Ich kann Kanzler!

FR 19.06.2009 | 21.15 Uhr | ZDF

Deutschland hat einen neuen Kanzler: Jacob Schrot, 18, aus Brandenburg an der Havel. Gewählt in einer Telefonabstimmung am Ende einer Castingshow. Noch heute muss Angela Merkel ihren Stuhl im Berliner Kanzleramt räumen.
Nun gut, ganz so weit ist es noch nicht. Und den Kanzler wählen wir glücklicherweise auch (noch?) nicht per Ted-Abstimmung in einer Castingshow. Besagter Jacob gewann ein Praktikum im Regierungsviertel von Berlin. Immerhin.

Dennoch war „Ich kann Kanzler!“ ernüchternd. Wenn Kanzlersein bedeutet, unendliche Phrasen zu dreschen, dann haben das die jungen Leute, die sich bewarben ganz richtig gemacht. Steuern runter, mehr Bildung und unser Vaterland ist stark.
Gruselig. Waren das unsere Politiker von morgen? Die schon, wie im Fall eines 18-jährigen SPD-Anhängers, mit schickem Anzug daherreden, als hätten sie zu lange im Weichspüler gebadet.
Viel zu allgemein befragte die Jury die Kandidaten, so dass wieder nur der übliche Polittalk-Quatsch rauskam. Viele wolkige Reden, wenig Konkretes. Den Zuschauer- und Wählernachwuchs wird das ZDF damit nicht gepackt haben.


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Kommentare

15 Antworten zu „Ich kann Kanzler!“

  1. Erwartest du von Jauch tatsächlich tiefgründige Fragen?^^

  2. RT

    Nein. Auch nicht von Scherf, Engelke und Co.

  3. CommanderNOH

    Du übersiehst dabei, dass das Polit-Neulinge waren und zum Teil noch sehr jung. Ich kann von einem gestanden Politiker Mitte 50, beispielsweise, erwarten, dass er sich eloquent zu den drängenden Fragen unserer Zeit äußern kann. Aber doch nicht von einem 18jährigen, der das erste Mal vor eine Fernsehkamera tritt.
    Wenn wir gestern die nächste Polit-Generation gesehen haben, freu ich mich drauf. Ich finde es super, dass es noch junge Menschen gibt, die sich so für Politik begeistern und richtig anpacken wollen. Natürlich ist das idealistisch und an vielen Stellen unausgegorene Phrasendrescherei – aber wir brauchen Menschen mit Idealen. Das jetzt zu kritisieren find ich schwachsinnig.

  4. Hypermensch

    Diese jungen Leute haben so lange ihre eigenen Ideale, bis es darum geht, auf der Karriere-Leiter nach oben zu klettern. Politischer Erfolg auf der großen Bühne ist nur möglich, wenn man sich unterordnet, Abstriche macht und in den Arsch von irgendwem kriecht. Da geraten die Ideale und eigenen Vorstellungen schnell ins Hintertreffen, ist jedenfalls meine Meinung.

    Zur Show kann ich sagen, dass ich die „Doku“ am Donnerstag richtig gut fand, kompetente Jury, interessante Kandidaten, die Live-Show am Freitag hatte ich stückweise gesehen, da hat mir dieses typische Politiker-Gelaber auch ein paar Bauchschmerzen bereitet.
    Letztenendes hat die Show nur gezeigt, dass die jungen politikinteressierten Leute schon jetzt zum Großteil den Vorbildern in der Spitzenpolitik nachplappern.

  5. awnyy

    Ich habe nur das Finale gesehen.
    Ich fande es relativ gut. War eine gelungene Abwechslung und vor allem hoffe ich so, dass die jungen Leute mal auch über Politik nachdenken.
    Glaube aber kaum, dass die jungen Leute, die sich sowieso nicht für Politik interessieren gerade durch diese Sendung angespornt fühlen, da sie eh nicht zugeschaut haben …

  6. RT

    @Commander:
    Nun ja… Der 31-Jährige war nicht wirklich ein Neuling. Als Referent im Bundestag steht er sicher schon gut im Stoff. Und selbst der 18-Jährige Gewinner – er ist in x ehrenamtlichen politischen Jobs, da kennt man sich auch schon ziemlich gut aus.
    Es lag aber auch an den schwachen Fragen von der Jury, wie Günther Jauch ja auch selbst zugab.

  7. White Lily

    *singt* Yes, sir, I can Kanzler, but I need a certain song…
    Sorry, aber immer wenn ich den Titel der Show höre, muss ich an diesen Song denken.

    Mich hat die Sendung nicht sehr interessiert, deswegen hatte ich wohl wenige Erwartungen und ich fand die Kandidaten ganz ok, als ich beim Durchzappen hängen geblieben bin.

    Richtig katastrophal fand ich nur den Moderator. Irgendwie konnte der gar nicht, fand ich.

  8. RT

    Stimmt, Steffen Seibert wirkte extrem unvorbereitet.

  9. CommanderNOH

    @awnyy: Naja, das ist doch klar. Wer nicht zugeguckt hat, kann sich durch die Show nicht angesprochen fühlen.

  10. Gelegenheitsgucker

    Habe die Show nur kurz gesehen. Mein Opa wollte was anderes gucken …

    In den zwei Minuten, die ich gesehen habe, stand eine 18-jährige aus Wiesbalden am Rednerpult. Mein kurzer Eindruck war, dass sie sich zwar um eine überzeugende Rede bemüht hat, aber zu aufgeregt war. Schade.

    Das gesamte Konzept der Sendung fand ich gut. Mal ’ne(n) Casting-Show(-Finale) mit Niwo, die ich aber leider nicht verfolge konnte. Wieder schade. Beim nächsten Mal wäre ich dabei.

  11. DieWurst1988

    Ich kannn Kanzler, was ist der überhaupt für ein Name? Genauso dumm wie „Was erlauben Struntz“ auf n-tv.

  12. der drei

    Was erlauben Strunz spielt auf eine Rede eines italienischen Bayerntrainer an, die ziemlich legendär ist.

  13. und „ich kann kanzler“ soll wohl auf obama anspielen, der auch schon legendär ist, so legendär, dass es dieses semester bereits eine lehrvanstaltung an meiner uni zu ihm gab (<a href="http://www.uni-potsdam.de/db/geschichte/index.php?ID=584&ID_seite=60"Hauptseminar Der Aufstieg Barack Obamas zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika)… wer ist hier also dumm?^^

  14. 🙁 hier fehlt eine edit funktion für vergessene geschlossene klammern 🙁

  15. RT

    Na ja, letztlich ist die Sendung auch nur eine Adaption eines US-Formats. Weiß nur leider grad nicht, wie das Original heißt.

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