Tagesarchiv für 30. August 1997

RTZapper

1

Samstag, den 30. August 1997
Tags: , , , ,

Nur mal angenommen, ihr wollt einen eigenen Fernsehsender gründen. Wie würdet ihr ihn nennen? Ich würde ihm den brillianten Namen RTZ 1 geben. Nun müßt ihr noch ein Logo erfinden (ist immer in einer Ecke eures Bildschirms zu sehen). Da gibt es aber schon das erste Problem: Und zwar die „1″. Ich könnte nämlich Ärger mit der ARD bekommen! Diese Erfährung darf der Privatsender Kabel 1 schon seit einiger Zeit machen. Denn die ARD („Das Erste”) hat Kabel 1 per Gericht das Sendelogo verboten. Da is’ nämlich auch ‘ne „1″ drin! Die ARD meint nämlich, die dummen Zuschauer könnten doch tatsächlich die Sen-
der miteinander verwechseln. Die „Kabel 1 “-Eins sieht ja der „ARD”-Eins sooo ähnlich, nicht wahr?! (Vergleicht am besten in einer Programmzeitschrift!) Aber die ARD hat damit noch lange nicht genug: Auch dem Musikkanal VH-1 verbot man die „1″. Dabei spricht man den Namen auf Englisch aus (sprich: „Wie Ätsch Wann”). Aber natürlich ist auch hier die Verwechslungsgefahr immens. („Du, Omma! Is’ dat jetzt dat Erste, oder Wie Ätsch Wann?”). Aber auch das Deutsche SportFernsehen (DSF) darf nicht mehr so heißen. Denn schließlich nennt sich die ARD ja auch „ Erstes Deutsches Fernsehen”. Da kann es sich der
Münchner Kanal doch nicht erdreisten, das „Deutsche Fernsehen” so was von zu mißbrauchen!! DEUTSCHES SportFERNSEHEN! Im Gegensatz zu Kabel 1 sind die Urteile gegen VH-1 und DSF aber (noch) nicht rechtskräftig. Demnächst wird sich wohl SAT 1 warm anziehen müssen. Aber wie gut, daß SAT 1 den Ball als Logo hat!
Hey, ihr ARD-Bosse! Haltet die Zuschauer nicht für doof! Macht wegen solcher Kleinigkeiten nicht so einen Aufstand! Und außerdem – euer Programm erkennt man doch an der Qualität, oder?! Wer würde denn da das DSF, Kabel 1 oder VH-1 mit EUCH verwechseln??

Hits: 2103

RTelenovela

Leichtathletik pur

Samstag, den 30. August 1997
Tags: ,

“Hier sind ja alle Wettbewerbe gleichzeitig!” Ganz so ahnungslos wie der nette Herr ein paar plätze weiter, war ich nicht. Dennoch war der Besuch des Golden-Four-Leichtathletik-Meetings auch für mich eine Premiere: zum ersten Mal im Berliner Olympiastadion und auch meine erste Mega-Sport-Veranstaltung! Und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Abend begann mit regelrechten Stunteinlagen. Schüler aus Berlin und Brandenburg übten sich im Staffellauf. Besonders die Stabübergabe sollte dabei nochmal geübt werden, denn an einigen Stellen spielten sich chaotische Szenen ab, ja sogar kleine Dramen: Ein Läufer vergaß doch glatt, den Stab zu übergeben – der Sieg war natürlich hin…
Doch auch bei den Profis gab es durchaus gefährliche Situationen: Rangeleien beim Start des 1500-Meter-Laufes. Oder eine Diskusscheibe, die anstatt auf dem dafür vorgesehenen Feld auf der Laufbahn landet und beinahe andere Spieler trifft.
Momente, in denen die rund 56000 Zuschauer den Atem anhalten. Überhaupt, für die Zuschauer gab es ein Wechselbad der Gefühle: Lars Riedels verpaßter Sieg, Haile Gebrselassies verpaßter Weltrekord im 5000-Meter-Lauf, der Abschied von Carl Lewis. Ziemlich fies war der Hochspringer Sergej Bubka. Die Latte lag auf 6,15 Meter, Sergej lief an, um über die Rekordmarke zu fliegen, das Publikum erhob sich und – nix war. Versuch abgebrochen…
Hervorzuheben ist auch der Stadionsprecher, der zwischendurch fix mal bestimmte, daß in einer Minute der 5000-Meter-Lauf der Männer zu starten hat. Die Helfer sollten mal schnell alles freiräumen…
Und was macht Sergej? Er läuft an, das Publikum erhebt sich erneut und klatscht rhythmisch – Bubka läuft – und stoppt seinen Versuch erneut. Er winkt freundlich in die Menge und zieht sich schließlich zurück. Wisst ihr, wie man das nennt? Blockade! sagte zumindest der Stadionssprecher. Danke Sergej!
Es war trotzdem ein richtig klasse Abend!

Hits: 2083