Trauzeugen

Jakob (Edin Hasanovic) ist Scheidungsanwalt. Marie (Almila Bagriacik) ist Paartherapeutin. Trotz ihrer gegensätzlichen beruflichen Ansätze müssen sie nun zusammenarbeiten.
Beide sind Trauzeugen bei der Hochzeit ihrer besten Freunde Ruth (Cristina do Rego) und Tobi (László Branko Breiding). Sie ist hochschwanger, und er schwer gestürzt. Die Hochzeit droht zu platzen.
Jakob und Marie müssen sich nun um die Feierlichkeiten kümmern. Die Torte. Die Location – die wird spontan von Frankfurt/Main nach Frankfurt (Oder) verlegt. Nur einer von vielen Streitpunkten zwischen den beiden. Denn eigentlich hat Jakob in seinem Job gerade wahnsinnig viel zu tun.

Warum nicht mal Klamauk?
Es scheint so, dass Finn Christoph Stroeks und Lena May Graf mit „Trauzeugen“ ein Filmgenre bedienen wollen, das hierzulande nur sehr selten probiert wird: der Klamaukfilm, in dem die Witze eher flach und die Gesten sehr übertrieben sind.
Und eigentlich ist insbesondere Edin Hasanovic ein Schauspieler, der so was gut kann. Dennoch funktioniert „Trauzeugen“ an vielen Stellen leider nicht so wirklich. Das liegt aber vor allem am schlechten Drehbuch, das an sehr vielen Stellen Fragen aufwirft.
So arbeitet Jakob scheinbar am wichtigsten Fall seiner Karriere – aber so richtig viel tut er dafür aber nicht, es spielt dann doch nur eine untergeordnete Rolle. Dass sich Jakob und Marie irgendwann ineinander verlieben, kommt irgendwie aus dem Nichts und ist unglaubwürdig. Überhaupt, dass man den Ort einer Feier um 600 Kilometer versetzt – das ist dramaturgisch blödsinnig und überflüssig.
Hinzu kommen einige sehr stanzenmäßige Dialoge, und so manche Szene ist hölzern choreografiert.
Da hilft es auch nicht, dass Kurt Krömer einen putzigen Auftritt als kauzigen Brandenburger Bauern hat.
Irgendwie ist „Trauzeugen“ nett, aber die großen Drehbuchschwächen machen daraus leider keinen guten Film.

-> Trailer auf Youtube

Trauzeugen
D 2022, Regie: Finn Christoph Stroeks / Lena May Graf
Paramount, 100 Minuten, ab 6
5/10


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