab zu übergeben – der Sieg war natürlich hin…
Doch auch bei den Profis gab es durchaus gefährliche Situationen: Rangeleien beim Start des 1500-Meter-Laufes. Oder eine Diskusscheibe, die anstatt auf dem dafür vorgesehenen Feld auf der Laufbahn landet und beinahe andere Spieler trifft.
Momente, in denen die rund 56000 Zuschauer den Atem anhalten. Überhaupt, für die Zuschauer gab es ein Wechselbad der Gefühle: Lars Riedels verpaßter Sieg, Haile Gebrselassies verpaßter Weltrekord im 5000-Meter-Lauf, der Abschied von Carl Lewis. Ziemlich fies war der Hochspringer Sergej Bubka. Die Latte lag auf 6,15 Meter, Sergej lief an, um über die Rekordmarke zu fliegen, das Publikum erhob sich und – nix war. Versuch abgebrochen…
Hervorzuheben ist auch der Stadionsprecher, der zwischendurch fix mal bestimmte, daß in einer Minute der 5000-Meter-Lauf der Männer zu starten hat. Die Helfer sollten mal schnell alles freiräumen…
Und was macht Sergej? Er läuft an, das Publikum erhebt sich erneut und klatscht rhythmisch – Bubka läuft – und stoppt seinen Versuch erneut. Er winkt freundlich in die Menge und zieht sich schließlich zurück. Wisst ihr, wie man das nennt? Blockade! sagte zumindest der Stadionssprecher. Danke Sergej!
Es war trotzdem ein richtig klasse Abend!

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